Begeistert war das Publikum von den Darbietungen der "Weisachtaler Blasmusik", die am Wochehende in Maroldsweisach in den Hartlebsaal zu einem "Böhmischen Abend" eingeladen hatte. Dirigent Dimitry Braudo und seine Musiker hatten ein breites und abwechslungsreiches Repertoire böhmischer Musik mitgebracht. Die Moderation übernahm Helmut Beck, der mit verbindenden Worten durch das Programm führte.

Vorsitzender Stefan Hofmann freute sich, in einen voll besetzten Saal blicken zu können, und dann ging es schon mit dem "Gruß aus Böhmen" von Ernst Mosch los. Nicht nur Worte zur Begrüßung, sondern auch eine musikalische Begrüßung, "Grüß Gott Freunde", entbot die Blasmusik mit den Sängern Katja Meißner und Willi Hohmann.


Glänzende Hörner

Erste Bravorufe gab es nach der Fuchspolka zu hören, und bei der "Dejviccianka" glänzten Werner Mildenberger, Gerd-Peter Schmidt, Katja Meißner, Janina Elflein und Andrè Schamberger mit ihren Hörnern. Rufe der Zugabe waren zu hören, als der Walzer "Träumerei" mit einem Klarinettensolo begann. Tosender Applaus entbrannte nach den "Gablonzer Perlen" für die noch sehr jugendlichen Musiker Hannah Düsel, Patricia Schmul, Judith Hennig und Dominik Hepp bei der "Sakvicka-Polka."

Dirigent Braudo hatte zuvor angekündigt, dass das Stück zum Ende Tempo aufnimmt. Ihre "Sololäufe" spulten die Klarinetten im Rekordtempo herunter - danach "Standing-Ovation." Dimitry Braudo bezog das Publikum mit einem "Klatschryhtmus" zusammen mit der großen Trommel von Julius Hellmuth in das Programm mit ein.


Die Jugend ist einfach großartig

Bei den "Weisachtalern", die Kapelle zählt 32 Mitglieder, befinden sich 15 Kinder und Jugendliche in der Ausbildung. Manche wurden schon in die Kapelle integriert. Mit zwölf Jahren ist Andrè Schamberger der jüngste Musikus. Er spielt Tenorhorn und hat im Frühjahr die D1-Prüfung (Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Bronze) absolviert. "Wir legen Wert auf Qualität", sagt Vorsitzender Stefan Hofmann. Die "Weisachtaler" sind Mitglied der Musikschule Ebern, die in diesem Schuljahr erstmals eine Bläsergruppe an der Grundschule in Maroldsweisach installiert hat.

Eine der bekanntesten Polkas ist die "Kuschelrockpolka", die vor allem eine Gruppe aus Ditterswind von den Stühlen riss. Mit dem "Böhmischen Sommer" ging es in eine kurze Pause, bevor der zweite Teil mit dem Marsch "In Vino Veritas" von den "Hergolshäuser Musikanten" eröffnet wurde. Nach und vor einer weiteren "Moschrunde" erzählte Helmut Beck begeistert von einem Besuch von Ernst Mosch im Jahr 1973 in Maroldsweisach. "Das Festzelt war damals mit 2000 Mann brechend voll, und ich hatte die Ehre, mich um die Betreuung von Ernst Mosch zu kümmern."


Ein ganz persönliches Andenken an Ernst Mosch

Als Andenken an diesen Tag habe Rolf Müller aus Allertshausen eine Erinnerungstafel angefertigt. Diese war am "Böhmischen Abend" im Hartlebsaal ausgestellt, und man konnte die Originalunterschrift von Ernst Mosch darauf sehen. Manche brachte Dirigent Braudo in Verlegenheit, als er vor dem Lied, "Mein Herz schlägt nur für dich", die Zuschauer aufforderte, den Nachbarn oder die Nachbarin zu küssen. "Aber nicht das gleiche Geschlecht", witzelte er.

Zweiter Bürgermeister Harald Deringer zeigte seine Begeisterung, indem er spontan zum Mikrofon griff, um das tolle Konzert zu loben. "Ihr habt euch heute selbst übertroffen. Maroldsweisach kann auf euch stolz sein, macht weiter so." Einige Zugaben mussten gegeben werden. Dirigent Braudo sagte, dass böhmische Musik cool und zeitlos wäre, dem schloss er seinen Dank über den guten Besuch und das begeisterte Publikum an. "Bis bald auf Wiedersehen", war die letzte Zugabe die gespielt wurde.

Der Begeisterung nach zu urteilen, werden beim nächsten Konzert sicher wieder viele Besucher der Weisachtaler Blaskapelle ihre Aufwartung machen.