Zum ersten Mal überhaupt waren aus Anlass des 550-jährigen Jubiläums der Ritterkapelle in Haßfurt die Kindergärten im Stadtgebiet eingeladen worden, in einer Sternwallfahrt zur Kirche zu ziehen und dort eine kleine Feier zu begehen. Als dann unzählige Kinder aus den Kindergärten St. Barbara, St. Josef, Prappach, Augsfeld, Wülflingen und Sylbach mit ihren Begleitpersonen in die Kirche einzogen, war dies ein Moment, an dem nicht nur Diakon Manfred Griebel spürte: "Hier berühren sich Himmel und Erde."

Langer Weg bis zur Ritterkapelle

Unter diesem Thema "Wenn Himmel und Erde sich berühren" stand auch die Wallfahrt. Die Kinder, Erzieherinnen, Eltern und Großeltern nahmen zum Teil weite Strecken in Kauf. Die Gruppe aus Wülflingen war rund eineinhalb Stunden unterwegs. Die Kindergärten aus Prappach und Augsfeld starteten am Parkplatz eines Möbelhauses und marschierten etwa 45 Minuten bis zur Ritterkapelle. Während der Wallfahrt sangen sie Lieder und beteten Texte, die Manfred Griebel als Organisator zur Verfügung gestellt hatte. Einige Kinder trugen selbst gebastelte Kreuze oder Fahnen voran.

Als sie dann nach und nach in die Kirche einzogen, hieß der Diakon alle Wallfahrer herzlich willkommen. "Wir wollen heuer ein Stück Himmel auf Erden erleben", sagte er in Anspielung auf das Motto des Jubiläumsjahres, "und es ist schön, dass ihr alle aus verschiedenen Himmelsrichtungen hier hergekommen seid." Jesus sei ein Freund der Kinder gewesen und jedes Kind sei ein Stück Himmel, ein Geschenk, wie eine kostbare Blume. "Wo Gott Euch hingepflanzt hat, dort sollt Ihr blühen", so Griebel. "Ich wünsche Euch, dass ihr immer wieder erfahrt, dass ihr kostbar seid und geliebt werdet. Denn wo Menschen sich lieben, ist immer auch ein Stück Himmel!"

Mit Liedern, begleitet von Kantor Johannes Eirich sowie Johannes Geßner, Leiter des Kindergartens St. Josef, und Andrea Dumrauf, Leiterin des Kindergartens Wülflingen, mit Fürbitten, vorgetragen von Vertretern aller Kindergärten, und dem Vater Unser endete die kleine Feier.

"Ein Haus voller Kinder"

Nach dem Segen waren alle Teilnehmer vor der Kirche zu einem Imbiss eingeladen. Dabei äußerte die Leiterin des Kindergartens St. Barbara, Gisela Kaffer, ihre Begeisterung. "Ich fand die Idee der gemeinsamen Wallfahrt einfach wunderbar, zumal ich selbst eine eifrige Pilgerin bin und unser Kindergarten schon öfter Wallfahrten in Haßfurt unternommen hat", sagte sie. Die Kinder hätten den Weg und die Feier als sehr positiv empfunden.

So erzählten einige von ihnen im Alter von vier bis sechs Jahren, dass sie die Wallfahrt als "sehr schön" empfunden hatten. "Es war ganz schön weit zu laufen, aber meine Füße haben gar nicht wehgetan", sagte ein Mädchen. Ein Bub war stolz, dass er das Kreuz tragen durfte. Andere Jungen bezeichneten das Singen in der Kirche, das Klatschen, Stampfen und Tanzen zu den Liedern sowie die Tatsache, dass so viele Leute in der Kirche waren, als schön.

Ein Vierjähriger berichtete ganz stolz: "Ich habe die Ritter in der Kirche gesehen!" Eine Mutter wiederum fasste die Wallfahrt mit folgenden Worten zusammen: "Es war ein schönes Erlebnis gemeinsam mit den anderen Kindergärten zu feiern. Besonders toll war, dass die Kirche an diesem Tag ein Haus voll Kinder war und dass alle Jungen und Mädchen lauthals mitgesungen haben, so dass ich eine Gänsehaut bekam."