"Das gehört für unsere Familie einfach dazu", sagt Wolfgang Krug. Der Schreiner aus Kraisdorf ist seit 15 Jahren offiziell Mesner im Pfarrweisacher Gemeindeteil Kraisdorf. Doch eigentlich ist er bereits seit seiner Kindheit dabei. Denn sein Vater Alois übte das Amt etwa 45 Jahre lang aus, bis er nach einem Herzinfarkt kürzer treten musste. Davor war Großvater Johann Krug der Mesner und ganz früher Georg Krug.


In vierter Generation

So ist der aktuelle Kirchendiener bereits in der vierten Generation aktiv. Das Mesneramt als Familiensache, die auch Wolfgang Krugs Sohn, der 32-jährige Johannes, einmal fortführen will. "Und die Enkel sind auch schon mit dabei", verrät der Handwerker aus Kraisdorf, der um diese Familientradition kein großes Aufhebens macht.
"Als Katholik fühlt man sich dem Ehrenamt irgendwie verpflichtet, das ist wie ein innerer Antrieb", sagt er, und "das war immer unsere Kirche." Er empfindet das kleine Gotteshaus, dessen 100. Weihetag im vergangenen Jahr gefeiert wurde, "fast wie ein zweites Zuhause".

"Die Krugs haben sich für die Kirche schon immer verantwortlich gefühlt", sagt er. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass Urgroßvater Georg einst als Handwerker maßgeblich am Bau der Kirche beteiligt war. Mobiliar in der Sakristei trägt seine Handschrift.


100-jährige Familientradition

Zur Jahreswende gab es in Kraisdorf also einigen Grund zum feiern: eine hundertjährige Familientradition und natürlich den Abschluss des 100. Jubeljahrs für die Kirche, die dem "Allerheiligsten Altarsakrament" (Weihetag an Fronleichnam) geweiht ist.

Bei einem feierlichen Gottesdienst in der Filiale der Pfarrweisacher Pfarrkirche wurde eine weitere "Dynastie im Dienste Gottes" gewürdigt. Familiensache ist nämlich auch der Dienst an der vor mehr als 60 Jahren eingebauten Orgel. Diese Aufgabe obliegt zurzeit Reinhold Schaad. Dieser wiederum war in die Fußstapfen seines Vaters Karl getreten, der lange Jahre die Gottesdienste in Kraisdorf musikalisch umrahmte.

Die Kirchenverwaltungsmitglieder Elmar Schneidawind und Regine Albrecht überreichten an Krug und Schaad Präsentkörbe. Pfarrer Pater Richard Brütting lobte den selbstlosen Einsatz der beiden Männer und ihrer Vorgänger. Mit ihrem Dienst für Gott und die Gemeinde würden sie Kirche tragen. Der Kirchenbau und sein Erhalt seien die eine Sache, sagte Elmar Schneidawind. Doch ein Gotteshaus wäre ein totes Objekt, wenn Kirche nicht durch tätige Christen mit Leben gefüllt würde.

Der Chor "Maria Magdalena" unter Leitung von Jutta Helbig aus Ebern und die Kirchenmusik Pfarrweisach (Leitung Stefan Lurz) bereicherten die Feier mit ihrer Musik.