In der Sitzung des Gemeinderats Sand drehte es sich um den Brunnen in der Dorfmitte. Weil er in seiner Form die Kinder zum Klettern einlädt, besprach der Rat das Thema Haftung. Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) informierte über ein Schreiben der Versicherungskammer Bayern.

Der "Träubelesbrunnen" auf dem Kirchplatz in Sand wird immer wieder von Buben und Mädchen erklommen, obwohl dies eigentlich nicht zulässig ist. Die Gemeinde prüfte daher, ob es auch angesichts der Festlichkeiten in der "Guten Stube" notwendig wäre, den Brunnen so abzusichern, dass Kinder nicht zu Schaden kommen können.

Grundsätzlich gilt, erfuhr das Gremium, dass derjenige, der eine Gefahrenquelle für Dritte schafft, die Vorkehrungen zum Schutz der Allgemeinheit zu schaffen hat. Allerdings ist es von der Rechtsprechung anerkannt, dass eine Verkehrssicherung, die jeden Unfall ausschließt, nicht erreichbar ist.

Die Versicherungskammer erklärt, dass nicht für alle denkbaren und entfernt in Betracht kommenden Möglichkeiten für einen Schaden Vorsorge getroffen werden kann. Es genügen Vorkehrungen, die nach den konkreten Umständen zur Beseitigung der Gefahr nötig und zumutbar sind.


Kinder und Eltern in der Pflicht

Konkret heißt das, dass sich die Gemeinde in der Regel darauf verlassen kann, dass Kinder, mögliche Gefahren selbstständig erkennen und in einem gewissen Umfang auf sich selbst achten. Hinzu kommt, dass Eltern eine Aufsichtspflicht haben.

Für die Versicherer ist klar, dass Kinder generell gerne klettern. Und zwar auf Brunnen, Bäume und andere Objekte. Alle potenziellen Kletterobjekte kann man gar nicht allumfänglich absichern, hieß es weiter.