Das 40-jährige Bestehen der Kindertanzgruppe stand im Mittelpunkt des Dorffestes in Pettstadt. Wie sehr die Tanzgruppe mit Pettstadt verbunden ist, zeigte sich an den vielen Besuchern, welche damit die Arbeit von Leiterin Erna Schor über diesen langen Zeitraum würdigten.

Nach einer gemeinsamen Andacht auf dem Dorfplatz sprach Bürgermeister Karl Heinz Kandler "von einer herausragenden Lebensleistung von Erna Schor", die die Kinder von Anfang an bei dieser Freizeitbeschäftigung anleite. Die Tanzgruppe habe in all dieser Zeit bei vielen Veranstaltungen in der Gemeinde mitgewirkt.

Einen Einblick in ihre Tätigkeit als "ehrenamtliche Tanzlehrerin" gab dann Schor. Eigentlich als "Fränkin" in Bamberg geboren, zog sie mit ihren Eltern im Jahre 1939 nach Hagen, wo sie in der Pfarrei eine Tanzgruppe gegründet." Bei einem Verwandtenbesuch in Bayern habe sie ihren Mann Josef aus Pettstadt kennengelernt. Im Alter von 25 Jahren habe sie Schneiderin in Bamberg gelernt, dann aber auf Krankenpflege umgeschult. "Aber, wenn ich Kinder gesehen habe, konnte ich mich nicht zurückhalten und musste mit ihnen tanzen. Der Tanz war einfach meine Leidenschaft."

Im Jahre 1970 erfolgte ihre Heirat und sie zog zu ihrem Mann nach Pettstadt. "Damals gab es noch viele Kinder und ich habe dann mit ihnen einfach auf dem Dorfplatz getanzt. Darüber haben sich auch die älteren Leute gefreut, die begeistert zuschauten. Am 1. Mai 1975 hatten wir dann beim Wirt in Pettstadt unseren ersten Auftritt - mit großem Erfolg."

Dem folgten viele weitere und es kamen auch auswärtige Kinder, vor allem aus Kirchlauter, dazu. Zur besten Zeit sei die Tanzgruppe auf 30 Buben und Mädchen angestiegen. "Aber mit den Jungen war es schon immer etwas schwieriger. Zurzeit habe ich nur noch Mädchen."

Mittlerweile führe man keine wöchentlichen Proben mehr durch, sondern übe nur auf Auftritte und Projekte hin. "Die Kinder brauchen heute auch ihre Freiheit und ich auch mit meinen 81 Jahren", scherzte Schor. So lange es ihre Gesundheit aber erlaube, wolle sie noch gerne weiter machen. "Aber auch meinen beiden Töchtern habe ich das Tanzen anscheinend vererbt. Sie waren immer mit Leib und Seele dabei."

Beim Jubiläum zeigte nicht nur die Kindertanzgruppe ihr Können. Auch ehemalige Tanzschüler, die heute schon wieder Eltern sind, überraschten ihre ehemalige Tanzlehrerin mit Tänzen. Dabei hatten sie sich eigens in Dirndl "geworfen", während die Männer in kurzen Hosen und mit karierten Hemden auftraten. Außerdem erfreute auch Tochter Susanne und ihre Tanzgarde ihre Mutter und die vielen Gäste mit einem "irischen Tanz".