Wenn der Gastwirt Theo Böllner in seine Wirtsstube schaut, sieht er den einen oder anderen freien Platz mehr als sonst. Das liegt nicht an ihm und seinen Kolleginnen und Kollegen, sondern an Umständen, für die der Dankenfelder Gastronom nicht verantwortlich ist. Eine rege Baustellentätigkeit in der Umgebung von Dankenfeld ist es, die offensichtlich Gäste davon abhält, zu der Gaststätte von Theo Böllner zu fahren. Rund ein Drittel weniger Gäste hat er derzeit, schätzt der Dankenfelder Wirt. Dass es weniger Gäste sind, "merkt man auf jeden Fall", sagt er.

Die Biergartensaison ist ohnehin kurz, und wegen der vielen Regentage heuer vielleicht noch kürzer. Da schmerzt es doppelt, wenn eine Baustelle zusätzlich für Einschränkungen sorgt. Und es ist nicht nur die eine Baustelle, die zwischen Dankenfeld und Kirchaich, die Verdruss hervorruft: In Tütschengreuth im nahen Kreis Bamberg ist schon seit Monaten die Straße blockiert. Eine Sperrung, die sich vielleicht noch mehr auf den Betrieb des Dankenfelders auswirkt. Theo Böllner wünscht sich eine bessere Planung und hofft, dass die Baufirmen mit verstärktem Personaleinsatz die durch die Regenfälle verursachten Verzögerungen ausgleichen.


Auch samstags im Einsatz

Darum bemüht sich das Unternehmen zwischen Kirchaich und Dankenfeld offenbar. Der Oberauracher Bürgermeister Thomas Sechser (CSU), selbst ein Dankenfelder, hat beobachtet, dass die Firma zuletzt auch am Samstag gearbeitet hat. Er weiß aber auch, dass die Arbeiter "nicht zaubern können".

Deshalb ist nicht zu erwarten, dass der ursprüngliche Zeitplan für den Ausbau zwischen Kirchaich und Dankenfeld eingehalten werden kann. Ende Juli sollten die Arbeiten abgeschlossen werden. Jetzt wird es vermutlich Mitte August, bis die neue Trasse befahren werden kann.

Der neue Zeitplan wurde notwendig, weil die Regenfälle der vergangenen Wochen den Arbeitern einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. "Da stand das Wasser drin", schildert Manfred Rott vom Staatlichen Bauamt in Schweinfurt die Problematik. "Das Wetter können wir nicht bestimmen", bittet er um Verständnis für die Verzögerungen. So viel, wie vor einigen Wochen vom Himmel hernieder prasselte "ist für den Erdbau tödlich", unterstreicht ein Arbeiter auf der Baustelle.

Bei allen Unannehmlichkeiten, die Straßenbaustellen mit sich bringen, wissen die Oberauracher, dass die Sanierung unbedingt erforderlich ist. Die Staatsstraße zwischen Dankenfeld und Kirchaich war in einem erbärmlichen Zustand: Loch reihte sich an Loch auf der hügeligen und kurvigen Strecke. Den Anstieg und die Kurven kann die Erneuerung zwar nicht verschwinden lassen, aber die Strecke wird teilweise abgeflacht und soll dadurch übersichtlicher werden, erklärt Manfred Rott. "Überall wird die Sicht verbessert", betont er. Und fügt gleich hinzu: "Wir hoffen, dass nicht schneller gefahren wird."

900 000 Euro kostet der Ausbau, den der Freistaat trägt und der eigentlich noch gar nicht auf dem Programm stand. Aber die beiden Gemeinden Oberaurach und Rauhenebrach haben sich ins Zeug gelegt und beim Innenministerium in München erreicht, dass die marode Straße saniert wird. Und zwar die ganze Trasse. Nach Dankenfeld-Kirchaich kommen die Ortsdurchfahrt Dankenfeld und später die Abschnitte Dankenfeld-Schindelsee sowie Schindelsee-Prölsdorf an die Reihe. Die Ortsdurchfahrt Schindelsee ist bereits ausgebaut worden.

Vor diesen weiteren Projekten auf der Staatsstraße kommt aber erst ein Kreisstraßenausbau an die Reihe. Die Strecke zwischen den Oberauracher Gemeindeteilen Trossenfurt und Hummelmarter wird hergerichtet. Der Träger ist der Landkreis.

Ursprünglich sollte es am 1. August losgehen - wenn Kirchaich-Dankenfeld fertig ist. Aber da sich das Staatsstraßenprojekt verzögert, verschiebt sich auch der Kreisstraßenausbau. Denn zwei Baustellen und Sperrungen in unmittelbarer Nachbarschaft zur gleichen Zeit wollen die Gemeinde Oberaurach und die Behörden den Bürgern nicht zumuten. "Wir werden es hinbekommen", dass es keine Überschneidungen gibt, ist Bürgermeister Sechser zuversichtlich.


Autos auf dem Radweg

Er hört immer wieder Klagen von Bürgern über die Baustellen, und manchmal kann er die Ungeduld und das Unverständnis auch sehen. Manche Autofahrer jagen über Feldwege und sogar über den Radweg, um die Umleitungen zu vermeiden. Dass kann Sechser nicht akzeptieren und hat auch schon Anzeige gegen solche Zeitgenossen erstattet. Die Leute "müssen froh sein", meint der Bürgermeister, dass Straßen saniert werden. Da seien Umwege und zeitweise Sperrungen auch hinnehmbar.