"Die Kraft der Farben" sind die Farben des Dieter Kraft. Dies betonte der Ebelsbacher Bürgermeister Walter Ziegler bei der Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung und beschrieb damit treffend die ausgestellten Werke.
Mehr als 80 Besucher drängten sich bei der Vernissage in der Gleisenauer Schlosskapelle. Organisiert und vorbereitet hatte die Ausstellung der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis Ebelsbach. Mit Klangsteinspiel, Flöte und Gesang sorgten Michael Scholl und Angelika Eirich für die musikalische Umrahmung.

Die Bilder können an den Osterfeiertagen sowie am Sonntag, 7. April, jeweils von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Weitere Termine sind nach Absprache mit dem Veranstalter oder dem Künstler möglich.

Bürgermeister Ziegler hob bei der Eröffnung der Ausstellung hervor, dass Dieter Kraft in vielerlei Facetten in der Gemeinde künstlerisch und schöpferisch tätig sei. Seien es früher Theater und Tanz gewesen, widme sich Kraft nun mehr der abbildenden Kunst. Fotografien seien für Kraft allerdings nur die Grundlage für eine weitere Verarbeitung. Dies gebe Spielraum für Interpretationen und Verfremdungen, erklärte er.

Roland Mayer, Erster Vorsitzender des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises, bescheinigte Dieter Kraft, Mitglied der Schweinfurter Radierwerkstatt, ein meisterhaftes Beherrschen der Druckgrafik. Verwirrend lang und schwierig seien die Abläufe und Prozeduren einer Gravur-Produktion. Kraft habe seine Liebe zur Fotografie mit der des Tiefdrucks verbunden. Es ist die Technik eines alten Druckverfahrens, bei dem eine Fotografie auf eine lichtempfindliche Platte kopiert und in weiteren Arbeitsgängen zu einer Tiefdruckplatte entwickelt wird.

Dieter Kraft experimentiere mit Farben, so dass als Titel für die Ausstellung "Die Kraft der Farben" gewählt wurde, fuhr Mayer fort. Der Künstler nehme Abbildungen aus der freien Natur - Blätter, Pflanzen, Wasser, Gestein - als Ausgangspunkt. In der Natur und Umwelt finde er viele Motive. Doch das Wiedererkennen von Schilf, Blättern oder Zweigen spiele keine Rolle, denn Kraft gehe es nicht um die Wiedergabe eines realistischen Abbilds. Er verändere die Bilder so lange, bis sie so aussehen, wie er sie als Künstler sehen will. Scheinbar ähnliche Motive würden mehrmals wiederholt, verschoben, verzerrt, übereinander gedruckt.

Für Dieter Kraft stünden Strukturen wie Gitter, Linien und Flächen im Vordergrund. Um das Ganze noch zu steigern, benutze Kraft eine Technik, die im 19. Jahrhundert sowohl in der Fotografie als auch in der Grafik eine große Rolle gespielt habe: das Kolorieren. Diese Technik setze Kraft völlig konträr als zusätzlichen Verfremdungseffekt ein, so dass der Realitätscharakter endgültig aufgehoben sei. Krafts Werke hätten das ursprünglich Abgebildete überwunden und wollten den Betrachter zum Nachdenken und Meditieren anregen.

Das ist Ziel von Dieter Kraft, der sagt: "Es kommt nicht darauf an, ob die Bilder gefallen oder abstoßend wirken. Ich zeige, was ich empfinde, nicht, was die Leute sehen wollen."