Der Gemeinderat Untermerzbach befasste sich mit dem Haushalt der Gemeinde für das Jahr 2017. Außerdem wurden im größeren Umfang Arbeiten für ein Untermerzbacher Großprojekt, die "Bürgerwerkstatt" am Marktplatz, vergeben.

3,07 Millionen Euro umfasst der Haushalt 2017 im Verwaltungs- und 1,19 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Der Schuldenstand der Gemeinde betrug zum Jahresende 2016 938 100 Euro. Eine freie Finanzspanne, Indikator für die finanzielle Beweglichkeit eines Haushaltes, ist nicht vorhanden. Von einem "frühen Haushalt" sprach Bürgermeister Helmut Dietz (SPD).

Zunächst aber ging Edgar Maier, Verwaltungsleiter und Kämmerer der Gemeinde, auf die Jahresrechnung 2016 ein. Die Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt lagen demzufolge bei 3 591 702,71 Euro, beim Vermögenshaushalt bei 1 205 318,88 Euro.

Schwer habe er sich bei der Aufstellung getan, sagte Kämmerer Edgar Maiern was vielfältige Gründe habe. So gab es Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer und verschiedene Förderprogramme spielten mit rein. Nichtveranschlagte Ausgaben wie für den Umbau des Kindergartens, Straßenbeleuchtung und Restabwicklung Rathaus waren zu berücksichtigen.

Das Fazit von Edgar Maier: Die finanzielle Entwicklung für 2016 sei erfreulich. Allerdings stünden in nächster Zeit "extern bedingte Kosten" im Raum, weshalb die Ausgabenpolitik im Auge zu behalten sei. Hier nannte er Kreisumlageentwicklung im Hinblick auf Schulbauten. Ein größeres Rücklagenpolster sei aufzubauen, um gegen Überraschungen gefeit zu sein. Da Gremium stimmte der Jahresrechnung 2016 zu.

Die örtliche Prüfung der Jahresrechnung 2016 nahm Gemeinderat Gerald Karl (Bürgerblock/FW) vor. Insgesamt stellte er der Verwaltung ein gutes Zeugnis aus, bemängelte aber, dass wohl nicht alle Vierbeiner-Freunde in der Gemeinde Hundesteuer zahlen würden. "Man sieht Leute mit Hunden, die in unserer Liste nicht erfasst sind", so Gerald Karl. Auch die zwölf neuen Buden, die für den Weihnachtsmarkt angeschafft wurden, sind seiner Meinung nach zu teuer. Hohe Kosten erkannte der örtliche Rechnungsprüfungsausschuss auch bei den Kosten für Heizung und Sicherheit der Grundschule.

Auf den Haushalt 2017 eingehend, nannte Maier im Verwaltungshaushalt die Summe von 3 077 810 Euro, im Vermögenshaushalt 1 196 300 Euro. Kreditaufnahmen seien 2017 nicht vorgesehen. Eckpunkte im Verwaltungshaushalt bei den Einnahmen seien Schlüsselzuweisungen von 266 00 Euro, Gewerbesteuer von 750 000 Euro. Auch die Einkommensteuerbeteiligung könne sich mit 780 000 Euro sehen lassen, so Maier.


Kreisumlage ein großer Posten

Bei den Ausgaben schlägt die Kreisumlage mit 937 000 Euro zu Buche. "Da dreht sich mir immer das Herz", so der Kämmerer. Weitere große Posten sind die Personalkosten im Kindergarten mit 160 00 Euro und die Gewerbesteuerumlage mit 171 500 Euro. Das Gremium stimmte zu.

Für das Jahr 2017 sind Investitionen veranschlagt. So für Hochbaumaßnahmen Marktplatz 7, Synagoge Gleusdorf und Kirche Obermerzbach die Summe von 685 000 Euro. Für Tiefbau der Betrag von 68 000 Euro, und zwar für Wasserversorgung, Umstellung der Straßenbeleuchtung, Kanal und Breitband. Für Vermögenserwerb sind 155 000 Euro eingestellt. An Zuschüssen erwartet die Gemeinde 554 100 Euro. Die Zinsbelastung beim Schuldendienst beläuft sich auf 8550 Euro, getilgt sollen 95 250 Euro werden, was einen Gesamtschuldendienst von 103 800 Euro ergibt.

Vorausschauend sagte Edgar Maier, dass es von der künftigen Finanzausstattung abhängen werde, inwieweit weitere Investitionen in den nächsten Jahren vorgenommen werden können. "Kernpunkt wird die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen sein und die Schlüsselzuweisungen bzw. die Kreisumlage."

Beim Bauvorhaben Marktplatz 7 in Untermerzbach, wo eine "Bürgerwerkstatt" entsteht, geht es voran. Von den Bauarbeiten zeugen Kräne, die dort aufgestellt sind.

In der Gemeinderatsitzung hat das Gremium folgende Gewerke vergeben: Elektroarbeiten für 24 882 Euro an eine örtliche Firma, Innenputzarbeiten für 103 300 Euro an eine Firma aus Ebern, Heizung und Sanitär für 41 200 Euro an eine Firma im Landkreis Coburg. Die Ausschreibung für Fassadenverkleidung wurde aufgehoben, da ein Angebot von mehr als 100 Prozent über dem Ansatz vorlag.

Im Bereich Truschenhöhe kam es in den vergangenen Wochen zu mehreren Verstopfungen im Kanal, die partiell beseitigt wurden, sagte Bürgermeister Helmut Dietz. Hierbei wurden Steine und Sandablagerungen festgestellt, wovon sich weitere voraussichtlich auch im weiteren Verlauf der Abwasserleitung bis zum ZV-Pumpwerk befinden.


Kanal muss gereinigt werden

Deshalb sollte im Zuge der Inspektionsarbeiten und um größere Schäden zu vermeiden, die Abwasserleitung von der Truschenhöhe bis zum Zweckverbandspumpwerk gespült, gereinigt und mit der Kamera befahren werden. Gleichzeitig, um die Kosten der Baustelleneinrichtung zu sparen, sollte die Abwasserleitung von der Brückenstraße bis in den Schlossweg in Untermerzbach kamerabefahren werden. Dieser Abschnitt fehle noch in den Untersuchungen der Abwasserleitung in Untermerzbach. Hier wird mit einer Summe von 16 500 Euro gerechnet. Da noch keine Angebote vorlagen, wurde der Bürgermeister beauftragte den Auftrag an die Firma zu vergeben, die das günstigste Angebot vorlegt.

Als dringliche Anordnung gab Bürgermeister Helmut Dietz die Anschaffung eines gebrauchten Traktors an. Der alte Traktor sei in die Jahre gekommen und es müssten mit hohen Reparaturkosten gerechnet werden. "Hubert Müller vom Bauhof hat einen gebrauchten und leistungsstärkeren Traktor im Internet gefunden", sagte der Bürgermeister. Diesen hätten sich er und Müller in Landsberg am Lech angesehen und für gut befunden. Abzüglich des Erlöses für den alten Traktor müssten für den gebrauchten 9000 Euro investiert werden.

Einen "Relaunch", eine grundlegende Überarbeitung, soll für die Homepage der Gemeinde vorgenommen werden, um diese den Erfordernissen anzupassen, teilte der Bürgermeister mit.

Außerdem könne der Gemeindewald wie bisher von Förstern des Amtes für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Schweinfurt betreut werden, wurde von dort durch Jürgen Hahn mitgeteilt. Feuerwehrpumpen werden für die Gemeinde angeschafft. Hier habe man schon entsprechende ins Auge gefasst, sagte Dietz.