Das Museumsjahr im Heimatmuseum Ebern hält für das Jahr 2015 einige spannende Ausstellungen bereit. Hatte sich der Bürgerverein im letzten Jahr mit seinen Veranstaltungen mehr auf die "xaver-mayr-galerie" konzentriert, um diese als neue Ausstellungsräume zu etablieren, so läuft in diesem Jahr wieder "alles wie immer", erklärt Museumsleiter Ingo Hafenecker.

Deshalb eröffnet das Museum das Ausstellungsjahr wie immer mit einer großen Sonderschau. Die beschäftigt sich mit dem Handwerk des Zinngießens und der Eberner Zinngießer-Familie Stäber. Die Brüder Wilhelm und Fritz Stäber waren die letzten, die in Ebern in diesem Handwerk tätig waren. Nun ist es dem Museum möglich, dank einer Spende der Familie die Geschichte der Zinngießer anhand der Familie Stäber in einer eigenen Ausstellung zu beleuchten. Diese Ausstellung beginnt am Sonntag, 1. März, und dauert bis 26. April. Die Familie Stäber nutzt, wie Spender Konrad Stäber bei einem Besuch im Museum erklärte, "den Sonntag gleich für ein Familientreffen."

Aquarelle von Schütz

Ab 29. März ist auch die Galerie geöffnet. "Das Jahr eröffnet unser Willi Schütz", erklärt Schriftführer Stefan Andritschke, der sich federführend um die Galerie kümmert. Das Hauptaugenmerk liegt diesmal auf den Aquarellen des Jagdmalers. "In diesem Fach war Schütz ein Meister", stellt Stefan Andritschke fest, der sich intensiv mit den Werken des Tier- und Jagdmalers auseinandergesetzt hat. Kennzeichnend dafür sei die Art, wie Schütz mit dem Handwerkszeug umging. So deute er die Landschaften selbst nur an, setze das Tier mit gekonntem Pinselschwung in Szene und porträtiere es "in seiner ganzen angespannten Präsenz und leichten Eleganz." Durch diese Art entstehe besondere Lebensnähe. Wer sich davon selbst überzeugen will hat zwischen dem 29. März und dem 24. Mai Gelegenheit dazu.

Im weiteren Jahresverlauf sind in der Galerie noch drei andere Ausstellungen geplant. Eine davon wird der Foto-Creativ-Kreis Ebern bestreiten, der ebenfalls ein kleines Museum in der Galerie unterhält.

Künstler aus Franken

Bei den beiden anderen Ausstellungen werden Künstler aus dem Fränkischen die Möglichkeit erhalten, ihre Werke zu präsentieren. Es wird dies zuerst Georg Baier aus Herzogenaurach sein, der "sehr witzige und hintergründige Bilder malt", wie Stefan Andritschke erklärt. Später im Jahr, zum 25. Jubiläum der Wiedervereinigung, wird die gebürtige Maroldsweisacherin Andrea Thema, die jetzt in Burgthann bei Altdorf lebt, eine Ausstellung zu diesem Jubiläum gestalten.

Der Krieg aus Eberner Sicht

Aber auch im Heimatmuseum selbst ist nach den Zinngießern noch einiges geplant. So will der Bürgerverein, der das Museum betreibt, Mitte des Jahres in Zusammenarbeit mit der VHS Ebern eine Ausstellung mit Postkarten organisieren, und in der zweiten Hälfte, anlässlich des 100. Jahrestages des Ersten Weltkrieges, versuche man, diesen monumentalen Krieg anhand von Schicksalen und Erlebnissen Eberner Bürger darzustellen.
"Wir wollen nicht den gesamten Krieg zum Thema machen. Das wird viel zu groß für uns. Aber wir wollen mal sehen wie es den Eberner Soldaten erging und vielleicht auch was zu dieser Zeit in Ebern los war", erklärt Ingo Hafenecker. Zu diesem Thema würden sich die Verantwortlichen freuen, noch Leihgaben aus der Eberner Bevölkerung zu erhalten.

"Wenn Sie noch etwas daheim haben, eine Unifom, Fotos, Orden, Tagebücher oder andere Andenken der damaligen Soldaten", bittet Hafenecker, "stellen Sie sie uns bitte zur Verfügung." Aber nicht nur Andenken der Soldaten, alles was aus der Zeit des "großen Krieges" stammt und einen Einblick geben kann, "wie Eberner den Krieg an der Front und in der Heimat erlebt haben", ist erwünscht.

Natürlich wird die Ausstellung noch durch Gegenstände aus dem Fundus des Museums ergänzt. Doch je mehr und je vielfältiger die Ausstellungsstücke sind, die dem Museum zur Verfügung stehen, desto plastischer wird natürlich die Ausstellung selbst.

"Nacht der Kultur"

Zudem wird sich das Museum Anfang September an der "Nacht der Kultur", organisiert von der Stadt Ebern, beteiligen. Und auch sonst wird im Lauf des Jahres noch die eine oder andere Aktion stattfinden, versichert Hafenecker: "Wir sind sehr rührig und bemühen uns immer darum, Leben in unser Museum, die Galerie und damit auch in die Stadt zu bringen."