Normal arbeitet die Freiwillige Feuerwehr selbst mit Wasser. Wie ist es aber, wenn ein Feuerwehrler plötzlich im Wasser ist? Um dies zu erkunden, trafen sich rund zwanzig Ehrenamtliche der Feuerwehren Ebern, Untermerzbach, Rentweinsdorf und Pfarrweisach im Haßfurter Freibad. Organisiert wurde das Ganze von Kreisbrandinspektor Thomas Habermann und Matthias Benkert von der Wasserwacht Haßfurt.

Wie wichtig eine solche Schulung für die Feuerwehren ist, war erst zwei Tage zuvor wieder deutlich geworden, als bei Theres eine 22-Jährige mit ihrem Kleinwagen in den Main gerollt und versunken war. Insgesamt über 100 Einsatzkräfte waren unter der Leitung von Marcel Heinz aus Haßfurt an der Unfallstelle, darunter die Wasserwachten Haßfurt, Eltmann, Sand, Sennfeld und Schweinfurt mit rund 60 Aktiven.

Doch diesmal ging es weniger dramatisch zu: Im gesperrten Schwimmerbecken wurde den Rettern die Möglichkeit gegeben, in voller Schutzausrüstung ins Wasser zu gehen. Hierbei sollte der Ernstfall nachgestellt werden, wenn sich eine Einsatzstelle an einem Gewässer befindet oder Hochwasseralarm ist. So war zum Beispiel vor einiger Zeit ein Feuerwehrmann aus Südbayern ums Leben gekommen, weil er unbeabsichtigt ins Hochwasser fiel.


Am besten zusammenkauern

"Bei 34 Grad Körpertemperatur wird das Bewusstsein stark getrübt und bei 33 Grad hört das Herz auf zu schlagen" erklärte Stephan Schneider, Einsatzleiter der Wasserwacht. Deshalb sei es wichtig, nicht wild um sich zu schlagen, sondern sich zusammen zu kauern, weil hierbei die Körpertemperatur noch am besten gehalten werden kann. Sinnvoll für den Einsatz am Wasser sei immer eine Schwimmweste, denn so könne der Kopf dauerhaft über der Wasserlinie gehalten werden.

"Am Anfang ging es, aber dann hat sich die Kleidung mit Wasser vollgesaugt, dann war es echt kalt. Eine Luftblase befand sich bei mir am Bauch und dann bin ich immer nach hinten gefallen. Ich war echt froh, als ich wieder draußen war." das erzählte Katrin Habermann aus Unterpreppach, die als einzige Frau im Wasser war.
Mit einer Watthose bekleidet, sprang der Eberner Simon Gerstenkorn ins Wasser. Danach berichtete er, dass er die Hose sehr schnell voll Wasser lief und er die Orientierung verlor.

Begleitet wurde die Übung von 25 Wasserrettern und Tauchern der Wasserwacht Haßfurt, die die Feuerwehrangehörigen im Wasser begleiteten und für deren Sicherheit sorgten.

Kreisbrandinspektor Thomas Habermann war voll zufrieden mit der Übung und bat alle Teilnehmenden, sich als Multiplikatoren zu betätigen und ihren Kameraden, die nicht dabei waren, von ihren Erfahrungen zu berichten.
Einen großen Dank sprachen alle dem Verantwortlichen im Haßfurter Schwimbad, Günther Schleelein, und dem Stadtwerk Haßfurt aus, dass diese ungewöhnliche Übung unkompliziert ermöglicht wurde.

Für nächstes Jahr ist Ähnliches geplant. Und zwar sollen dann die Feuerwehrler im Eissportstadion üben, sich auf dem glatten Untergrund fortzubewegen.