So mancher würde gerne ein berühmter Kinderbuchautor sein oder ein Stück auf die Bühne bringen. Genau das tun die Buben und Mädchen des Kindergartens Weisbrunn bei ihrem Sommerfest am Sonntag, 25. Mai, um 14 Uhr. Da zeigen sie ihr selbst gestaltetes Stück "Günnis Reise" - zu dem es überdies ein Buch gibt. Und auch das haben die Kinder selbst gemacht.

Seit Monaten beschäftigen sich Erzieher und Kinder mit dem Projekt "Afrika". "Wiege der Menschheit", gewaltige Natur, einzigartige Tierwelt - so etwas interessiert die Kinder.

Kontakte in den Senegal

Der Kindergarten Weisbrunn pflegt seit Jahren Kontakte zum Partnerkindergarten Ngollar in der Diözese Thies im Senegal. Man schreibt sich Briefe, bastelt füreinander und es gibt eine Patenschaft: Auch Geldspenden für Spielgeräte oder Mittagessen finden den Weg zu den afrikanischen Kindern. Seit einiger Zeit wird dazu der Erlös aus dem Martinsumzug gespendet. Besuch aus Afrika gab es im Kindergarten Weisbrunn auch schon, als vor eineinhalb Jahren die Fachberaterin für Kindergärten, Aimee Gomis, von den Kindern im Senegal erzählte und mit den Kindern hier tanzte und sang.

Der Blick nach Afrika wirkte sich auf die Idee aus. Natürlich gaben die Erzieherinnen Hilfestellung, "aber es sprudelte aus den Kindern nur so heraus, was man alles machen könnte", berichtet Leiterin Daniela Dütsch von den ersten Überlegungen.

Projektarbeit im Kindergarten wird ja seit einiger Zeit groß geschrieben. Hierbei geht es darum, eine Aufgabe oder ein Thema durch eine oder mehrere Gruppen, angefangen von der Planung über die Durchführung bis hin zur Präsentation der Ergebnisse, zu bearbeiten. Diese Arbeit ist umso wertvoller, je mehr in einen solchen gemeinsamen Prozess Kinder, Erzieher, aber auch Eltern eingebunden sind, Lösungswege gesucht und neue Erkenntnisse gewonnen werden.

Vorarbeiten erfolgten deswegen schon in der Weihnachtszeit, als man sich mit den Drei Königen dem Thema näherte und über das Leben von Menschen und Tieren nachdachte. Mit Begeisterung waren dann Kinder und Eltern beim Faschingszug in Eltmann als afrikanische Tierherde dabei und erhielten wegen der tollen Kostüme viel Beifall.

Die eigene Geschichte von "Günni" entstand in der Dienstagsgruppe. Drei Gruppen hatten sich für das Afrika-Projekt gebildet, und in der Dienstagsgruppe ging es darum, eine spannende Geschichte zu erfinden. In ein Buch packte diese Geschichte dann die Montagsgruppe "Buchbinder". Eine wichtige Aufgabe kam der Donnerstagsgruppe zu, die für Musik und Buschtrommeltanz zuständig war.

Günni, der Gepardenjung

Die Fantasie der Kinder blühte. Besonders der Löwe als König der Tiere beflügelte alle. In den Mittelpunkt rückte dann aber das Gepardenjunge Günni. Es ist mit seiner Familie zum Wasserloch "Moringa" unterwegs. Weil es dort so schön ist, will Günni länger bleiben, doch die Eltern drängen zum Nach-Hause-Gehen. Da lauert die Gefahr: Wilderer fangen die Tiere ein und wollen sie weiter verkaufen.

Auch Günni riecht die gute Milch und tapst in eine Falle aus Eisen. Plötzlich ist er eingesperrt. Vieles erlebt er bei seiner Reise durch Afrika. Er macht Bekanntschaft mit dem Zebramädel Zi oder dem Giraffenmädchen Goga, einem Nilpferd, Affen und natürlich dem Löwen, der sie zum Nachtisch verputzen will.

Zum Glück nimmt alles ein gutes Ende. Die Wilderer sind irgendwie dann doch beeindruckt von den Tieren und wollen künftig viel lieber Ranger sein und sich um das Wohl der Nilpferde kümmern. Darüber freuen sich die Dorfbewohner, alle sind glücklich, in der Steppe kehrt wieder Frieden ein, und auch die Tiere werden wieder freigegeben.

Buch, Spiel und Tanz

Die Montagsgruppe setzte diese Geschichte nun auch in ein richtiges Buch mit Bildern und dem entsprechenden Text auf jeder Seite um. Vorwiegend wurden Wasserfarben benutzt, aber auch Scherenschnitte von Tieren wurden eingearbeitet. In den letzten Wochen waren die Kinder und Eltern schon so neugierig darauf, dass die Erzieherinnen einen digitalen Bilderrahmen im Kindergarten aufstellten. Stolz erklärten und zeigten die Kinder immer wieder, was sie für dieses Buch gestaltet hatten.

Afrika im Leben integriert

Bei dem Schauspiel aus Afrika treten etwa 70 Kinder in ihren Tier-Kostümen auf. Und auch die Touristen wurden nicht vergessen - die werden vor allem von den Kleinsten aus der Krippe dargestellt. Wie sehr sie sich bei ihren Arbeiten mit den Kindern in Afrika identifizierten, wird sichtbar beim Pausenbrot: in letzter Zeit kommt dort auch immer mal wieder Hirsebrei oder Maisbrot in die Vesperbox.

Auch für die Festbesucher wird es am Sonntag ab 14 Uhr als besondere Spezialität "Chakalaka-Salat" geben und bei den Getränken kann "Affentrunk" (Bananensaft), "Lion King" (Bitter Lemon mit Sirup) und "Moringa" (Limetten und Rohrzucker) genossen werden. Für die Kinder ist auch eine Spielstraße eingerichtet und die "fidelen Weisbrunner" spielen zur musikalischen Unterhaltung auf.