Zum 22. Mal finden am Samstag und Sonntag, 24. und 25. Juni, die "Architektouren" der Bayerischen Architektenkammer statt. "Die Besichtigungstermine am letzten Juni-Wochenende haben sich zu einer Attraktion für Architekturinteressierte entwickelt. Sie bieten eine einmalige Gelegenheit, mit Architekten sowie mit Bauherren und Nutzern vor Ort ins Gespräch zu kommen", erläutert Christine Degenhart, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer.

Die Aktion, die unter dem Motto "Architektur schafft Lebensqualität" steht, ist Teil des bundesweiten "Tags der Architektur" Insgesamt 221 architektonisch bedeutsame Objekte in Bayern können dabei besucht werden. Mit dabei sind auch das neue Hallenbad in Ebern, das Gemeinschaftshaus in Stöckach und das Mehrgenerationenhaus in Mechenried.


Optimal ausgerichtet

Das Landratsamt Haßberge war Bauherr der neuen Schwimmhalle in der Georg-Nadler-Straße in Ebern, die zu einem Vorzeigeobjekt für das Haßfurter Architekturbüro BaurConsult wurde. Eine Führung wird am Samstag, 24. Juni, um 14 Uhr angeboten.

Der Neubau am neuen Standort ist der Beschreibung zufolge optimal nach Südwesten orientiert, fügt sich selbstverständlich und maßstäblich in den städtebaulichen Kontext ein.


Zweierlei Bestimmungen

Die beiden Anforderungsprofile an das Schwimmbad, einerseits die Doppelübungsstätte nach Sportstättenempfehlung, andererseits die öffentliche Nutzung nach den Bäderrichtlinien, wurden im Neubau so synergetisch wie möglich kombiniert. Alle Funktionseinheiten sind im Erdgeschoss angeordnet.

Die Schwimmhalle selbst beherbergt das 25-Meter-Becken und einen Kinderspielbereich, der wiederum in ein Kleinstkinderbecken (Planschen, Wassergewöhnung) und in einen Bereich für etwas größere Kinder gegliedert ist ("Splash-Pads", Wasserspiele, Eimer und Spritzen.

Um die Becken herum gibt es Sitzgelegenheiten und einen Liegebereich an der Südwestfassade. Eine Sitzbank gewährleistet die notwendige Abtrennung zwischen dem Kinderbereich und dem Nichtschwimmerteil des Beckens.
Die Schwimmhalle wurde als Stahlkonstruktion mit Brettschichtholzbindern konzipiert. Den Baukörper umgibt eine lichtdurchlässige Fassadenbekleidung, die in Teilbereichen auch vor den verglasten Flächen des Bades verläuft.


Viel Glas bringt Licht

Durch einen großen Verglasungsanteil in der Schwimmhalle wird eine optimale Tageslichtausnutzung gewährleistet. Die gewählten Materialien haben eine hohe Lebensdauer, sind wenig wartungsintensiv und somit lebenszyklusoptimiert.

Beim Dorfgemeinschaftshaus im Bundorfer Gemeindeteil Stöckach geht es um ein Beispiel für einen mustergültig gelungenen Umbau eines ehemaligen Bauernhauses zu einem Dorfgemeinschaftshaus. Bauherrin war die Gemeinde Bundorf und als Architekt fungierte das Hofheimer Architektenbüro mit den Mitarbeitern Annette Fromm und Heike Eckenweber. Das Gebäude mit einer Nutzfläche von 132 Quadratmetern kann am Sonntag, 25.Juni, von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Ein weiteres Fachwerkgebäude ist das ehemalige Pfarrhaus in Mechenried, das zu einem Mehrgenerationenhaus umfunktioniert wurde. So entstand ein generationenübergreifender zentraler Treffpunkt für Veranstaltungen, Vorträge, Theater und Mittagessen.

Die Gemeinde Riedbach war Träger der Baumaßnahme, die das Architekturbüro Dag Schröder aus Schweinfurt (Mitarbeiter Robert Sahlmüller) ausführte. Das Gebäude hat eine Nutzfläche von 385 Quadratmetern. Es kann am Sonntag, 25. Juni, von14 bis 16 Uhr besucht werden.