Umlegen statt anlegen? Im Anlagenring haben die Mitarbeiter des Stadtbauhofs nach dem Rückert-Denkmal nun auch den Bereich um die Werden-Sein-Vergehen-Skulptur "heimgesucht" und mit Bagger und Kettensäge kräftig Hand angelegt, was für Verwunderung und Aufregung nicht nur bei Anwohnern sorgt.

War erst jüngst beim Bürgerverein mit Missfallen notiert worden, dass sich die jährlichen Kahlschläge häufen, folgte die nächste Radikalkur in der Anlage, die die nach dem Schulrat und Vorsitzenden des Ortsverschönerungsverein Karl Hoch benannt und in den Jahren von 1929 bis 1932 in Zusammenarbeit von Stadt, Verschönerungsverein und Bevölkerung angelegt wurde.

"Früher hat sich jedes frisch vermählte Eberner Ehepaar dort voller Stolz fotografieren lassen", erinnert sich eine Anwohnerin. "Jetzt kommen schon lange Hochzeiter mehr."

Von den aktuellen "Pflegemaßnahmen" erhofft sie sich keine Verbesserungen. Sie rezitiert dagegen das Gedicht "Vom Bäumlein, das andere Blätter hat gewollt" von Friedrich Rückert und kommt zum Schluss: " Die Bäumlein in der Karl-Hoch-Anlage werden sich sehr bemühen müssen, um bis zum Mai überhaupt ein paar Blätter zu haben."

Es gibt auch Stimmen im Stadtrat, die die Vorgehensweise der Arbeiter mit der Zielsetzung rechtfertigen, da "nicht jedes Jahr ein paar Ästchen abgezwickt werden können". Deswegen sei es zeitlich wie finanziell besser, "einmal groß ranzugehen", wie es einer formulierte.