Werner Sefz, Wolfgang Hohensee, Karl Eich und Marianne Blenk bildeten die Gruppe, die die letzte Etappe ging. In wechselnden Besetzungen waren auf Teilstrecken auch Ruth Fritzmann, Gottfried Zaby und Hermann Jäger dabei.

Beinahe hätte Marianne Blenk die gesamte Strecke geschafft, doch 2010 stürzte sie kurz vor Verona in den Bergen - Trümmerbruch im Handgelenk. "Wir hatten aber noch eine gute Stunde zu laufen", erzählt Karl Eich beim Treffen mit unserer Zeitung.

Dann waren die Pilger in einem kleinen Bergdorf. "Der Krankenwagen braucht fünf Stunden bis hierher, haben die uns gesagt, dann haben wir ein Taxi genommen. Das Handgelenk haben wir mit zwei Sandalen geschient," erinnert sich Marianne Blenk. Das Handgelenk funktioniert wieder, eine Platte ist noch drin.


Alles kommt ganz anders



Jahrelange Pilger-Erfahrung haben die Vier, schließlich sind sie über Jahre hinweg auch den Jakobsweg gelaufen, und dennoch blieben sie von Pannen nicht verschont. "Das ging schon am Bahnhof München los", erzählt Marianne Blenk.

Liegewagen hatten sie gebucht, damit sie ausgeruht ihre letzte Etappe angehen könnten. "Kein Zug nach Florenz" hieß es in München. Die Alternativen: Übernachtung im Hotel oder Reisebus. Sie wählten den Reisebus, und so begann die erste Etappe mit vier Stunden Verzögerung und müden Beinen "aber um 20 Uhr waren wir im Kloster und wieder im Zeitplan", so Werner Sefz.

Anstrengend war die letzte Etappe der 1100 Kilometer. "Und Berge hat der Herrgott da hin gestellt, so viele hätten's nicht sein müssen", erinnert sich Wolfgang Hohensee an seine Erschöpfung. Werner Sefz erklärt: "Nur wenn Du körperlich an Deine Grenzen gehst, wird auch Dein Geist frei". Deshalb sind er und Hohensee als evangelische Christen begeisterte Pilger.


Auf dem Weg



Das Wallfahren ist eigentlich typisch katholisch. "Aber sich auf den Weg zu machen, das ist eine ganz besondere spirituelle Erfahrung", erklärt Hohensee. "Allerdings haben wir Evangelen uns bei 30 Grad hitzefrei genommen, wenn die beiden Katholiken zum Gottesdienst gegangen sind", grinst er.

Und natürlich waren die beiden evangelischen Christen sehr berührt von der Papst-Audienz, auch wenn das Gedränge unvorstellbar ist. Als eine bayerische Blaskapelle "Großer Gott, wir loben Dich" anstimmte, sangen Marianne Blenk und Karl Eich lautstark mit.

Viele Begegnungen mit hilfsbereiten Menschen hatten die Pilger. Nach eineinhalb Tagen Regen schlug die Hitze gnadenlos zu.

"Da haben sogar Autofahrer angehalten und haben uns zwei Flaschen Wasser raus gereicht, und ein Bauer hat uns mit Kirschen versorgt", erinnert sich Marianne Blenk. Und alle waren hilfsbereit, denn "wir haben uns jeden Tag verfranst. Der Franziskusweg ist nicht vergleichbar mit dem Jakobusweg. Die Landschaft ist wild und urwüchsig, die Wegweiser selten und der Baum, an dem es nach Wegbeschreibung links weggehen soll, steht manchmal nicht mehr", beschreibt Karl Eich Gründe für "Extraschleifen".


Italiener laufen nicht viel



Die Italiener zeigten gern den Weg, "aber Italiener laufen nicht viel und haben deshalb kein gutes Gespür für Entfernungen und Zeiten", erfuhren die vier Unterfranken.

Wolfgang Hohensee ist auf dem Weg ein Sammler. Von jeder Etappe bringt er einen Stein mit, außerdem hat er Borsten von Stachelschweinen gesammelt - und einen Pinienzapfen, der sich mittlerweile geöffnet hat. Die Samen verteilte er beim Nachtreffen an seine Mitpilger und die werden versuchen, sich eine Pilger-Pinie im Topf zu ziehen.

Wieder intakt ist auch sein Pilgerstab. Den musste er halbieren, damit er ihn beim Rückflug mit ins Flugzeug nehmen durfte. Jetzt hat der Stab ein Verbindungsstück und ist wieder voll funktionstüchtig.

Nach neuen Pilgerwegen gefragt, stellt Marianne Blenk fest: "Wir sind eigentlich am Ziel" und ergänzt unter Zustimmung der anderen: "Kleinere Touren, zum Beispiel Richtung Osten, könnten wir uns vorstellen.

Seit 1997 sind sie auf dem Weg, erst nach Santiago de Compostela, dann nach Rom. Jetzt geht es erst Mal wieder ganz bodenständig in die Nachbarschaft nach Vierzehnheiligen.