Große Bauvorhaben bedeuten großen Aufwand. Das Landratsamt des Landkreises Haßberge in Haßfurt weiß das nur allzu gut, zumal meist mehrere Millionenprojekte parallel laufen. Die neun wichtigsten Maßnahmen des Landkreises in 2016 stellt der Fränkische Tag hier vor. Ist ein Sorgenkind darunter?

Durchaus, das Hallenbad in Ebern darf man getrost als solches bezeichnen. Denn eigentlich hätte es schon längst fertig sein sollen. Die Planungen begannen noch unter dem ehemaligen Landrat Rudolf Handwerker (CSU), der einst gesagt hatte, dass er zuversichtlich sei, das Bad noch zum Ende seiner letzten Amtsperiode mit einem beherzten Kopfsprung einweihen zu können. Im April 2014 ging die Ära Handwerker zu Ende ohne diesen Kopfsprung. Hätte er ihn vollführt, der Landkreis-Chef wäre auf lehmigem, von Baustellenfahrzeugen zerfurchtem Boden gelandet.


Schwammiger Untergrund

Gebaut war noch nichts, weil erstmal Pfähle zur Stabilisierung des Untergrundes eingesetzt werden mussten. Der war zu schwammig, wie verspätet festgestellt worden war. Es war also klar, dass der neue Landrat Wilhelm Schneider (CSU) das Hallenbad einweihen würde. Nur wann? Im Dezember 2015 hätte es soweit sein sollen. Klappte nicht: Der Putz in der Halle war nicht in Ordnung, bröckelte ab. Die ursprünglichen Kosten waren bereits durch vorangegangene Probleme von anfänglichen 6,5 Millionen auf sieben Millionen Euro gestiegen. Weil jetzt der Putz neu aufgetragen werden muss, werden die Kosten nach Angaben von Moni Göhr, der Pressesprecherin des Landratsamtes, noch einmal um etwa 75 000 Euro steigen.

Wie es um die Firma bestellt ist, die den Pfusch-Putz aufgetragen hat, könne sie derzeit nicht sagen, fest stehe jedoch, dass der Auftrag an eine andere Firma vergeben werden musste, die laut Göhr nun damit beschäftigt ist, den alten Putz komplett abzutragen, um dann neu zu verputzen. Und die Verursacher? "Wir werden versuchen, die Firma für ihre unsachgemäße Arbeit zur Rechenschaft zu ziehen", sagt Göhr. Auf einen Eröffnungstermin für das Hallenbad will sich das Amt nicht mehr festlegen. Außer, dass es heuer noch in Betrieb gehen soll.
Ein weiteres Sorgenkind war bislang das geplante neue Tierheim. Weil sich die Standortsuche als so schwierig erwies, kam es immer wieder zu Verzögerungen. Hier ist der Baubeginn nun im Frühjahr und die Fertigstellung Ende des Jahres bei Zell am Ebersberg geplant : "Da ist alles in trockenen Tüchern", ist Göhr zuversichtlich. Kostenpunkt: 1,65 Millionen Euro.

Außerdem plant der Landkreis, bis Ende 2016 die im Frühjahr beginnenden Sanierungsarbeiten an der Realschule in Hofheim abgeschlossen zu haben. In dem Gebäude geht es um besseren Brandschutz, den Anbau von Fluchttreppen, den Einbau eines Behinderten-WC sowie die barrierefreie Erschließung von innen und außen. Kosten: etwa 646 000 Euro, wie das Landratsamt mitteilt.


Schulen, Sporthallen und Straßen

Die Gesamtmaßnahme an der Georg-Schäfer-Sporthalle in Eltmann (es gibt zwei Bauabschnitte) kostet insgesamt rund zwei Millionen Euro. Der erste Bauabschnitt, der heuer beginnt, soll bis September fertiggestellt sein. Kosten hierfür: 1,27 Millionen Euro. Nach Abzug der Fördermittel bleiben 688 000 Euro, die sich die Stadt Eltmann und der Landkreis Haßberge nahezu 50:50 teilen.

Die Generalsanierung der Wallburg-Realschule in Eltmann soll laut Landratsamt heuer beendet werden (Baubeginn war 2011), die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa sieben Millionen Euro.
Bei der Dr-Ernst-Schmidt-Realschule in Ebern beginnt heuer die Generalsanierung; zudem wird angebaut. Die Arbeiten sollen 2019 fertig werden. Kosten insgesamt laut Landratsamt: 7,85 Millionen Euro.
Zudem werden laut Moni Göhr und Alfons Schanz, dem Leiter der Tiefbauverwaltung, drei größere Maßnahmen an Kreisstraßen umgesetzt.

Die Ortsdurchfahrten von Losbergsgereuth (HAS 56) und Üschersdorf (HAS 40) werden auf einer Länge von 490 Metern beziehungsweise 487 Metern voll ausgebaut. Kosten: Bei der HAS 56 sind es 833 000 Euro (Anteil Markt Rentweinsdorf: 282 000 Euro), bei der HAS 40 sind es 705 000 Euro (Anteil Markt Burgpreppach: 241 000). Außerdem wird die HAS 24 zwischen Hummelmarter und Trossenfurt auf einer Länge von 2200 Metern für rund 1,6 Millionen Euro ausgebaut.