"Echt cool!" - Die Viertklässler der Dreiberg-Schule Knetzgau waren bei der Einweihung der Jugendverkehrsschule in Knetzgau begeistert. Dafür, dass sie eine Mathe-Stunde schwänzen durften, fuhren sie doch gerne eine kleine Runde auf dem neu gestalteten Übungsplatz der Jugendverkehrsschule, um bei einer kleinen Feierstunde vor all den Gästen ihre bereits erworbenen Fahrkünste zu demonstrierten. Und dafür, dass die Schüler das erste Mal im Kreisel gefahren sind, haben sie ihre Sache sehr gut gemacht und ein dickes Lob von Schulamtsdirektorin Ulrike Brech erhalten.

Das Übungsgelände der Jugendverkehrsschule am MSC-Vereinsheim in Knetzgau war in die Jahre gekommen und hatte eine grundlegende Sanierung erfahren. "Im Straßenverkehr lauern sehr viele Gefahren und deshalb ist es wichtig, dass gerade unsere jungen Radfahrer viel üben, damit sie sicher unterwegs sind und wieder sicher nach Hause kommen", sagte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) bei der offiziellen Übergabe.
Er zeigte sich erfreut, dass man die Erfolgsgeschichte "Jugendverkehrsschule Knetzgau" im Landkreis Haßberge auf einem neuen und modernen Übungsplatz - einschließlich Kreisel - fortschreiben könne. Die Sanierungsarbeiten wurden rechtzeitig zum Schulbeginn abgeschlossen, so dass die Kinder jetzt unter idealen Voraussetzungen auf das richtige Verhalten im Straßenverkehr vorbereitet werden können.


1973 eingerichtet

Die Jugendverkehrsschule war im Jahr 1973 durch den damaligen Vorsitzenden des Motorsportclubs Knetzgau, Otto Maas, gegründet worden, wie der Landrat erläuterte. Den engagierten Knetzgauer Motorsportfreunden sei es zu verdanken, dass am Ortsrand von Knetzgau innerhalb von zwei Jahren durch ehrenamtliche Arbeit ein Unterrichtsgebäude mit einem 5000 Quadratmeter großen Parcours entstanden sei. Auf diesem könnten die Grundschüler spielerisch die Verkehrsregeln lernen.

Der Landkreis habe die Bedeutung dieser Einrichtung sofort erkannt, wie Schneider weiter ausführte, und sich von Beginn an finanziell an den Kosten beteiligt. Mit dem MSC Knetzgau wurde ein Vertrag über die Nutzung abgeschlossen. Die Einrichtung sei somit quasi ein erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt zwischen der Gemeinde Knetzgau als Eigentümerin des Grundstücks, dem Landkreis Haßberge, der die Investitionen und den Betrieb finanziert, dem Motorsportclub Knetzgau als "Hausherr", der sich nicht nur um die Pflege des Geländes und Gebäudes, sondern auch um die Wartung und Reparatur der Schulungsfahrräder kümmert, und nicht zuletzt der Polizei, die für die eigentliche Verkehrserziehung zuständig ist.

"Jahr für Jahr werden hier in Knetzgau alle Viertklässler aus dem gesamten Landkreis von den Verkehrserziehungsbeamten der Polizei auf Schulungsfahrrädern unterrichtet", lobte der Landrat. Ganze Generationen habe man auf dem Gelände in den vergangenen vier Jahrzehnten fit für den Straßenverkehr gemacht, um so manchen Unfall zu verhüten.


Fahrbahnschäden saniert

Doch im Laufe der Jahre hätten sich die Spuren der Zeit auf dem Verkehrsübungsplatz - vor allem am Fahrbahnbelag - bemerkbar gemacht, so dass eine grundlegende Sanierung erforderlich wurde. In deren Zug wurde nun der Parcours optimiert, die Ampelanlage erneuert und ein Kreisverkehr errichtet. Um den Übungsplatz den aktuellen Verkehrsgegebenheiten anzupassen, habe der Landkreis mit Kosten in Höhe von 115000 Euro - 30 000 Euro weniger als veranschlagt - sein Geld gut angelegt, da man in die Sicherheit der Kinder investiere. Die Baumaßnahme wird von der Gemeinde Knetzgau mit einem Anteil von fünf Prozent der Kosten unterstützt. Beim Bayerischen Innenministerium wurde ebenfalls ein Zuschuss beantragt.

Für Polizeihauptkommissar Kurt Förg, Leiter der Polizeiinspektion Haßfurt, hat sich die Investition im sinne der Unfallverhütung allemal bezahlt gemacht. "Hier werden Grundlagen für das ganze Leben geschaffen", zollte er vor allem den Verkehrserziehern Manfred Stühler und Dominique Heim sowie dem Sachgebietsleiter Stefan Scherrer ein dickes Lob.

Knetzgaus Bürgermeister Stefan Paulus (CWG/SPD) zeigte sich Stolz über den Übungsplatz der neugestalteten Jugendverkehrsschule.Eine unfallfreie Fahrt wünschte Bruno Warmuth, Zweiter Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Haßberge. Er hatte nicht nur selbst 25 Jahre als Verkehrserzieher auf dem Übungsplatz gearbeitet sondern auch eine materielle Unterstützung mitgebracht: Zehn neue Fahrräder wurden von der Kreisverkehrswacht angeschafft und übergeben. Den Segen Gottes für den neu gestalteten Übungsplatz mit unfallfreier Fahrt erbaten Pfarrer Mátyás Beke (Haßfurt/Holzhausen) und Pastoralreferent Volker Krieger (Knetzgau).