Draußen fiel der erste Schnee, drinnen erklangen in der vollbesetzten Rathaushalle die Saiten der "Haßfurter Stubenmusik". Zither, Harfe und Bass - so lieblich waren die Musik und der Gesang von Jochen Hutzel, seinen Töchtern Judith und Ruth Hutzel sowie seines Schwiegersohns Michael Weisel, dass die Zuhörer ein wenig vom Zauber der Weihnacht mit nach Hause nehmen konnten.

"Es war einfach wunderbar, so schön, dass ich jetzt ganz sprachlos bin", erzählte Brigitte Schneider aus Haßfurt am Ende des Konzerts. "Mir ist die Musik sehr zu Herzen gegangen. Judith und Ruth Hutzel haben wunderbare Stimmen, mir gefällt die Vielfalt der Instrumente, wobei die Zither mein Lieblingsinstrument ist, und außerdem war das Programm so herrlich vielseitig."

Mal wieder Kind sein...

Dem konnte Gisela Ruder aus Haßfurt nur zustimmen. "Mir hat es sehr gut gefallen. Ich bin begeistert von der Musik und dem Gesang. Vor allem war der Abend dazu angetan, einmal alles andere zu vergessen; ja, man konnte einmal wieder Kind sein und sich vom Zauber der Musik und des Weihnachtsfestes gefangen nehmen lassen. Jeder Mensch braucht doch auch einmal die Möglichkeit, ruhig zu werden, und das hat dieses Konzert mir ermöglicht."

Jochen Hutzel (Zither, Gitarre, Querflöte, Gesang) freute sich angesichts der hohen Besucherzahl. Denn die zeigte wohl, wie sehr die Haßfurter die "Stubenmusik" der Prappacher Familie schätzen, in die ein musisch höchst begabter Zeiler eingeheiratet hat. "Wir spielen zwar in einer Besetzung, die für die oberbayerische Stubenmusik typisch ist. Doch im Gegensatz zu den Oberbayern können wir es uns leisten, auch andere Musik auf diesen Instrumenten zu spielen", sagte er.

Weltmusik trifft Tradition

So erklangen neben Instrumentalmusik und Gesängen aus Oberbayern fränkische, irische, russische und schwedische Weihnachtslieder.

Landler, Menuette und Jodler mischten sich mit Solostücken für Zither oder Harfe sowie bekannten Melodien wie "Maria durch ein‘ Dornwald ging", "Es ist ein Ros entsprungen" oder "Fröhliche Weihnacht überall". Immer wieder vereinten sich der helle Tenor von Jochen Hutzel und die tiefe, sonore Stimme von Michael Weisel (Kontrabass) mit dem lieblichen, zweistimmigen Gesang von Judith Hutzel (Harfe) und Ruth Hutzel (Hackbrett, Akkordeon).

Außerdem wechselten die Besetzungen bei der Liedbegleitung mehrfach, so dass das Konzert von den unterschiedlichen Klangfarben lebte.

Aber auch die Gäste erhielten die Gelegenheit, bei den Liedern "Leise rieselt der Schnee" und "Alle Jahre wieder" mitzusingen. Weil an diesem Tag der Namenstag des Heiligen Nikolaus war, rezitierte Michael Weisel Theodor Storm "Von drauß‘ vom Walde komm ich her".