"Die Seniorenlandschaft in und um Ebern ist gut aufgestellt". Dieses Fazit zog Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) am Ende einer Sitzung des städtischen Seniorenbeirates in der Tagesbegegnungsstätte "St. Elisabeth" in Ebern.

Dies zeigten die vielen Aktivitäten verschiedener Einrichtungen. Aber auch die Stadt tue das Ihre, um den Senioren angenehme Lebensbedingungen zu schaffen. Isabell Kuhn, die Seniorenbeauftragte im Stadtrat (Junge Liste) sprach in ihrer Rückschau von vielen Feiern und Begegnungen mit schönen Eindrücken. Besonders hob sie den 40. Geburtstag des Seniorenkreises der katholischen Pfarrei St. Laurentius hervor, den sie mit den Kindern der Lebenshilfe Ebern besucht hatte.

Das Seniorenzentrum "St. Elisabeth" habe mit Frau Ute Engel eine neue Hausleitung erhalten, die Caritas-Sozialstation und das Rote Kreuz seien umgezogen, was sie als Indizien für eine "Veränderung der sozialen Landschaft" nannte. Obendrein habe das Sozialpsychiatrische Zentrum (SBZ) in Ebern einen Anbau erhalten. Die siebte Auflage des "Grautürmla" belege, wie vielfältig und unterschiedlich das Angebot der Stadt Ebern auch für Senioren sei.

Im April sei ein Treffen als Grundstein für ein "Soziales Bündnis für Familien und Senioren" in der Frauengrundhalle gewesen. Die Gründungsversammlung für dieses Bündnis in Ebern stehe noch aus. Wie der evangelische Pfarrer Bernd Grosser mit Blick auf den Bürgermeister anmerkte, sei diese Versammlung doch für den Herbst dieses Jahres angekündigt gewesen. Der suchte die Verzögerung mit organisatorischen Gründe zu entschuldigen.

Unterwegs mit Behinderten

Kuhn berichtete von einem Rundgang durch die Stadt mit zwei gehbehinderten Frauen. In diesem Zusammenhang sei es erfreulich, dass es nun barrierefreie Zugänge zu Kirchen gebe. Ein barrierefreier Gehweg am Stadtberg wäre von Vorteil für Behinderte und Senioren, fand die Stadträtin. "Das Wichtigste erscheint mir, dass Barrieren im Kopf abgebaut werden, dann sind bauliche Barrieren auch kein Hindernis mehr", sagte die Seniorenbeauftragte, die ihr Amt der Seniorenreferentin als "Herzensangelegenheit" bezeichnete. "Wir müssen uns fit für die Zukunft machen und uns vor allem der Herausforderung des demografischen Wandels stellen."

Der ehrenamtliche Berater vom Pflegestützpunkt Haßberge, Kurt Schmitt, informierte über die Wohnraumberatung für Senioren. Da es fast allen Senioren am liebsten sei, zu Hause zu bleiben, bestehe ein Bedarf an entsprechender Beratung, wie man seine Wohnung am Besten an die Ansprüche des Alters anpassen kann. Dieses Angebot am Pflegestützpunkt solle rechtzeitig in Anspruch genommen werden, "nicht erst fünf Minuten vor zwölf". Hier gelte es auch Pflegende mit einzubeziehen. Es gehe darum, konkrete Handreichungen zu geben und Finanzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen, sagte Schmitt.Die Beratung sei kostenlos.

Wie vielfältig die Seniorenarbeit in Ebern und Umgebung ist, zeigten die Kurzreferate der Aktivisten aus verschiedenen Bereichen: Die Heubacherin Renate Becker berichtete für die Kirchengemeinde Rentweinsdorf von Plauderstündchen und Seniorennachmittagen im Marktsaal Rentweinsdorf. Für den Gemeindekreis St. Laurentius warb Maria Häfner für die monatlichen Treffen und Ausflüge. Als "leider sterbenden Verein" bezeichnete Erich Steppert den Caritasförderverein, der die Arbeit mit den Kommunionkindern und die "Tafel" unterstützt . Die Mitgliederzahl sei von ehemals 160 auf 100 zurückgegangen, Nachwuchs gebe es so gut wie nicht. Waltraud Schneider schilderte die anstrengende Arbeit bei der Malteser Hospiz und in der Sterbebegleitung. Winfried Golonka vom VdK Ebern gab einen kurzen Überblick über die Unterstützungsmöglichkeiten durch den Sozialverband.

Agiler Kreis

Der katholische Seniorenkreis Unterpreppach wird von Bruno Deublein geleitet, der das vielfältige Angebot aufzeigte. In Eyrichshof leiten Otto Schmitt und Ingrid Herold den Stadtteiltreff in Eigenregie und sorgen bei den Senioren für Kurzweil. "Bald feiern wir unseren 70. Stadtteiltreff" freute sich Schmitt. Brunhilde Giegold sprach für den evangelischen Seniorenkreis Fischbach, der alle sechs bis acht Wochen eine Zusammenkunft habe und Pfarrer Bernd Grosser von der evangelischen Gemeinde Ebern und Jesserndorf sprach das Fit-Projekt und den Seniorentanzkreis an. "Angebote für ältere und nicht mobile Senioren sind eine Schwachstelle in der Arbeit", gestand der Geistliche.

Pater Richard Pfletschinger lobte für die katholische Kirche in Ebern die gute Zusammenarbeit mit allen Gruppen die sich ehrenamtlich um Senioren kümmern. "Schön, dass sie sich und so viele für ältere Menschen zuständig fühlen." Aber auch die Profis hatten das Wort: Einen kurzen Abriss über ihre Arbeit gaben für das Seniorenzentrum Heimleiterin Ute Engel, für das Sozialpsychiatrische Zentrum Manuela Spörl und für Caritas die stellvertretende Leiterin Sabine Päth. Für den Diakonieverein Haßberge sprach Cornelia Schulze-Weidlich.

Das "Grautürmla"

Die in siebter Auflage erschienene Seniorenbroschüre ist Vereins- und Telefonregister, Branchenbuch, Terminkalender und Liste der Internetadressen und Zuständigkeiten in der Stadt in einem. Erhältlich ist das Heft in der Verwaltungsgemeinschaft, dem Café Elisabeth und in der Stadtbücherei.

von Helmut Will