Das Amtsgericht Haßfurt hat zwei Männer im Alter von 22 und 17 Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung zu Geldstrafen von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro und 120 Tagessätzen zu je acht Euro verurteilt. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Die beiden hatten zugegeben, drei Männer mit Faustschlägen traktiert zu haben. Warum es zu dem Streit kam, blieb im Prozess offen.

Ins Gewissen geredet



Um den Vorfall in einer Zeiler Kneipe am Abend des 27. November 2011 zu klären, hatte das Gericht sechs Zeugen vorgeladen. Diese wurden aber - ohne auszusagen - bald wieder entlassen. Der Grund: Richter Roland Wiltschka hatte den beiden Angeklagten gleich zu Beginn der Gerichtsverhandlung ins Gewissen geredet.

Denn die zwei Männer hatten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft in Höhe von 90 Tagessätzen (was einer Freiheitsstrafe von drei Monaten entspricht), Einspruch eingelegt. Daher kam es zu dem Strafprozess am Amtsgericht.

Wiltschka machte den Angeklagten klar, dass man bei dieser Strafzumessung von einem minderschweren Fall ausgegangen sei. "Wenn im Laufe der Verhandlung herauskommt, dass Sie noch mehr ausgefressen haben, müssen Sie mit einer höheren Strafe rechnen", sagte der Richter und ergänzte: "Die Mindeststrafe bei gefährlicher Körperverletzung liegt bei sechs Monaten. Da diese Art der Körperverletzung zunimmt und immer brutaler wird, habe ich keine Hemmungen, Freiheitsstrafen zu verhängen."

Beim Fausthieb bricht das Nasenbein


Das saß. Nach einer kurzen Rücksprache mit ihren Verteidigern räumten die beiden Männer die Schlägerei ein - und die Zeugen konnten gehen. Der 22-jährige Angeklagte gab zu, bei dem Gerangel einem anderen einen Fausthieb auf die Nase verpasst zu haben. Ein Nasenbeinbruch war die Folge.

An dieser Tat war auch der 17-Jährige beteiligt. Wegen des gemeinschaftlichen Vorgehens wurden die beiden der gefährlichen Körperverletzung für schuldig befunden.

Tritte gegen einen am Boden Liegenden


Der 17-Jährige soll außerdem einen weiteren Mann auf die Nase geschlagen und einen anderen, der am Boden lag, getreten haben. Für die zwei Fälle der "einfachen" Körperverletzung bekam er je 30 Tagessätze, für die gefährliche 90 Tagessätze auferlegt. Daraus bildete der Staatsanwalt Dieter Brunner eine Gesamtstrafe von 120 Tagessätzen zu je acht Euro. Der 22-Jährige muss wegen gefährlicher Körperverletzung 90 Tagessätze zu je 15 Euro berappen.

Die Höhe der Tagessätze ist gering, da beide Männer aus dem Landkreis Haßberge noch kein eigenes Geld verdienen.