Die Auferstehung auf 20 Quadratmetern ziert seit Ostern die St.-Ägidius-Kirche in Kirchaich. Die großflächige Ikonen-Darstellung verleiht dem Kirchenraum eine neue Ausstrahlung und ist für Unterfranken etwas "exotisch".
Möglich wurde die Gestaltung, weil 2016 für die zur Passionszeit anstehende Verhüllung des Kreuzes ein eigener Mechanismus angebracht wurde. Die Kreuzverhüllung war zuvor immer ein aufwändiger Akt. In Kirchaich wurde nämlich die neue "über" die alte Kirche gebaut. Die Giebelfassade der alten Kirche bildet so quasi den Hochaltar und trägt eine große Kreuzigungsgruppe. Durch die neue Vorrichtung war nun die Verhüllung einfacher; umgesetzt wurde eine Idee, die Gerhard Steinhäuser lange beschäftigte. "Nicht immer auf die Kreuzigung schauen, sondern auch die Auferstehung hervorheben, gerade zur Osterzeit", erklärte er bei einem Treffen in der Kirche.
Steinhäuser ist Zahnarzt und hat privat eine starke künstlerische Ader. Sein Herz schlägt für die Ikonenmalerei, immer wieder nimmt er an Workshops bei Elisabeth Riederer in Beilngries teil. Sie hat sogar schon für Papst Benedikt gemalt. Sie genehmigte Steinhäuser auch, ihre Auferstehungs-Ikone in Kirchaich zu verwenden. So entstand eine vier mal fünf Meter große Leinwand, die bis Pfingsten die Osterzeit in der Ägidiuskirche verdeutlicht: Der Tod wird bezwungen, die Toten steigen aus den Gräbern.