Besuch hat sich angesagt. Hartmut Engler kommt zusammen mit seinen Pur-Musikern, Wolfgang Ambros und Klaus Eberhartinger wollen vom Schloss aus, das an der Baunach liegt, den Watzmann besteigen. Wolfgang Niedecken feiert sein 40. BAP-Jubiläum im noblen Gemäuer. Und sogar Jungstar Mark Forster und Kabarettisten Martina Schwarzmann stoßen dazu.

Zum zweiten Mal veranstaltet Hermann Freiherr von Rotenhan zusammen mit Gaby Heyder vom Bamberger Veranstaltungsservice ein Festival im Hof des fast 700 Jahre alten Schlosses von Eyrichshof, das jeden Tag anders illuminiert wird. Dazu muss nicht nur eine Bühne vor der historischen Fassade hochgezogen werden. Die feudalen Innenräume dienen ab Mittwoch sechs Tage lange als Umkleidekabinen und Aufenthaltsräume für Berühmtheiten.


Ritchie Blackmore war schon da

Im adligen Ambiente fühlten sich bei der Premiere vor einem Jahr schon Ritchie Blackmore und Rea Garvey wohl, deren Auftritte einen Ansturm auf Tickets und Schloss auslösten, wie "ihn das Schloss seit dem Bauernkrieg nicht mehr erlebt hat", wie von Rotenhan inmitten des Garvey-Konzerts mit über 3500 Besuchern scherzte. Rea Garvey selbst freute sich damals von der Bühne herunter nicht nur über seine enge Beziehung zur Bamberger Mahrs-Bräu, sondern auch über die Tatsache, dass "ich im Schloss das Schlafzimmer der Oma bekommen habe".

Von Rotenhan sieht sich der Tradition seiner Vorfahren verpflichtet. "Das Schloss wurde gebaut, um Gäste aufzunehmen und dass sich Menschen daran erfreuen." Und klassische Konzert gebe es seit Jahrzehnten.

Er verschweigt aber nicht, dass dies lange Zeit dem Adel vorbehalten blieb. "Jetzt feiern wir mit allen Gästen." Es freut ihn, mit welcher Begeisterung die Konzertreihe überregional, aber auch rund um Ebern aufgenommen wird. "Nicht nur, weil ich daran verdiene."

Viele junge Menschen hielten es anfangs für nicht vorstellbar, dass Mark Forster quasi vor ihrer Haustüre gastiert.


Mit Dorfherrschaft versöhnt

Für die einstige Dorfherrschaft keine alltägliche Annäherung. Der Baron: "Es war anfangs wirklich ein ungläubiges Staunen spürbar, als durchsickerte, dass auch noch Pur kommen. Die Leute freuen sich unheimlich darauf und sie sind mir und Gaby Heyder richtig dankbar, dass wir das möglich machen."

Was sich auch an der Tatsache ablesen lässt, dass das Pur-Konzert seit Monaten ausverkauft ist und in Ebern ein Phänomen auftauchte, das bislang gänzlich unbekannt war: ein Schwarzmarkt.

Auch Pur-Frontmann Hartmut Engler freut sich auf das Gastspiel. Während eines Gesprächs mit dieser Zeitung recherchierte er im Internet und staunte über "das ganz tolle Ambiente". Engler: "Wenn Blackmore und Garvey schon da waren, ist das für uns die beste Empfehlung."

Nicht anders fiel das Urteil von BAP-Macher Wolfgang Niedecken aus, der sich "grundsätzlich über jede Steckdose freut, wo wir nicht schon einmal eingestöpselt haben". Und: "Schloss Eyrichshof, das verspricht etwas Besonderes zu werden und läuft hoffentlich so familiär ab wie in Tambach", wo "BAP" schon gastierte.

Von Rotenhan weiß aus den Gesprächen im Vorjahr, dass die Künstler gerne andere Ecken kennenlernen. Schlösser zumal. "Der Charme dieser Mehrzweckhallen hält sich ja in Grenzen." Und so dürfen sich Wolfgang Ambros und Mark Forster gerne aufs Sofa lümmeln, das unter dem Gemälde einer seiner Urur-Großmütter steht.

Mittwoch, 27. Juli:
Pur (unbestuhlt, aber ausverkauft)
Donnerstag, 28. Juli:
Der Watzmann mit Wolfgang Ambros und Klaus Eberhartinger ((bestuhlt)
Freitag, 29. Juli:
BAP (bestuhlt und Stehplätze)
Samstag, 30. Juli:
Martina Schwarzmann (bestuhlt)
Sonntag, 31. Juli:
Mark Forster (unbestuhlt)
Montag, 1. August:
Aida - Verdi-Oper (bestuhlt)