Eines der Themen bei der Bürgerversammlung in Sand war die Versorgung des Gemeindegebietes mit schnellem Internet-Anschluss. Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) hält, wie er klar machte, schnelles Internet im Gemeindebereich besonders für Gewerbetreibende wichtig, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Ruß würdigte Gemeinderat Roland Mahr als kompetenten Ansprechpartner; unter seiner Regie als Telekom-Mitarbeiter seien die meisten Internetkabel in Sand verlegt worden. Das Breitband-Fördergesetz hält Ruß für recht kompliziert. Nach den Richtlinien müssen 19 Punkte abgearbeitet sein. Förderung sei nur auf das Gewerbe ausgerichtet, weshalb Sand auch nur Gewerbetreibende anschrieb, um den Bedarf zu ermitteln. Ruß: "Durch eine zielgenaue Planung haben wir jedoch wichtige Vorarbeiten gemacht und damit schon mal eine Hürde genommen." Angestrebt ist eine Internetgeschwindigkeit von mindestens 25 oder mehr Megabit/Sekunde. "Allerdings wird es noch dauern, bis erste Fördermittel zugesagt werden", so Ruß. Auf die Frage von Willi Schütz hin erklärte der Bürgermeister, dass Sand den Weg mit dem Landratsamt beschreite. Es spreche jedoch nichts dagegen, Eigeninitiative zu entwickeln.

Sehr gut besucht war die Bürgerversammlung. Die Sander interessierte das viel diskutierte Hauptthema "Miteinander - Selbstverständlich! Sport- und Kulturzentrum am See".Dabei handelt es sich um den in Sand geplanten Kunstrasenplatz.

Stück für Stück vorangebracht

Bürgermeister Bernhard Ruß erinnerte an die vielen Projekte der vergangenen Jahre von der Kanalsanierung über die Gemeinschaftskläranlage bis zur Schul- und Kindergartensanierung: "Das alles hat unsere Gemeinde Stück für Stück vorangebracht." In dem Zusammenhang sei auch das Sport-und Kulturzentrum am See zu sehen - es sei ein gewichtiges Argument für die Wohngemeinde Sand. Zumal die Sanierung des Sportgeländes mit den gemeindeeigenen Sportplätzen unumgänglich ist. Ausführlich erinnerte Ruß an die Vorgeschichte, bis zur Aufnahme in das Leader-Programm; Eile sei geboten gewesen. Der Bau eines Kunstrasenplatzes wurde mit rund 350.000 Euro veranschlagt. Man habe es geschafft, sagte Ruß stolz, dass Sand für ein "Sport-und Kulturzentrum am See" rund 147.000 Euro zugesagt wurden.

Ruß erläuterte, dass die Gemeinde als Eigentümer des Platzes Herr des Verfahrens sei. Die Buchung des Platzes erfolge ausschließlich über die Gemeinde, genützt werden dürfe und solle der Kunstrasenplatz auch durch andere Vereine der Region. Mögliche Nutzer sind für Ruß Campinggäste, Grund- und Ganztagesschule, Feuerwehrjugend, Lebenshilfe Augsfeld oder auch auswärtige Fußballvereine. "Auch der FC Sand muss Nutzungsgebühren zahlen." Ruß ist überzeugt, dass der Kunstrasenplatz die Attraktivität der Gemeinde Sand steigern würde.

Die Kosten spalteten die Meinungen. Zweiter Bürgermeister Gerhard Zösch, Verfechter für den Kunstrasenplatz, erinnerte an eine CSU-Fahrt nach Rimpar; der dortige Kunstrasenplatz habe 600.000 Euro verschlungen. Gemeinderat Robert Wagner sprach gar von 700.000 Euro, die man sich auf keinen Fall leisten könnte.

Festpreis mit Firma ausgemacht

Dem hielt Ernst Heurung, Finanzvorstand des FC Sand, entgegen, dass Sand einen Festpreis mit der Firma ausgemacht habe - bei zehnjähriger Garantie. Otto Schmitt und Otto Krines meinten übereinstimmend: "Nur den Sandplatz für 100.000 Euro zu sanieren, bringt doch nichts. Wir sind in Sand doch nicht rückständig. Ein Kunstrasenplatz hat eine andere Qualität und ist Motivation für die Jugend". Günther Flachsenberger unterstrich: "Ich sage: Ein Kunstrasenplatz wird keine 300.000 Euro kosten." Armin Kühnert betonte: "Das jetzige Sandspielfeld ist ein Schandfleck in der Gemeinde Sand. Wenn die finanziellen Voraussetzungen gegeben sind und die Chance besteht, einen Kunstrasenplatz anzulegen, sollte man das tun. Ebenso wie ein schnelleres Breitband-Internet würde ein Kunstrasenplatz die Attraktivität der Gemeinde ungemein steigern."

Bürgermeister Bernhard Ruß gestand zu, dass es bei der Investition in einen Kunstrasenplatz mit Sicherheit eine Schmerzgrenze geben werde, jedoch: "Wir sind nicht auf Rosen gebettet, aber wir kommen bei der derzeitigen Entwicklung der Steuer-und Einnahmekraft auch nicht in finanzielle Turbulenzen, wenn wir uns den Kunstrasenplatz leisten." Ruß hofft, dass in der nächsten Gemeinderatssitzung beschlossen wird, die Planungen voranzutreiben.

Planungen für 875-Jahrfeier

Bürgermeister Ruß sprach auch die 875-Jahr-Feier 2014 an. Die Gemeinde will einen Kalender herausbringen, in dem alle Festaktivitäten aufgelistet sind. Das Jahr ist mit vielen Höhepunkten gespickt: vom Neujahrsempfang auf dem Kirchplatz über Konzert- und Musikveranstaltungen bis zum 12-Uhr-Läuten im Bayerischen Rundfunk, einem Besuch des Bischofs Friedhelm am Sonntag nach dem Fest des Kirchenpatrons St. Nikolaus bis zum Gemeinschaftsfeuerwerk aller Sander am letzten Tag 2014.

Die Bürger äußerten zwei Anregungen. Bernhard Strätz sprach die unbequemen Sperrholzstühle bei Konzerten in der Turnhalle an: "Kann man die nicht mal durch bequemere Stühle ersetzen?" Bernhard Ruß nahm die Anregung ebenso auf wie die von Stefan Rippstein, der zum Überlegen gab, ob man nicht durch eine Skulptur oder ähnliches auf die frühere Korbmacherei in Sand hinweisen könnte. Ein "Sander Raser" als "Denkmal" für die Korbmacherei? Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Korbflechterei bereits durch die Rattan-Sitzgelegenheiten auf den neugestalteten Kirchplatz gewürdigt wurde.