Keiner da. Nur ein paar Maulwurfhügel zieren die Wiese. Dort, wo im Sommer Fußball gespielt und das Handtuch zurechtgerückt wird und ein Kleinkind das erste Mal saftiges Gras unter den nackten Füßen spürt.
"Was ich gegen die Maulwurfhügel machen werde, muss ich mir noch überlegen", sagt Arwed Grüßner. Er kümmert sich als städtischer Mitarbeiter um das Freibad und überwacht den Winterschlaf.


Die Ruhe vor dem Sturm

Im September wird es Tag für Tag ruhiger im Schwimmbad. "Zwar kommen nach den Sommerferien immer noch ein paar Schwimmer, aber sonst lässt das Interesse spürbar nach", weiß Wolfgang Tully von der Stadt Eltmann. Mitte September ist dann Schluss. "Dann wird das Freibad winterfest gemacht", erklärt Tully.

Was bedeutet bei einem Freibad winterfest: Wird das Wasser abgelassen? "Nein, das Wasser muss bei unserem Becken drin bleiben", erklärt Tully. Sonst würde der Putz bei kalten Temperaturen abbröckeln. Stattdessen kommt sogar noch was rein ins Becken. "Sogenannte Überwinterungsmittel werden ins Wasser gegeben." Das sind Chemikalien, die eine zu starke Algenbildung verhindert sollen. "Klar, Moos setzt sich in dem stehenden Wasser trotzdem fest", sagt Tully. Denn die ganze Technik sei ausgeschaltet. Also auch die Umwälzanlage.


Schutz vor Eis

Damit bei klirrender Kälte das Wasser nicht am Beckenrand festfriert, kommen noch Plastikplatten auf die Wasseroberfläche. "Eisdruckpolster heißen die, und sie verhindern, dass das Becken vom Eis beschädigt wird", beschreibt Grüßner den Nutzen dieser Platten. Alle 14 Tage macht Grüßner einen Kontrollgang. "Ab und an schmiere ich eine der Pumpen, damit da nichts einrostet", erklärt Grüßner. Doch sonst muss vor Ort nichts erledigt werden.

Im März kehrt dann das Leben zurück ins Freibad. Das Wasser wird abgelassen und das Becken bekommt einen frischen, blauen Anstrich. Die Maulwurfhügel werden entfernt. Und die Technik wird gestartet. "Da bin ich mal gespannt, welche Überraschungseier wieder auf mich warten", sagt Grüßner und lacht. Die Leitungen sind alt, immer tropfe es irgendwo. Wen wundert es: Das städtische Freibad in Eltmann ist das älteste in der Region, es geht steil auf die 80 zu. Doch in Rente will die Stadt das Bad noch lange nicht schicken. Deswegen soll saniert werden. "Das Kinderbecken ist bereits erneuert worden und das hat sich gelohnt", meint Tully. Denn nach seiner Einschätzung kommen deutlich mehr Mütter mit ihren Kleinkindern ins Freibad seit der Sanierung.


Sanierung geplant

Nun soll der Rest angegangen werden. Deshalb hat die Stadt entschieden, dass sowohl das Nichtschwimmer- als auch das Schwimmerbecken, die beide aus dem Eröffnungsjahr 1938 stammen, saniert werden sollen. "Das wird ein Millionenprojekt", sagt Tully. Daher habe man sich bei einem Förderprogramm für Freizeitanlagen um Zuschüsse beworben. "Wenn diese genehmigt werden, soll es schnell losgehen", erklärt Tully. Am liebsten bereits im kommenden Jahr. "Wir hoffen, dass wir die Badesaison 2018 mit zwei neuen Becken eröffnen können", sagt Tully. Doch ein Winter werde für die Sanierung nicht ausreichen. Stattdessen müsste einen Sommer lang allen der Zutritt zum Schwimmbad verwehrt bleiben, nicht nur den Maulwürfen.