Einen "Trauerfall", aber auch ein freudiges Ereignis hatte die Feuerwehr Wasmuthhausen am Sonntag zu feiern. Einmal musste sie Abschied nehmen von "Florian 44/1", einem alten Ford Transit, der viele Jahre auf dem Buckel hatte, zum anderen konnte sie ein nagelneues Tanklöschfahrzeug TSF, welches den Rufnamen seines Vorgängers übernahm und das amtliche Kennzeichen HAS- FW 441 trägt, seiner Bestimmung übergeben.

Schon bei einem Frühschoppen mit der "Original-Wallfahrer-Kapelle" aus Bad Königshofen feierten die Wasmuthhäuser ihre neue Errungenschaft und nach dem Mittagstisch wurde das Einsatzfahrzeug in den Mittelpunkt gestellt und eingeweiht. Am späten Sonntagnachmittag gab es dann noch Stimmungsmusik mit einer Partyband aus Forchheim.

"Die hohe Einsatzbereitschaft der Feuerwehr setzt nicht nur hochmotivierte und leistungsfähige Feuerwehrleute voraus, sondern dazu gehört auch das notwendige moderne technische Equipment", sagte Landrat Wilhelm Schneider in seinem Grußwort. Letzeres wurde der Feuerwehr in Wasmuthhausen am Sonntagnachmittag in Form eines Mercedes Sprinter TSF von Bürgermeister Wolfram Thein übergeben.


Viele bürokratische Hürden

Dass die Feuerwehr im Dorf einen hohen Stellenwert hat, machte Kommandant Christian Vogel an dem guten Besuch fest. "Heute ist ein großartiger Tag für unseren Ort und wir können mit Stolz unser neues Feuerwehrfahrzeug einweihen", sagte Vogel. Der Kommandant erläuterte den "langen Weg" von der Idee für ein neues Tanklöschfahrzeug bis zur Anschaffung. "2012 wurde mit der Planung und den Antragstellungen begonnen und im Juni 2016 konnte es nach Überwindung vieler bürokratischer Hürden schließlich bestellt werden", sagte Vogel. Es sei eine richtige Entscheidung gewesen, mit dem neuen Auto in Sicherheit und Zukunft zu investieren.

"Es ist ein schöner Anlass für einen Bürgermeister, das verpackte Geschenk zu enthüllen und an die Feuerwehr zu übergeben", sagte Bürgermeister Wolfram Thein (SPD). "Unsere Feuerwehr ist es uns Wert, sie gut auszustatten, für die Sicherheit unserer Mitbürger. Dazu gehört auch die notwendige Neuanschaffung des Feuerwehrautos." Die Feuerwehr in Wasmuthhausen spiele, wie alle anderen Feuerwehren eine zentrale Rolle in den Ortschaften. "Das neue Auto kostet mit Ausstattung des Digitalfunks 95 000 Euro, eine stolze Summe, die gut investiert ist", sagte Thein. Der Bürgermeister zeigte die Schritte auf, die bei der Neuanschaffung nötig waren. "Ich muss sagen, dass die Wünsche an das neue Feuerwehrauto von euch in Wasmuthhausen nicht überzogen waren, aber es wurde auf Qualität geachtet." Dass die Wasmuthhäuser ihr Auto gut pflegen werden, sei für ihn keine Frage, sonst hätte das alte Feuerwehrauto nicht so lange gehalten.


Schneider: Gelebter Gemeinsinn

Norbert Lang, Stadtpfarrer in Seßlach, und Lektor Volker Sauerteig aus Altenstein nahmen die Segnung und Einweihung des neuen Feuerwehrautos vor. "Es ist ein großer Segen, dass Menschen sich für andere einsetzen und hingeben wenn es gilt, zu helfen, ohne auf sich selbst zu achten", sagte der katholische Geistliche. Er hoffte, dass sie bei ihren Einsätzen stets von Gott begleitet würden wenn sie für Menschen in Not unterwegs wären. Er und Lektor Volker Sauerteig für die evangelische Kirchengemeinde stellten das neue Feuerwehrauto unter den Schutz Gottes.

Landrat Wilhelm Schneider (CSU) sagte, dass es Sicherheit nicht zum Nulltarif gebe. Für den Markt Maroldsweisach sei es eine große Herausforderung, für 15 Wehren im Gemeindegebiet zu sorgen. Als Landrat sei er stolz auf die Feuerwehren im Landkreis. "Sie sind Institutionen, die für gelebten Gemeinsinn stehen und große Strahlkraft besitzen, wenn es darum geht, Gemeinschaft, Nächstenliebe und Solidarität zu symbolisieren." Gerätschaften und Fahrzeuge müssten auf aktuellem Stand sein, um die Aufgaben effektiv erfüllen zu können. "Deshalb bin ich froh, dass die Marktgemeinde Maroldsweisach das neue Tragkraftspritzenfahrzeug für die Feuerwehr Wasmuthhausen beschafft hat." Mit dieser Investition seien optimale Voraussetzungen geschaffen, um im Ernstfall besser und schneller helfen zu können. In Wasmuthhausen mit 197 Einwohnern sei eine motivierte und gut gerüstete Feuerwehrtruppe vorhanden. "Aktuell leisten hier 32 Männer und drei Frauen aktiven Dienst, dazu kommen noch drei Jugendliche."

MdL Steffen Vogel (CSU), der selbst viele Jahre in Wasmuthhausen die Feuerwehruniform trug, bezeichnete die Anschaffung des neuen Feuerwehrautos als gute Investition. "Dahoam ist dahoam", könne er, angelehnt an die gleichnamige Fernsehserie, in seinem Heimatort sagen. Deshalb sei er auch sehr gerne gekommen, um sich mit allen in Wasmuthhausen über die Neuanschaffung zu freuen. Feuerwehren seien oft "der tragende Verein" in den Ortschaften. "Wie würden die Ortschaften ohne die Feuerwehren aussehen", fragte der Abgeordnete.


Kritik an "Feuerwehrverweigerern"

Vogel bedauerte, dass die Schutzabgabe für "Feuerwehrverweigerer" abgeschafft wurde. "Selber will ich mich nicht ausbilden lassen. aber wenn ich Hilfe brauche, soll die Feuerwehr kommen." Das sei eine ungute Haltung von Menschen, die bei der Feuerwehr nichts leisten wollen, aber deren Hilfe im Brand- oder Einsatzfall fordern. Grußworte sprachen Kreisbrandinspektor Peter Hegemann für die Dienstaufsicht, der örtliche Gemeinderat Eberhard Vogel (CSU) als Vorsitzender des Feuerwehrvereins, Bürgermeister Martin Mittag (CSU/LV) aus Seßlach und Vertreter der Feuerwehren Maroldsweisach und Aubstadt. Eberhard Vogel übergab an Kommandanten Christian Vogel ein Megafon, damit seine Stimme immer Gehör finde. Besonderes "Löschwasser" in Form von Bierfässern überreichten die Feuerwehrvertreter von Maroldsweisach und Aubstadt.