Ein besonderes Fest für den kleinen Breitbrunner Ortsteil Kottendorf mit seinen rund 100 Einwohnern war die Segensfeier für die neue Tragkraftspritze der Feuerwehr. Pfarrer Martin Wissel nahm die kirchliche Segnung der mit Blumen geschmückten neuen "Tragkraftspritze PFPN 10-1000" vor.

Im Vorfeld hatte die Feuerwehr Breitbrunn, allen voran der Kommandant Alfons Griebel sowie, als Vorsitzender des Feuerwehrvereins, Udo Schmitt-Drechsler zu einer Schauübung eingeladen.Über dieses Fest freuten sich Groß und Klein, denn solch eine Einweihungsfeier gab es in Kottendorf zuletzt vor 52 Jahren.

Die FFW Kottendorf rückt bei Lösch-Einsätzen noch immer und gerne mit Traktor und Tragkraftspritze an. Sie kommt so wesentlich leichter an unwegsame Stellen, die man mit einem großen Feuerwehrauto nicht erreichen kann.

52 Jahre im Dienst

Die Gemeinde Breitbrunn kaufte für den Ortsteil Kottendorf in diesem Jahr eine neue Tragkraftspritze, da die alte Spritze aus dem Jahre 1962 immer wieder Probleme bereitete. Nach 52 Jahren Löscheinsatz hat sie damit nun ausgedient. Die neue Tragkraftspritze konnte problemlos in den vorhandenen Tragkraftspritzenanhänger eingepasst werden.

Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Freie Wähler) meinte bei der Feier, "Gottes Schutz und Segen ist uns ganz wichtig, den brauchen wir auch bei allen Einsätzen". Sie lobte die Kottendorfer Wehr, deren Ausrüstung sich immer in einem gepflegten Zustand befinde, das werde bei allen Inspektionen durch die Feuerwehr-Aufsicht bestätigt.
In ihrer Ansprache, die bis zu den Feuerlöscheinheiten bei den alten Ägyptern und Römern zurückgriff, berichtete die Bürgermeisterin auch über die Löschordnungen, die von der königlich bayerischen Regierung Mitte des 19. Jahrhunderts erlassen wurden.

In Breitbrunn wurde die Freiwillige Feuerwehr Bühls Angaben zufolge im Jahr 1875 mit als eine der ersten Wehren im damaligen Landkreis Ebern gegründet, Lußberg und Kottendorf folgten ein Jahr später, also vor 138 Jahren. So wurden erste Spritzen und Pumpen angeschafft, die noch mit Muskelkraft funktionierten. In Kottendorf stehe sogar noch die erste Pumpe, angeschafft 1876.

"Außerordentlich froh"

Seit dieser Zeit gebe es Bürger, die sich über Jahrzehnte für den freiwilligen und ehrenamtlichen Dienst für die Allgemeinheit, einsetzen. "Ihre langjährige Arbeit ist für uns alle von unschätzbarem Wert", sagte die Bürgermeisterin. Und sie sei "außerordentlich froh, dass wir für alle Ortsteile gute Kommandanten gefunden haben".
Die technische Ausrüstung sei als Handwerkszeug sehr wichtig.

Dafür habe der Gemeinderat in den zurückliegenden Jahren Sorge getragen. So wurden für Lußberg und Kottendorf neue Schutzanzüge "Bayern 2000" angeschafft , die die olivgrünen Uniformen "Bayern 2" ablösten.
Für Kottendorfs kleines Feuerwehr-Haus, das ein breiter Riss durchzieht, müsse auch ein neuer Weg gefunden werden. "Voraussichtlich", so Bühl, "erfolgt in den kommenden Jahren ein Neubau." Die Feuerwehr Breitbrunn erhalte nächste Woche ein neues Löschfahrzeug (MLF).

Das Lußberger Auto wurde nochmals repariert, aber auch für Lußberg sei in den kommenden Jahren - sofern die Feuerwehr dort noch aktiv ist - ein neues Auto geplant. Bühl: "Damit haben wir dann für die nächsten Jahrzehnte unsere Feuerwehr neu ausgestattet."

Eine zusätzliche Herausforderung, auch kostenmäßig, sei der Digitalfunk. Die Gemeinde Breitbrunn nehme am Probebetrieb teil und der Gemeinderat habe zur Anschaffung gemeinsam mit dem gesamten Landkreis die Geräte bereits bestellt.