Sowohl bei den Besuchern der Genussmesse "Kulinea" als auch bei den Ausstellern war die Stimmung am Wochenende positiv. Gastronomiebetriebe und Lebensmittelhersteller sowie die Direktvermarkter aus der Region präsentierten den Gästen in der Zeiler Mehrzweckhalle am Tuchanger ihre Produkte. "Bis jetzt kommen sehr viele Leute, es wird wirklich gut angenommen", sagte Nadine Rippstein.

Als Sander Weinprinzessin schenkte sie am Stand des Abt-Degen-Weintals fränkische Weine aus. Auch Johanna Berninger, die Weinprinzessin des Abt-Degen-Weintals, betonte: "Die Leute sind gut drauf und fühlen sich wohl." Die Räumlichkeiten in der Zeiler Mehrzweckhalle seien gut für die Veranstaltung geeignet, bisher habe sie noch keine negative Meinung gehört. Positiv bewertete sie auch die Vielfalt auf der Messe. "Es ist für jeden was dabei."

Auch der Zeiler Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) bezeichnete die Kulinea als insgesamt gelungene Veranstaltung. Er habe durchaus positive Rückmeldungen bekommen. "Wichtig ist, dass wir als Region uns präsentieren", sagte er. "Nach außen hin sollte der Landkreis als Einheit auftreten." Besonders schön findet er, dass auf der Messe Kooperationen verschiedener Unternehmer präsentiert wurden. Hier nannte er den Haßfurter Konfitüren-Hersteller "Maintal", der Weine aus der Region für seinen Weingelee verwendet, oder den Hofheimer Rindfleischproduzenten Auenland, der auf der Messe eine Rindersalami vorstellte, die mit Bier der Zeiler Brauerei Göller veredelt wird.

"Ich sage immer: Wir müssen nicht einkaufen gehen. Wir haben alles am Hof", sagte Hans Dünninger. Dies sei seine übliche Antwort auf die Frage, was seine Kunden bei ihm alles bekommen können. Der Hofheimer Bio-Bauer erzählte, viele Messebesucher kämen zu ihm mit Fragen über vegetarische oder vegane Ernährung. "Da sind wir halt eine Adresse". Er betonte, dass die Verwendung von Bioprodukten keinen Verzicht auf Vielfalt bedeuten muss.

Es gibt Produkte, die sofort mit einem bestimmten Herkunftsland in Verbindung gebracht werden. So denken die meisten Menschen bei Whisky zunächst an Schottland. Umso größer ist die Überraschung, auch auf einer Messe mit regionalen Produkten aus Franken den Stand einer Whisky-Destillerie zu finden. Die Schnapsbrennerei der Familie Sperber im Rentweinsdorfer Ortsteil Salmsdorf existiert seit 1923.


Fässer am Straßenrand

Seit 2000 produziert Sperbers Destillerie Whisky. "Mein Mann war in Ungarn. Dort wurden Fässer am Straßenrand verkauft", erzählte Karola Sperber. So sei die Idee entstanden, einige davon zu kaufen und darin Whisky zu produzieren. Auch viele Besucher der Kulinea waren vom fränkischen Whisky angetan und meinten, er könne mit dem Vorbild aus Schottland durchaus mithalten.

Zwischen Gastronomiebetrieben und Lebensmittelherstellern fand sich auf der Messe auch ein Stand der Unterschleichacher Gärtnerei Summa. Auf die Frage, wie diese ins Konzept einer ansonsten auf Lebensmittel spezialisierten Messe passe, antwortete Nadia Summa souverän: "Es geht ja um Genuss und darum, die Sinne anzusprechen." Daher gehöre auch der Duft von Blumen dazu. Außerdem passten zum Essen auch Tischschmuck und Kräuter, die man in der Gärtnerei bekomme.

Auch an anderen Ständen zeigten sich die Aussteller zufrieden. "Bis jetzt läuft es sehr gut, die Leute sind sehr interessiert. Der regionale Trend ist stark im Kommen", meinte Franziska Endres vom Weiki-Hof in Zell. Die große Auswahl von 30 verschiedenen Apfel- und Birnensorten gehört zu den Besonderheiten des Hofs.
Auch bei "Maintal"-Marmeladen zeigte man sich erfreut über die Besucherzahlen. Es werde gut angenommen und viel probiert. Auch der Bayerische Bauernverband und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten waren auf der Messe vertreten. An deren Ständen konnten sich die Besucher über die richtige Lagerung von Lebensmitteln und gesunde Ernährung aufklären lassen.

Das letzte Wort soll den Besuchern der Veranstaltung gehören. "Wir sind aus Knetzgau und waren damals dort auf der Kulinea. Es ist schön, dass es nach zwei Jahren mal wieder stattfindet", sagte ein Messebesucher.
Auch seine Frau äußerte sich sehr positiv: "Es ist sehr interessant und abwechslungsreich." Zudem lobten beide, dass die regionalen Anbieter im Vordergrund standen, und zeigten sich angetan von der Präsentation der Produkte.

Vor zwei Jahren fand die Kulinea erstmals statt. Damals in Knetzgau in der Franz-Hofmann-Halle. Weil das Gebäude mittlerweile gesperrt ist, zog die Messe heuer nach Zeil um.