Was tun, um Autofahrern zu verklickern, dass hier viele Schüler unterwegs sind und man deswegen vom Gas gehen sollte? Verkehrsschilder und Polizeikontrollen seien eher ungeeignet, wie Tobias Kern erklärt. Er ist bei der Eberner Polizei zuständig für die Verkehrserziehung und hat seine Erfahrungen gemacht: Verkehrsschilder würden nur bedingt wahrgenommen oder gar ignoriert, Kontrollen zeigten zwar Wirkung, aber eben nur temporär.

Deswegen schlug der Polizist bei der Stadt Ebern vor, zu einer ungewöhnlichen Methode zu greifen: Die Schüler sollten ganz einfach selbst auf sich aufmerksam machen. Und zwar, indem sie mit bunter Kreide die Straße vor ihrer "Schultür" bemalen. Denn häufig sind es laut Kern sogar die Eltern der Schulkinder, die im Straßenverkehr vor den Schulen nicht immer besonders rücksichtsvoll unterwegs sind. Wenn dann die eigenen Kindern auf "ihre" Situation aufmerksam machen, zeige das mehr Wirkung, als wenn eine staatliche Autorität den Zeigefinger erhebt. Die Idee dazu stamme von einem Polizeikollegen aus Regensburg und wurde dort bereits erfolgreich umgesetzt.

Wie Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) gestern informierte, sind zwei Termine vorgesehen: Am Montag, 17. Oktober, wird von 14.30 bis 16 Uhr der Belag der Nikolaus-Fey-Straße bunt bemalt, wo einige Grundschüler zur Mittagsbetreuung der AWO hingehen. Am Donnerstag, 20. Oktober, ist von 14 bis 16 Uhr die Georg-Nadler-Straße direkt vor der Grundschule dran. "Bei Regen legen wir kurzfristig Ersatztermine fest", sagte Hennemann, weil die Straßenmalerei bei schlechtem Wetter wenig Sinn macht. Weitere Malaktionen könnten folgen, eingeladen dazu sind auch die Anwohner.