Heute, Mittwoch, wird um 10 Uhr im Rathaus von Maroldsweisach der Auftrag für den Breitbandausbau unterzeichnet. Ein denkwürdiger Tag für den Markt, denn das schnelle Internet wird seit langem als besonders wichtiges Projekt gehandelt. Das große Projekt hat auch deutliche Auswirkungen auf den Gemeindehaushalt: Die Marktgemeinde Maroldsweisach wirtschaftet in diesem Jahr mit einem Etat im Volumen von 8 124 415 Euro. Den größten Batzen Geld investiert die Kommune mit 1,15 Millionen Euro für den Breitbandausbau. deswegen schwillt der Vermögenshaushalt gegenüber dem Vorjahr um rund eine Million Euro an.

Der Verwaltungshaushalt dagegen hat sich gegenüber 2014 kaum verändert. Wie Kämmerer Arno Welz bei der Haushaltsdebatte im Gemeinderat am Montagabend mitteilte, sind die Hebesätze mit 300 (A und B) bzw. 350 Prozent (Gewerbesteuer) schon seit 42 Jahren konstant geblieben.

Neuer Schwerpunkt

2014 waren unter den Investitionen die Rathausinnensanierung, die Familienförderung und die Dorfrevitalisierung, Geräte für den Bauhof und der Bereich Schule die größten brocken gewesen. Nun also wird mit dem Breitbandausbau ein ganz anderer Schwerpunkt gesetzt. Die weiteren großen Ausgaben neben der Breitbandversorgung stehen mit dem Radweg zwischen Ermershausen und Eichelsdorf (200 000 Euro), dem Bauhof (88 000 Euro), der Familienförderung (65 000 Euro), dem Kauf eines Fahrzeugs für die Freiwillige Feuerwehr Wasmuthhausen, den Umbau- und Erneuerungsmaßnahmen im Rathaus und der Beteiligung am Bürgerwindpark Sailershausen (je 50 000 Euro) auf dem Plan im Vermögenshaushalt.

Die Schlüsselzuweisung soll dieses Jahr bei 1,26 Millionen Euro liegen, der Einkommenssteueranteil bei 1,24 Millionen Euro und der Anteil der Umsatzsteuer und der Einkommenssteuer jeweils knapp über 100 000 Euro. Die Gewerbesteuereinnahme soll heuer 680 000 Euro betragen. Der Wald soll einen Überschuss von fast 17 000 Euro einbringen.

Insgesamt gibt die Marktgemeinde für Schule und Kindergarten 558 800 Euro aus, berichtete der Kämmerer. Den Gesamteinnahmen beim Freibad Altenstein von 34 000 Euro stehen Ausgaben von fast 95 000 Euro entgegen.

Fließen die Zuschüsse noch 2015?

Auch in anderen Bereichen nimmt die Kommune nicht nur Geld ein, sondern muss wieder einen großen Batzen abgeben. Darunter fallen die Kreisumlage mit 2, 44 Millionen Euro sowie Zinsen und Tilgungen mit fast 270 000 Euro. Der Schuldenstand wird sich zum Jahresende bei gut drei Millionen Euro bewegen, 887 Euro pro Einwohner. Falls die Zuschüsse für die Breitbandversorgung,für die man zunächst ein Darlehen von 1,15 Millionen Euro aufnehmen will, allerdings noch dieses Jahr eintreffen, könnte der Schuldenstand auf etwas über zwei Millionen Euro Euro sinken, erfuhr das Ratsgremium bei der Sitzung.

Kämmerer Welz stellte fest, dass der vorgelegte Haushaltsentwurf einen überschaubaren und geordneten Rahmen darstelle, der realistisch angelegt sei und den wirtschaftlichen Möglichkeiten entspreche. Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) wie auch einige Gemeinderäte aus den einzelnen Fraktionen bezeichneten den neuen Haushaltsplan als "gewaltig aber gut durchdacht). Bei der Abstimmung gingen alle Finger nach oben.

Geschäftsführer Michael Rahn erläuterte eine Änderung in der Satzung über die öffentliche Entwässerungseinrichtung, welche die Kommunalaufsicht angemahnt hatte. Die Änderung habe aber keine direkten finanziellen Auswirkungen für die Bürger.

Diakonie baut an

Das Diakonische Werk Haßberge will das Therese-Stählin-Haus, ein Pflegeheim in Maroldsweisach, erweitern. Der Bauantrag sieht bei der Erweiterung Richtung Herz-Jesu-Kirche die Schaffung von sechs neuen Betten vor. Dem wurde zugestimmt.
Abschließend informierte Bürgermeister Wolfram Thein, dass eine kommunale Allianz "Baunachtal" geplant sei und der Markt bei den Beratungen mit einbezogen wurde.
Da der Markt Maroldsweisach bereits der Gemeinde-Allianz-Hofheimer-Land angehört, erklärte das Gemeindeoberhaupt, dass er bei der neuen Allianz "nur eine Kooperationsmöglichkeit" sehe.