Lebendig wie am ersten Tag ist die nun schon 40 Jahre dauernde Partnerschaft zwischen Königsberg und seiner Partnerstadt Donzère in Südfrankreich. Nachdem viele Königsberger im vergangenen Jahr ihren Freunden in Frankreich einen Besuch abgestattet hatten, wurde dieser jetzt durch einen Gegenbesuch erwidert.


Gottesdienst und Empfang

Am Nachmittag des Fronleichnamsfeiertages kam die große Gruppe mit dem Bus und teils auch mit Privatautos nach einer Fahrt von rund 1000 Kilometern wohlbehalten in der Regiomontanusstadt an, wo sie herzlich willkommen geheißen wurden. Am Freitagvormittag stand zunächst ein von Pfarrer Stephan Eschenbacher und Prädikant Alfred Austel gehaltener ökumenischer Gottesdienst in der Marienkirche auf dem Programm. Schon bei diesem, wie auch beim anschließenden Empfang der Stadt und dem obligatorischen deutsch-französischen Abend, fungierte der Partnerschaftsbeauftragte Kurt Sieber als unermüdlicher Dolmetscher. Bürgermeister Claus Bittenbrünn (FWG) begrüßte im Rathaussaal neben den vielen Freunden aus der Partnerstadt Malika Yahiaoui, die stellvertretende Bürgermeisterin von Donzère, die Herrn Jean-Claude Buigues und Jean-Marc Guinet vom deutsch-französischen Partnerschaftskomitee, Stadtrat Alain Di Paola sowie den Geschäftsleiter der Stadt Donzère, Jean-Marc Guarinos, herzlich willkommen heißen.


Mit Leben erfüllt

In seinem Grußwort ging Bittenbrünn auf die Bedeutung dieser Partnerschaft ein, wobei er betonte, dass es für ihn eine ganz besondere Ehre sei "auf eine 40-jährige Partnerschaft zwischen Donzère und Königsberg zurück zu blicken". Weiterhin meinte er, dass zwar die sogenannte große Politik die Weichen und den Rahmen der Beziehungen zwischen den Völkern setze, "aber, ob dieser Rahmen auch mit Leben erfüllt ist, hängt doch im Wesentlichen davon ab, ob Menschen sich tatsächlich begegnen und sich kennen lernen. Und genau da setzt unsere Städtepartnerschaft an, worauf ich sehr stolz bin. Und es ist schön, dass unsere Städtepartnerschaft trotz der großen Entfernung so gut gelingt".
In diesem Zusammenhang vergaß das Stadtoberhaupt auch nicht die Urheber der Städtefreundschaft vor vierzig Jahren, die Bürgermeister Rudolf Mett für Königsberg und Marcel Rodet für Donzère zu erwähnen. Sein Dank galt auch den unermüdlichen Motoren dieser Verbindung, Kurt Sieber, Jean-Paul Billot, Jean-Claude Buigues, Jean-Marc Guinet, Walter Schneider sowie Renate Degel und Michaela Bornkessel. Als offizielles Geschenk überreichte er eine eine Sandsteintafel in die "40 Jahre Königsberg-Donzère 1976-2016" eingemeißelt ist.


Elan ist ungebremst

Auf eine Übersetzung ins Deutsche verzichtete im Anschluss daran der Präsident des Freundschaftskomitees, Jean-Claude Buigues, bei seiner Erwiderung. In Deutsch bedankte er sich für den herzlichen Empfang und begrüßte die Partnerschaft, die "nun die 40er Marke überschritten hat, ohne je unterbrochen noch geschwächt worden zu sein. Trotz der ökonomischen, sozialen, politischen Umbrüche, mehrerer Schwierigkeiten konnte unser Elan nach all den Jahren nicht gebremst werden". Er fügte zum Schluss hinzu: "Wir bedanken uns für die Gastfreundlichkeit, mit der ihr uns entgegenkommt. Diese Freundschaft ist 40 Jahre alt, aber an ihrer fortdauernden Vitalität und an ihr Aufrichtigkeit könnt ihr glauben!"


Schale als Gastgeschenk

Sein Gastgeschenk in Form einer großen getöpferten Schale mit der Inschrift "Donzère - Königsberg 1976-2016" überreichte er innerhalb des deutsch-französischen Abends. Musikalisch umrahmt wurde der offizielle Empfang im Rathaussaal durch ein Schubertlied, gesungen von Lise Bouvier, begleitet am Flügel von Brigitte Alonso sowie mit der Hymne "Freude schöner Götterfunken", gesungen von L'Atelier Vocal.
Der Rest des Tages war ausgefüllt mit einem gemeinsamen Mittagessen in Königsberg, einer Besichtigung der Fränkischen Rohrwerke, einer Weinprobe in Unfinden, wobei von Renate Degel für die Majorettes die Tanzgruppe "Jellina" und die Musikschule ein besonderes Programm vorbereitet worden war. Am Abend trafen sich alle - die deutschen Gastgeber und ihre französischen Gäste zu einem gemeinsamen Abend in der Rudolf-Mett-Halle. Dort wurden sie, nach dem Abendessen, mit lustigen und schwungvollen Tänzen, dargeboten von Tanzgruppen des Volksbildungswerkes, der französischen Majoretten, der Tanzgruppe "Jellina", Liedvorträgen der Kinder der französischen Musikschule, sowie den "Urlesbacher Musikanten" unterhalten.
Den Samstag verbrachten die französischen Freunde in ihren Gastfamilien, bevor es am Sonntagmorgen wieder Abschied zu nehmen hieß, der, nachdem sich inzwischen jahrelange feste Freundschaften entwickelt haben, in vielen Fällen gar nicht so leicht fiel. Doch es wird im nächsten Jahr in Donzère bestimmt ein Wiedersehen geben, denn diese Partnerschaft zwischen Königsberg und Donzère ist fest verwurzelt und wird auch in den kommenden Jahren weiterleben.