Bis zur Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle im Juli 2012 stand die Nachalarmierungsstelle (Nast) "Florian-Haßfurt" 21 Jahre lang rund um die Uhr bereit, um bei größeren Schadensereignissen die Einsatzkräfte zu koordinieren. Landrat Rudolf Handwerker würdigte am Donnerstagabend die Arbeit der Feuerwehrleute. Ein Blick galt der Geschichte der Nachalarmierungsstelle.

Jahrzehntelang war die Polizeiinspektion Haßfurt für die Erstalarmierung der Feuerwehren im Landkreis zuständig. Die Notrufnummer 112 lief zentral bei der Polizei auf. Polizisten nahmen den Notruf entgegen und gaben den ersten Alarm. Die Koordinierung der Wehren über Funk sowie Nachalarmierungen übernahmen dann die Feuerwehrleute. Sitz der Nachalarmierungsstelle war im Feuerwehgerätehaus Haßfurt.

Die Mitarbeiter der Nachalarmierungsstelle - alles fachkundige und ausgebildete Feuerwehrleute - verständigten außerdem besondere Führungsdienstgrade, wie aus dem Bericht des Landratsamtes weiter hervorgeht: Notfallseelsorger, Kaminkehrer oder Fachbehörden wie Wasserwirtschaftsamt oder Wasser- und Schiffahrtsamt, wenn dies nötig war.

Über die Nachalarmierungsstelle wurden auch die wöchentlichen Probealarme und zweimal im Jahr die Sirenenprobe und Alarme für Feuerwehrübungen ausgelöst. Besonders in der "Brandschutzwoche" bedeutete dies großen Personalaufwand. Gefordert war das Personal auch bei Großbränden, Gefahrgutunfällen, bei Unwetter und Hochwasser. Da koordinierte die Nast die Kräfte für den ganzen Landkreis.

"An all diesen Aufgaben kann man erkennen: Es gab viel zu tun für das Personal der Nachalarmierungsstelle", fasste Handwerker zusammen. In den 21 Jahren waren rund 10 000 Alarmierungen "abzuarbeiten". "Die Nachalarmierungsstelle hat ihre Aufgabe vorbildlich gemeistert", lobte der Landrat.

Besonders hob er das Engagement von Hans Jüngling hervor, der die Nachalarmierungsstelle von Beginn an aufgebaut und geleitet hat. Ihm habe es immer am Herzen gelegen, deren Ausrüstung zu verbessern. So bekam sie 1994 ein Computerprogramm, das kürzere Alarmierungszeiten und weniger Fehlarmierungen mit sich brachte.

Immer motivierte Mannschaft

Dann kam das Gleichfunkwellennetz, das die Schlagkraft der Feuerwehren weiter verbesserte. Jüngling habe immer dafür gesorgt, dass zu jeder Tag- und Nachtzeit eine motivierte Mannschaft zur Verfügung stand. Zudem kümmerte er sich um die Aus- und Weiterbildung, pflegte, ergänzte die Einsatzunterlagen und koordinierte sein Personal bei Großeinsätzen und tagelangen Einsätzen wie bei Unwetter und Hochwasser.