Psychisch kranke Menschen leiden unter Wahrnehmungsstörungen. Sie nehmen sich selbst und die Umwelt ganz anders wahr, als alle anderen, was die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr beeinträchtigt. Schizophrene Menschen verlieren oft jegliches Selbstwertgefühl. Der Eindruck, dass die Umwelt mit Abwehr reagiert, erzeugt Angst und Anspannung. Diese Anspannung kann auch die Kontrolle des Körpers beeinträchtigen, bis hin zur Bewegungslosigkeit, erklärt Birgit Hofmann-Betz im Gespräch mit unserer Zeitung.

Deshalb setzte sie sich für das Tanzprojekt ein, das jetzt sechs Monate lang stattfinden kann. Die Tanz- und Bewegungstherapeutin Claudia Girge-Diehl hat bereits Erfahrung in unterschiedlichen Gruppen. Sie arbeitete schon für Pro Familie oder den Sozialdienst katholischer Frauen sowie die Schön-Klinik.

Einmal in der Woche tanzen

Einmal pro Woche trifft sie sich mit den Teilnehmern in Haßfurt zur Tanztherapie. Die Tanztherapie soll vor allem Erfahrungen ermöglichen, die Angst reduzieren und Harmonie stiften. Die Teilnehmer sollen Sicherheit und Vertrauen in den eigenen Körper gewinnen.

Die Haßfurter Klienten kommen gern zur Tanztherapie und haben in den ersten Stunden wertvolle Erfahrungen gemacht. Im Laufe des Projekts sollen die Teilnehmer Freude an der eigenen Bewegung und Beweglichkeit finden, an ihrem Ausdruck arbeiten, lernen Gefühle durch Bewegung auszudrücken, ihre Sinne entfalten und ihr Selbstwertgefühl neu entwickeln.

Das Projekt läuft bis Juli und könnte im nächsten Jahr fortgeführt werden, indem im Rahmen der Ergotherapie Tanzmasken entstehen.