Es wächst und gedeiht im Landkreis und innerhalb der Baunach-Allianz. Nicht nur wegen der Regenfälle zuletzt. Da will auch die Gemeinde Kirchlauter nicht zurückstehen. Trotz einiger Bedenken bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend in der Schule stimmte das Gremium der Teilnahme am kreisweiten Leader-Projekt "Blühender Landkreis" zusätzlich zu einer ähnlichen gelagerten Initiative der Baunach-Allianz zu und bewilligte die erforderlichen 1500 Euro.

Unter Federführung der Breitbrunner Bürgermeisterin Gertrud Bühl (FW) sollen über die lokale Aktionsgruppe (LAG) dabei im gesamten Kreisgebiet Bienen- und Blumenwiesen angelegt werden. 70 000 Euro wurden als Aufwand errechnet, wovon ein Teil aus EU-Mitteln bezuschusst wird. Jede Gemeinde soll drei bis fünf Flächen für solche Wiesen melden.

Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) hatte dazu ein fast 20-seitiges Arbeitspapier verteilen lassen, das zumindest Ortssprecher Helmut Sieghörtner studiert hatte mit dem Ergebnis: "Gibt's jemand hier am Tisch, der da durchblickt?"

Gab's. Was an den vorgetragenen Bedenken deutlich wurde. Michael Tischner (JL) wählte deutliche Worte: "Muss so ein Schweine-Aufwand sein? Mit Workshop-Kosten und so, das ist doch überhaupt nicht gerechtfertigt. Da wird doch nur ein riesiger bürokratischen Aufwand wegen ein paar Wiesen erzeugt."

Bürgermeister Kandler verwies auf schon laufende Verschönerungsmaßnahmen durch den Obst- und Gartenbauverein, der Blumenkästen mit dem Bienenwiesen-Samen der Baunach-Allianz bestücken und aufstellen will, wusste aber auch, dass so eine Blumenwiese im Friedhof nicht eben auf Gegenliebe gestoßen ist, da "viele fürchten, dass der Samen die Gräber anfliegt".


Arbeit machen Ehrenamtliche

Auch Uwe Derra (FW) hegte Bedenken: "Die Idee ist zwar gut, aber muss dafür so viele Geld für Flyer und ein paar Sitzungen in die Hand genommen werden? Die echte Arbeit wird ja dann doch von den Ehrenamtlichen draußen erledigt."

Eine Meinung, die auch Helmut Sieghörtner teilt: "Da geht viel Geld in Kanäle, die der Natur und Grünflächen gar nichts nützen", meinte er und stellte die Wildland-Stiftung des Jägerverbandes als positives Gegenbeispiel dagegen. "Man kann die 1500 Euro investieren, aber mir ist nicht klar, wer dahinter steckt", brachte der Pettstadter Ortssprecher seine Bedenken auf den Punkt. Vom Bürgermeister kamen dann die Namen "Regionalmanagerin Knipping" sowie "die Bürgermeister-Kollegin Bühl hat die Schirmherrschaft übernommen".

Nicht ganz einfach gestaltete sich auch die Stellungnahme der Gemeinde zu einer Bauvoranfrage eines Gewerbebetriebs, dessen Eigentümerin auf einer Teilfläche zwischen Photovoltaikanlage und Busunternehmen in Kirchlauter bauen will.

Dort sollen Geschäfts- und Wohnhaus errichtet werden, wobei einige Abweichungen vom Bebauungsplan notwendig sind. So soll die Zufahrt von der Kreisstraße her zunächst provisorisch als Übergangslösung angelegt werden.


Hinterlieger nicht abnabeln

Dabei dürfe man sich die Erschließung für mögliche Hinterliegen aber nicht verbauen, warnten Helmut Sieghörtner und Horst Gehring (CSU).

Bürgermeister Kandler verwies auf die Tatsache, dass er seitens der Firma aus dem Ort bereits mehrfach wegen eines Kaufpreises angefragt worden sei. "Ich aber keine genauen Angaben machen konnte." Die Bauwerberin habe schon "einen Preis aus Ebelsbach ghabt" und wegen 1500 Quadratmetern des viel größeren Geländes mit beiden Bürgermeistern verhandelte.
Auch erinnerte Kandler daran, dass es "in den letzten 20 Jahren vier Interessenten für dieses Gelände gegeben hat, die aber alle abgesprungen sind".

Deswegen warnte er auch davor, das Gemeindegrundstück nun schon durchgehend zu erschließen, weil "wir dafür viel Geld investieren müssten".

Auch verwies er auf die Zuständigkeit des Landratsamtes, beispielsweise bei der Zufahrtsfrage. Zweiter Bürgermeister Reinhold Stöhr (SPD), der auch in die Verhandlungen einbezogen war, wusste, dass der Maler- und Putzerbetrieb "heuer noch bauen will". Die Bauvoranfrage wird samt aller genehmigten Abweichungen ans Landratsamt weitergeleitet.


Sterben wird teurer

Aufgrund neuer Verträge mit dem beauftragten Bestattungs-Unternehmen wurden die Sätze in der Friedhofssatzung angehoben. So kostet ab 1. Juni ein Urnengrab 125 Euro, eine einfache Grabstelle 476 Euro.