So ein Dusel, dass die Feuerwehr schon da war: Im Rathaus ging es am Montagabend um zwei Brennstellen. Die waren aber harmlos, denn der Marktgemeinderat beriet über zwei Straßenlampen, die in Sendelbach einen neuen Anschluss benötigen, weil zwei Hausbesitzer ihr Obergeschoss ausbauen möchten, weswegen die bislang genutzten Dachständer abgebaut werden müssen.

Deswegen verlegt das Bayernwerk 200 Meter Kabel neu, was der Gemeinde 5100 Euro kostet. Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) erhielt dazu den Auftrag, beim Bautrupp nachzufragen, ein paar zusätzliche Meter zu verlegen, um "unsere Weltstadt Sendelbach", so Willi Andres (CSU), ordentlich zu verkabeln.

Die Feuerwehrleute waren eigentlich wegen anderer Themen zur Sitzung gekommen. Es ging den Kauf von Ausrüstungsgegenständen sowie neue Abrechnungssätze bei technischen Einsätzen. So erklärte Kommandant Jonas Ludewig die Notwendigkeit eines Trockenschrankes für die Atemschutztechnik. "Es ist notwendig, dass Masken und Lungenautomaten, die nach einem Einsatz gereinigt werden, gleich trocknen, damit sich kein Schimmel bildet oder Bakterien ansammeln."

Die Gerätschaften würden in so einem Trockenschrank, der um die 4000 Euro kostet, auch desinfiziert. Bei 21 Geräteträgern würden im Jahr zwischen 70 und 80 Masken benötigt, rechnete Ludewig vor und überzeugte damit die Marktgemeinderäte, deren Reihen gelichtet waren, da einige Mitglieder mit dem Faschingsaufbau im benachbarten Marktsaal beschäftigt waren, andere sich komplett zurückzogen.

Ein Feuerwehr-Thema, das dem Bürgermeister auch auf den Nägeln brennt, ist der Kostenersatz bei technischen Einsätzen, "nicht bei Lebensrettungen" - worüber es "schon aweng eine Diskussion in der VG-Versammlung gegeben hat, weil in den zurückliegenden Jahren nichts abgerechnet wurde, was ein Prüfer aus München moniert hat", wie Bürgermeister Sendelbeck sagte.

"Deswegen ging der Gemeinde eine Menge Geld durch die Lappen", rechnete Sendelbeck vor und schob dem zuständigen Sachbearbeiter den "schwarzen Peter" zu. "Das waren für einen Mähdrescher-Brand 1500 Euro und beim Ölunfall vor dem Pfarrhaus 600 Euro."


Kostensätze laut Ministerium

Die technischen Einsätze in den Jahren 2013, 2014 und 2015 werden nachträglich zu den alten Sätzen noch in Rechnung gestellt, die neue Satzung und Kostensätze segnete der Gemeinderat nun am Montag ab und sie tritt mit ihrer Veröffentlichung in Kraft, hatte VG-Geschäftsleiter Ernst Haßler in der Sitzungsvorlage geschrieben. Diese Sätze gelten im Übrigen auch in Ebern und Pfarrweisach. Eine Zahl daraus: Ein Fehlalarm kostet künftig 500 Euro.

Die Anpassung, ergänzte Jonas Ludewig, beruht auf Vorschlägen des Innenministeriums und die Abrechnung erfolgt im Stundentakt. So 24 Euro pro Feuerwehrmann und Stunde, bei einer Sicherheitswacht beträgt der Stundensatz 20 Euro.

Als erste positive Folge der Baunach-Allianz bezeichnete Bürgermeister Sendelbeck den Gemeinschaftskauf von Feuerwehrspritzen. Ersetzt werden heuer die Spritzen der Wehren in Losbergsgereuth und Treinfeld, die mitunter schon 60 Jahre alt oder nicht mehr funktionstüchtig sind. "Als wir die Treinfelder Spritze angeworfen haben, ist das Öl nur so gespritzt", berichtete Ludewig.

2018 werden die Spitzen in Sendelbach und Rentweinsdorf ersetzt. "Durch die Sammelbestellung unter der Federführung der FFW Untermerzbach kosten die zwischen 10 000 und 11 000 Euro, wozu es 4700 Euro Zuschuss gibt. "Allein die Reparatur in Treinfeld wird auf 6000 Euro geschätzt", wusste Ludewig.


Wo bleibt das schnelle Internet?


Unklarheit herrschte im Rat, ob alle Gemeindeteile nunmehr ans schnelle Internet angeschlossen sind. "Versprochen war's vor Weihnachten, laut Vertrag war die Telekom bis Ende Januar dazu verpflichtet", zuckte Sendelbeck. "Aber da waren bei den Baufirmen ja lauter Ausländer im Einsatz, und die Telekom kommt jetzt nicht nach."

Ludwig Bock (ÜWG) drängte auf ein Nachhaken. "Was sollen wir denn dena Leut' sagen? Dass wir's auch ned wissen?" Auch beim Bürgermeister sind schon viele Beschwerden angekommen, wie der zugab. Auch die Nachfragen unserer Zeitung am gestrigen Dienstag ergaben keine neuen Erkenntnisse.

Alle Ämter niedergelegt hat Dritter Bürgermeister Armin Schätzlein (CSU). Mit Schreiben vom 12. Januar teilte der Treinfeld mit, dass aus "gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist", den Anforderungen dieser Ämter gerecht zu werden. Details wussten auch Kollegen aus seiner CSU-Fraktion ncht. Der Marktgemeinderat nahm das Rücktrittsgesuch an. Als Listennachrücker wird nun Stefan Horn aus Treinfeld befragt, ob er die Nachfolge antreten will. Nächste Nachrückerin wäre Simone Berger aus Salmsdorf. Ein neuer Dritter Bürgermeister wird dann gewählt werden, wenn das Gremium wieder komplett ist.

Ein Millionenprojekt auf den Weg gebracht: Für die Brückenneubauten zwischen Gräfenholz und Sendelbach läuft die Ausschreibung, teilte Bürgermeister Willi Sendelbeck bei der Sitzung des Marktgemeinderates am Montagabend mit. "Das könnte heuer noch klappen, im Staatsanzeiger steht die Maßnahme jetzt drin." Bei der Straßen- und Brückenerneuerung im Baunachgrund müssen Vorgaben des Naturschutzes beachtet werden. So muss beim Zeitplan auf den Wiesenknopf-Ameisenbläuling geachtet werden, für die Fledermäuse, die unter den Brücken lebten, werden Kästen aufgehängt, weiß Sendelbeck aus den Vorbesprechungen, die auch hohe Zuschüsse versprechen.