"Anne Olbrich nimmt die Geschichten des Alten Testaments in sich auf, setzt sich damit auseinander und lässt sie dann als Bilder wieder aus sich herausfließen. Die Ergebnisse sind tief verschlüsselt und auf vielen Ebenen lesbar", das erklärte Michael Koller vom bischöflichen Ordinariat Würzburg bei der Vernissage im Bibelturm, dem Unteren Turm in Haßfurt.

Unter dem Titel "Altes Erbe - Neu entdeckt" sind hier bis Ende Oktober Alttestamentliche Bilder der Eberner Malerin Anne Olbrich zu sehen.

Farb- und formenstarke Bilder


Der ökumenische Verein "Bibelwelten" lud die Künstlerin ein, ihre farb- und formstarken Bilder im Unteren Turm in Haßfurt auszustellen. Einlassen müsse man sich auf die Bilder wie auf die Geschichten, sie sollten zum Dialog auffordern, das wünschten sich der Zweite Vorsitzende von "Bibelwelten", Rudi Langer, und die Familienseelsorgerin Dagmar Schnös, die für das Programm des Bibelturms verantwortlich zeichnet.

Die Bilder wollen Geschichte und Gegenwart des Glaubens in Beziehung setzen. "Die Menschen sollen durch die Bilder ins Gespräch kommen", so Langer. Der Vorstand von "Bibelwelten" sei beim Besuch in Anne Olbrichs Atelier sofort "angesteckt" gewesen, berichtete Dagmar Schnös.

Fachmann Michael Koller lobte die Poesie der Linien und die Kraft der Farben, die Geschichten aus der Bibel erzählen. Etwa zur Schöpfungsgeschichte, zur Erneuerung des Bundes mit Abraham oder die Geschichte der Israeliten.

Das Frauenbild der Bibel


Olbrich setzt sich auch auseinander mit alttestamentlichen Frauen von Eva bis Miriam. Seit Jahren schon ist Anne Olbrich von den Geschichten der Bibel fasziniert, über 50 Bilder hat sie zu diesem Themenkreis bereits gemalt. "Die Apokalypse beschäftigt mich auch sehr", erzählte sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Führungen durch die Ausstellung für Gruppen von mindestens zehn Personen können bis Samstag, 27. Oktober, gebucht werden bei Dagmar Schnös, Telefon 09521/619618, oder per Mail unter dagmar.schnoes@bistum-wuerzburg.de.