Das in die Jahre gekommene Rathaus in Pfarrweisach wird energetisch saniert. Dies hat der Gemeinderat bei der öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend einstimmig beschlossen - nach einer langen Debatte.
Vorausgegangen war Anfang September bereits eine kontroverse Diskussion im Bauausschuss; deshalb wunderten sich einige Gemeinderäte einschließlich Bürgermeister Ralf Nowak, (ULB), dass die Argumente im Beisein von Architekten Günther Pollach nochmals breitgetreten wurden. Es geht um eine Summe von 290 000 Euro, mit der das Rathaus energetisch "aufgepeppt" werden soll.

Der Clou dabei: Die Gemeinde hat von der Regierung von Unterfranken eine Zusage erhalten, die Renovierung im Rahmen des Kommunal-Investitionsförderungsgesetzes (KIP) durchführen zu können, wozu es satte 90 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten gibt. Diese förderfähigen Kosten belaufen sich auf 259 000 Euro, dazu gibt es also 233 000 Euro Zuschuss. Aus heutiger Sicht sieht es so aus, dass an der Gemeinde somit 25 900 Euro "hängen bleiben", plus der 31 000 Euro nicht förderfähiger Kosten.


Erdgeschoss wird frei

Wie Pollach ausführte, soll wegen des Abzugs der Raiffeisenbank aus dem Gebäude das Bürgermeisterzimmer vom Obergeschoss in die Bankräumen des Erdgeschosses verlegt werden. Im Obergeschoss bleiben das Trauzimmer, der Sitzungssaal, das Gemeindearchiv und die Sanitärräume.

Die Arbeiten umfassen die komplette Dämmung der Außenfassade, die Dämmung des Dachbodens und den Einbau einer neuen Heizungsanlage im Pellet-System. Besonders stolz ist der Bürgermeister auf die Schaffung eines Jugendraumes im ehemaligen Feuerwehrhaus (im Erdgeschoss des Rathauses). Mit der Jugend der Gemeinde habe er sich darüber schon unterhalten - sie sei mit dem Raum einverstanden. Wie Pollach sagte, könne nur eine kommunale Nutzung bezuschusst werden. Dazu zähle leider nicht der Einbau eines Dorfladens, wie vom Dritten Bürgermeister Klaus Dünisch (KUL), angesprochen. Bürgermeister Nowak berichtete von einem Gespräch bei der Regierung von Unterfranken wo man ihm gesagt habe, dass ein Dorfladen bei so einem Programm "nicht möglich" sei.

Auf die Euphoriebremse trat Zweiter Bürgermeister Rüdiger Kuhn, der sich mit einer Sanierung nicht anfreunden konnte: "Für die paar Stunden, die der Bürgermeister in seinem Zimmer verbringt, ist das rausgeschmissenes Geld", urteilte er. Und weiter: "Müssen tun wir gar nichts. Wir können das Gebäude auch zusperren - und fertig". Wegen des Jugendraums befürchtete Kuhn nächtliche Ruhestörungen - "und das mitten im Dorf".


Chance für die Jugend

Dagegen fand Christoph Göttel (ULB) den Jugendraum "klasse". Zudem könne mit den modernen Möglichkeiten des Schallschutzes viel erreicht werden. Seiner Meinung nach sollte man die Chance anpacken, denn seit Jahren suche man in Pfarrweisach einen geeigneten Jugendraum. Wie Göttel fanden die meisten Gemeinderäte, man solle die Chance nutzen und das Rathaus mit staatlichem Zuschuss "auf Vordermann bringen"; denn, so Nowak, "wenn wir das nicht machen, müssen wir es vielleicht in einigen Jahren dann mit viel eigenem Geld renovieren", oder abreißen.

Um der Diskussion ein Ende zu setzen stellte Martin Kuhn (FW) einen Geschäftsordnungsantrag auf Ende der Diskussion, mit dem das Gremium einverstanden war. Die anschließende Abstimmung ergab, dass die vorgelegte Planung gebilligt wurde und die Verwaltungsgemeinschaft beauftragt wird, den Förderantrag bei der Regierung zu stellen. Die Zustimmung erfolgte einstimmig.

Einen zweiten Geschäftsordnungsantrag auf Ende der Debatte stellte beim nächsten Beratungspunkt Zweiter Bürgermeister Kuhn, als es um das Architektenhonorar für die energetische Sanierung des Rathauses ging. Vor allem Josef Kneuer, Markus Oppelt (beide CSU) und Christoph Göttel fanden die Honorarsumme in Höhe von 37 000 Euro bei einem Kostenvolumen von knapp 300 000 Euro zu hoch. Zu dem Architektenhonorar kommt noch eine Fachplanung für die Heizung in Höhe von 10 000 Euro dazu, informierte Pollack, wodurch sich das Honorar auf 47 000 Euro addiert.

Stefan Hofmann vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft in Ebern sagte, die Honorare seien deutschlandweit in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) geregelt - daran gebe es nichts zu rütteln. Trotzdem kam eine längere Diskussion auf, die Rüdiger Kuhn mit seinem Geschäftsordnungsantrag beendete. Die anschließende Abstimmung ergab, dass der Architekt das geforderte Honorar bekommen wird. Drei Gegenstimmen blieben.