Viele Jahre stand der abgesägte Erlenstamm nahezu unbemerkt am Ufer des Angerbachs unterhalb des einstigen Berwindhauses. Jetzt haucht ihm ein Förster im Ruhestand wieder Leben ein: Eberhard Ponader aus Unterpreppach "schnitzt" mit der Kettensäge ein Kunstwerk: Zwei springende Fische sind nach zwölf Stunden schon zu erkennen. Zwei Frösche sollen die Skulptur vervollständigen. Die Idee zu dieser einmaligen Aktion hatte Bauhofleiter Christian Raehse.

"Der hat wohl von Förster Wolfgang Gnannt erfahren, dass ich mich mittlerweile der Holzschnitzerei widme und mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, dass ich mich des Stummels annehmen?", rekapituliert der 73-jährige Waldmann die Vorgeschichte. "Ich sagte unter der Bedingungen zu, dass die Maßnahme ganz ohne Zeitdruck ablaufen muss."

Die besagte Erle war vor Jahren schon im Bodenbereich eingesägt worden. "Wohl von jemandem, der sich an ihr störte", vermutet Ponader. "Das hat den Baum zwar nicht umgebracht, aber er kümmerte nur noch vor sich hin." Deswegen war er vor längerer Zeit schon vom Bauhof auf einer Höhe von rund drei Metern gekappt worden. Jetzt bekommt der Stummel wieder eine Form und einen Sinn.

"Bei der Gestaltung hat man mir vollkommen freie Hand gelassen", freut sich der Holzkünstler, der mit der Schnitzerei erst in seinem Ruhestand begonnen hat."Erst dachte ich an eine Eule, weil die so ein kompakte Form aufweist, aber mit Blick auf den vorbeifließenden Angerbach kam mir die Idee der springenden Fische." Und im Fußbereich plant Ponader noch das kunstfertige Einsägen von zwei Fröschen.

Die Schnitzerei mit einer leichten Kettensäge mit Spezial-Schnittschwert und Spezialkette bereitet dem einstigen Staatsförster viel Spaß. "Für die Unterpreppacher Krippe habe ich den Esel geschnitzt. Ansonsten schon Eulen, Adler, Frösche, Bären und natürlich auch schon eine Wildsau. Nur an Menschen habe ich mich noch nicht gewagt."

Derzeit ist sein Arbeitsplatz ein Podest, das vom Bauhof über den Angerbach gelegt wurde, damit der Sägekünstler an seine Skulptur herankommt. "Die Nachbarin ist von meiner Arbeit total begeistert." Auch von vielen Spaziergängern hat Ponader schon Anerkennung erfahren. "Manchen laufen aber auch nur achtlos vorbei."

Einen Nachteil hat der Forstexperte ausgemacht: Erlenholz hält sich im Freien nicht lange. Deswegen muss das Kunstwerk eingelassen oder mit einem Dach versehen werden. "Es wär' doch schad', wenn es nach fünf Jahren verfiele."