Was haben der Landkreis Haßberge und das polnische Oppelner Woiwode im Süden Polens, ähnlich unserer Bundesländer, gemeinsam? Beide Gebiete haben mit Bevölkerungsschwund zu kämpfen und haben ähnliche Strukturen. Bei der Studienreise der Polen wurde in Bayern die Gemeinde-Allianz-Hofheimer-Land (GAHL) ausgewählt, damit die Gäste, Politiker, Bürgermeister, Wissenschaftler, Stiftungsvertreter, Architekten und Verwaltungsfachleute, die deutschen Erfahrungen bei der Raumentwicklung in den ländlichen Räumen im demographischen Wandel unter besonderer Berücksichtigung von Senioren und dem Wohnungswesen mitbekamen.

Die Probleme sind ähnlich

Delegationsleiter Peter Kraus vom Amt für Ländliche Entwicklung Würzburg hieß die Gäste im Bürgerzentrum Hofheim willkommen, bevor der stellvertretende Vorsitzende, Bürgermeister Hermann Niediek das Ziel von GAHL, die Verhinderung des Aussterbens der Altorte in der VG Hofheim und des Marktes Maroldsweisach, vorstellte. Mit einem gemeinsamen Entwicklungskonzept soll das Problem des Leerstands beseitigt werden, erklärte er. Die Wiederbelebung der Altorte werde dabei dem Bau auf der grünen Wiese vorgezogen. Die GAHL sei gemeinsam gegründet worden, weil sie stärker auftreten könne, als ein Einzelner. Er bat die polnischen Gäste, die Erfahrungen und Tipps mit nach Hause zu nehmen.

Den Landkreis, insbesondere den nördlichen Teil, die "Perle des Haßgau", stellte Landrat Wilhelm Schneider in den Fokus seiner Ausführungen. Wenn auch die Zukunftsperspektiven für den Landkreis nicht gerade rosig aussähen, stellte Schneider die positiven Seiten seines Verwaltungsgebietes heraus. Der Landkreis Haßberge sei ein ausgezeichneter Wirtschaftsstandort mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquote in Deutschland. Die Infrastruktur wie Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen oder ärztliche Versorgung seien noch in Ordnung sein, erklärte der Landrat, aber die Zukunft fordere große Bemühungen.

Schneider verwies auch auf das neue Projekt, neben den freundschaftlichen Verbindungen zum schlesischen Kreis Klobuck, wo Jugendliche aus Polen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt vermittelt werden sollen, um so dem drohenden Fachkräfteengpass zu begegnen. Die GAHL bezeichnete der Kreischef als Musterbeispiel und Leuchtturmprojekt dafür, wie es gelingen könne, eine Region auch in den nächsten Jahren für ihre Bewohner attraktiv und lebensfähig zu gestalten.

Der Projektmanager der GAHL, Tobias Alt, stellte abschließend die Arbeit und den Erfolg der Gemeindeallianz heraus. Zum Abschluss des Besuches besuchten die 25 Gäste noch Aidhausen, Friesenhausen und Altenstein, wo gelungene Projekte vorgezeigt wurden.