Der Markt Rentweinsdorf trotzt dem Trend. Anders als viele andere Dörfer im östlichen Landkreis kann die Gemeinde im Baunachtal in der Bevölkerungszahl zulegen. Mit aktuell 1580 Einwohnern hat die Kommune zuletzt wieder zugelegt, auch wenn der Rekordstand von 1627 Einwohnern aus dem Jahr 2005 nicht mehr erreicht wird. Der dritte Abschnitt des Baugebiets "Kappelleite" bietet Platz für 26 neue Wohngebäude, und auch auf den "Klapperstorch" konnte sich Bürgermeister Willi Sendelbeck (SPD) zuletzt verlassen. 20 Geburten binnen eines Jahres hatte er erfreut registriert.

Neue Bauplätze

Zuwachs verspricht sich der Gemeinderat außerdem von weiteren Investitionen in den Ausbau des Neubaugebiets "Kappelleite III", für die im aktuellen Haushaltsplan rund 190.000 Euro angesetzt sind, nachdem im letzten Jahr bereits rund 300.000 Euro in diese "Zukunftsinvestition" flossen.

Dies ist der weitaus größte Ausgaben-Brocken in einem Haushalt, den Klaus Ebert, der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Ebern, als entspannt bewertet. Dafür hat man das Ausgabenpaket von zuletzt knapp 570.000 Euro auf gut 350.000 Euro zurückgestutzt.

60.000 Euro stehen für den Straßenausbau in der Siedlung in Treinfeld zur Verfügung , 12.000 Euro für die letzten Investitionen in den Umbau des Bauhofs und - sehr aktuell - 32.000 Euro für den Hochwasserschutz in Salmsdorf.

Die Finanzausstattung des Marktes habe sich zuletzt gebessert, konstatiert der Kämmerer in seinem Bericht, den er den Gemeinderäten gestern Abend im Rentweinsdorfer Rathaus präsentierte. Die Schlüsselzuweisungen erhöhen sich um rund ein Fünftel und die Beteiligung an der Einkommensteuer um vier Prozent auf zusammen rund 110.000 Euro, so dass man - bei relativ konstant gebliebenen Umlagezahlungen und Personalkosten - auch einen Rückgang bei der Gewerbesteuer relativ problemlos wegstecken kann. Hier hat Ebert vorsichtig 40.000 Euro einkalkuliert, nachdem im vergangenen Jahr fast 60.000 Euro flossen.

Finanzspanne leicht angestiegen

Entscheidend für den Herrn der Buchungen und Zahlungen: Die freie Finanzspanne ist leicht angestiegen. Das ist die Summe, die aus dem Verwaltungshaushalt erwirtschaftet wird, um Investitionen im Vermögenshaushalt zu ermöglichen. Knapp 80.000 Euro stehen im Haushalt 2013 als solche "Investitionsrate" zur Verfügung.

Zudem vermerkt Ebert: "Das wichtigste Ziel, die Schuldenreduzierung", konnte erreicht werden. Der 2,36 Millionen schwere Etat (Vorjahr 2,35 Millionen) lässt rund 114.000 Euro an Tilgungen und Sondertilgungen zu, so dass zum Jahresende knapp 1,38 Millionen Euro an Schulden verbleiben sollen. Das wären 874 Euro pro Einwohner gegenüber 946 Euro zum Jahresbeginn (der Landesdurchschnitt zum Vergleich: 699 Euro/Einwohner.
Kämmerer Ebert weist aber in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass die Kommune "mit dem Kauf von Bauland auf Vorrat und der weiteren Erschließung des Baugebiets ,Kappelleite‘ Vermögenswerte geschaffen hat, die der Verschuldung gegenüberstehen." Der Verkauf von Bauplätzen soll zusätzliche Einnahmen in den Haushalt spülen.

Große Ausgaben stehen an

Für die nächsten Jahre stehen dem Markt große Ausgaben ins Haus. So beispielsweise die Beteiligung an den Kosten für den Neubau des Hallenbads in Ebern, den Straßen- und Brückenbau in Salmsdorf und Sendelbach-Gräfenholz, den Umbau des Marktsaals, die Abwasserbeseitigung oder den Ausbau des Bahnübergangs bei Lind. "Auf Grund verschiedener größerer Investitionen," so prognostiziert der Kämmerer aus Ebern in seiner Vorausschau, "wird es im nächsten Jahr zu Engpässen kommen."

Im Gremium werde abzuwägen sein, welche Investitionen sogleich begonnen werden können und welche zeitlich geschoben werden müssen. Dies hänge zum Teil auch von der Höhe der jeweiligen Zuschüsse ab.