Die Energiewende auf Landkreisebene wollten sie, jetzt kriegen sie sie: Bei der Kreistagssitzung am Dienstag haben die Politiker aller Parteien und Wählergruppen ein klares Signal gesendet. Mit der Zustimmung zur Gründung einer Investitions- und Betreibergesellschaft, die Technologieprojekte mit erneuerbaren Energien umsetzen soll, wagen sie einen wichtigen Schritt. Was sagen die Vertreter der Fraktionen dazu?


Geld soll im Landkreis bleiben

Wolfgang Borst (CSU) will von den über 300 Millionen Euro, die jährlich im Landkreis für Energie ausgegeben werden, "möglichst viel" im Landkreis halten. Er lobte den ehrenamtlichen Einsatz der GUT-Geschäftsführer Wilfried Neubauer, Norbert Zösch und Günter Mendel, die mit "Zusatz- und Nachtarbeit" Hervorragendes geleistet hätten. "Es ist eine Aufgabe mit großen Chancen. Sicherlich auch mit großen Problemen", urteilte sein Parteikollege Siegmund Kerker. "Ich glaube aber, dass es gelingen kann."


"Der richtige Weg"

Oskar Ebert (FW) erklärte: "Wir denken, dass dieser Weg der richtige ist." Man wolle die Energiewende selber in die Hand nehmen und auch, wenn die ganzen Verträge um gegründete oder noch zu gründende Gesellschaften kompliziert erscheinen: "Es muss so sein." Ebert sagte, er habe sich "intensiv damit beschäftigt", auch was rechtliche und unternehmerische Fragen betrifft, und auch er bestätigte der GUT gute Vorarbeit.


Wie ein Mann der CSU zum Genossen wurde

Bernhard Ruß (SPD): "Das Entscheidende war, dass die Bürger mitmachen wollen. Sie wollen investieren." Den eingeschlagenen Weg findet er richtig. Über die Gründung der Bürgergenossenschaft, der Siegmund Kerker vorsitzt, sagte er: "Dass die Energiewende alles über den Haufen geworfen hat, erkennt man daran, dass Siegmund Kerker zu mir gesagt hat, ich solle ihn künftig als Genosse Kerker bezeichnen." Rita Stäblein von den Grünen begrüßt, "dass der Landkreis Neuland betritt" und "sich dadurch ein Stück weit unabhängig macht." Rainer Baumgärtner (ÖDP) sieht den Kreis auf einem guten Weg. Er hofft, dass dem Vorhaben nicht die Grundlage entzogen wird: das Erneuerbare-Energien-Gesetz.