So richtig Kirchweihstimmung kam am Marktsonntag in Ebern nicht auf. Die Stadt hat, da waren sich viele Besucher einig, schon bessere Märkte bieten können, denn nur wenige Fachgeschäfte und Händler warteten am Sonntagnachmittag auf ihre Kunden.
War es das Wetter, war es das Datum oder was war es eigentlich, dass in der Tat nur neun Markthändler an diesem prächtigen Herbsttag nach Ebern gekommen sind? Zwar boten die neun ein reichhaltiges Angebot von Mützen und Schals, über Gewürze, Bonbons und Blumen bis hin zur Herbstdekoration, doch fehlte dem ganzen Markttreiben das besondere Flair. Viele Ecken auf dem Marktplatz waren leer, einige Türen der Geschäfte blieben an diesem verkaufsoffenen Sonntag - einem von vieren im Jahr, an dem die Geschäfte öffnen dürfen - geschlossen.
Obwohl der Rubel an diesem Tag trotzdem rollte, verriet eine Verkäuferin am Marktplatz kurz vor Marktende um 17 Uhr: "Wir machen das zwar nicht gerne, aber es sind ja nur vier Sonntag im Jahr. Und es war gerade schon einiges hier los", erzählte die Frau weiter. "Vielleicht dachten die, dass es heute regnet", vermutete eine Andere, die ihre Klamotten an den Mann und die Frau bringen wollte. Aber das Wetter nahm mit vorbildlichem Verhalten am Kirchweihmarkt teil. Zwar brauten sich dunkle Wolken am Himmel zusammen, aber die Wolken hielten absolut dicht.
Das war auch von Vorteil für den Pilzexperten Herbert Stang. Regen gab es allerdings die Tage zuvor, so sprossen die Pilze, die er sammelte und den Besuchern in seinem Apothekerhof nun zeigen konnte. Auch ein makelloser Fliegenpilz lag da auf dem Tisch. Männer und Frauen packten ihre Beute vom Pilzsuchen im Wald aus den Taschen und ließen sich von dem Experten beraten, damit auch nur Essbares in ihren Kochtopf wandert.
Spaß für wirklich alle Generationen war auf dem Vergnügungspark am Wohnmobilstellplatz geboten. Dort wurden gebrannte Mandeln und Bratwürste über die Theke gereicht, Los-Gewinne voller Stolz nach Hause getragen und für die Allerliebste eine Rose geschossen. Opas, Väter und Enkelsöhne suchten Fahrspaß in den Scooter-Autos.