Und beim Umsatz - aktuell 430 Millionen im Jahr - soll weiter zugelegt werden. In diesem Jahr rechnet Thumm mit einem Zuwachs zwischen drei bis fünf Prozent.

Die Firma steht aktuell nicht zum Verkauf, auch wenn immer wieder anders lautende Gerüchte die Runde machen. "Das passiert frühestens in 12 bis 18 Monaten, bisher wurden mit unterschiedlichen Investoren nur erste Sondierungsgepräche geführt", zeigte sich Thumm erfrischend offen. "Ein Verkauf ist nach sieben oder acht Jahren ein ganz normaler Vorgang."

Mit Eigentümer zufrieden

Die bisherige Zusammenarbeit mit dem Eigentümer und Finanzinvestor PAI sei hervorragend, es würden professionelle Diskussionen über alle Themen geführt. Thumm wörtlich: "Mir hat meine Arbeit noch nie so viel Spaß gemacht, wie die letzten drei Jahre hier bei FTE."

Dieser Optimismus basiert auf positiven Zahlen. Der Umsatz kletterte auf eine Rekordmarke. Mit neuen Produkten, wie dem Doppelkupplungsgetriebe, wurden neue Kunden und Märkte erschlossen. "Damit haben wir die Chancen, in China und den USA zu wachsen und ein neues drittes Standbein in Ergänzung zu unseren manuellen Kupplungen und den Bremsen."

Deshalb setzt Thumm weiter auf Internationalisierung. In Indien wird ein Werk gebaut, das 2013 die Produktion aufnehmen soll. Gut angelaufen sei auch ein Joint Venture (Firmen-Kooperation) in der Slowakei, wo gebrauchte Bremssättel für den Ersatzteilmarkt aufgearbeitet würden. 50.000 waren's in 2011, 250.000 sollen es im laufenden Jahr werden. "Dieses Geschäft läuft gut", bilanzierte Thumm.

Die internationale Ausrichtung stärkt nach übereinstimmender Einschätzung von Geschäftsführung und Betriebsrat auch das Stammwerk sowie den Ableger in Fischbach. "Die Gummi- und einige Drehteile kommen aus Ebern, die Kunststoffteile aus Fischbach. Die Reinraum-Fertigung in Fischbach diene den neuen Produkten", waren sich Thumm und Hennemann einig. So bleiben auch die Beschäftigtenzahlen konstant. Sämtliche Auszubildende wurden übernommen - und zwar zu Konditionen, die über den Tarifvertrag hinausgehen, wie Hennemann betonte. "Wir werden diese jungen Kräfte noch brauchen", meinte der Belegschaftsvertreter mit Blick auf eine langfristige Personalplanung und vor dem Hintergrund, dass es nicht einfach sei, Fachkräfte nach Ebern zu locken.

"Ebern ist einfach zu wenig bekannt. Wer aber erst einmal hier ist, dem gefällt es", urteilt Hennemann mit Blick auf "die geringe Fluktuation".

Marktführer in Brasilien

Den Ruch der Provinzialität will Thumm gar nicht erst aufkommen lassen. "Wir werden unsere Reputation am Markt und bei unseren Kunden weiter verbessern, auch durch unsere Innovationsfähigkeit."
Dass Selbstbewusstsein durchaus berechtigt ist, machte Thumm an einem anderen Fakt fest: "Bei hydraulischen Kupplungssystemen steigen heuer wir in Brasilien zum Marktführer auf."


Daten und Fakten
Beschäftigung Rund 3600 Mitarbeiter zählt die FTE-Gruppe nunmehr weltweit. Davon arbeiten 1750 im Stammwerk in Ebern und 420 im Werk Fischbach.

Investitionen In den Ausbau der bestehenden Werke sowie Neubauten wurden im vergangenen Jahr 20 Millionen Euro gesteckt. "Viel mehr als in früheren Jahren", so FTE-Chef Andreas Thumm. Im laufenden Jahr sollen die Investitionen nochmals um 50 Prozent aufgestockt werden. Auch der Maschinenpark für Drehteile wird modernisiert. Im Rahmen dieser Investitionen wurde im Werk Fischbach auch eine so genannte Reinraum-Fertigung umgesetzt, die im August ihren Betrieb aufgenommen hat. Seither marschieren die Mitarbeiter durch eine Art Hygiene-Dusche, damit kein Staubkörnchen oder Haar die Gummi- und Plastikteile beeinträchtigt.

Umsatzplus Zwischen drei und fünf Prozent liegen die Zuwächse im laufenden Jahr. Die Abrufzahlen der Hersteller bis April liegen im Bereich der aktuellen Schätzungen.