Für alle Kindergärten in Bayern gibt es seit 2015 die Möglichkeit, die eigenen Qualitäten in der Kindertageseinrichtung mit Unterstützung eines pädagogischen Qualitätsbegleiters (PQB) weiterzuentwickeln. Mit dem Caritas-Kindergarten Breitbrunn erhielt nun auch ein kleinerer Kindergarten die Möglichkeit, sich an dem Modellversuch zu beteiligen: Die Verantwortlichen unterzeichneten jetzt den entsprechenden Vertrag. Der Kindergarten Breitbrunn betreut derzeit 33 Kinder (17 Regel-, neun Krippen- und sieben Schulkinder).

Voraussetzung dafür war, dass sich der Landkreis Haßberge an einem Modellprojekt des Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration beteiligt hat mit dem Ziel, eine weitere Professionalisierung der frühpädagogischen Fachkräfte und eine systematische Qualitätsentwicklung in den Kindertageseinrichtungen zu begleiten. Mit Diplompädagogen Mathias Tuffentsammer hat man dazu seit Jahresbeginn eine Fachkraft eingestellt, die dieses Modellprojekt steuert und den Einrichtungen als Ansprechpartner zur Verfügung steht.


Modellversuch bis Ende 2018

Der bis Ende 2018 angelegte Modellversuch soll den Kita-Teams eine konstruktive Begleitung der täglichen Arbeit ermöglichen, um die Praxis zu verbessern. Mathias Tuffentsammer zog nach einem halben Jahr eine erste Bilanz seiner Arbeit. "Mit dem Caritas-Kindergarten in Breitbrunn nehmen nun 29 von 62 Kindertageseinrichtungen am Angebot des Landratsamtes teil. Weitere 15 Kitas werden von den Pädagogischen Qualitätsbegleitern der privaten Kitaträger unterstützt. Gerade die kleineren Kitas konnten bisher nur sehr wenig von solchen Angeboten profitieren, da die Teilnahme häufig nur ab einer bestimmten Kitagröße möglich ist."

Der Quallitätsbegleiter berichtet, er habe schon in einigen Einrichtungen am Kitaalltag teilnehmen und den Teams bereits viele positive Rückmeldungen geben können: "Interessant ist, dass in den Kitas bereits gute Arbeit gemacht wird, die vor allem aus einer bildungsanregenden, entwicklungsangemessenen Alltagsgestaltung und einer wertschätzenden Haltung gegenüber Kindern und Familien besteht. Das melde ich den Fachkräften dann auch so zurück."


Eigenes Angebot ist wichtig

Laut Mathias Tuffentsammer könne es nicht ausschließlich darum gehen, möglichst häufig "Hören, Lauschen, Lernen, Zahlenland oder ähnliche Programme umzusetzen, sondern besser ein Kita-eigenes, auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmtes Angebot zu entwickeln und fortlaufend zu aktualisieren: "Qualität wird nicht nur durch die Umsetzung von rezept-ähnlichen Förderprogrammen erreicht, sondern vor allem durch eine alltagsintegrierte Umsetzung von bildungsrelevanten Themen."

Er hoffe sehr, dass die Eltern die vielseitigen Kitaangebote wertschätzen und sich gemeinsam in einer funktionierenden Partnerschaft mit den pädagogischen Fachkräften der Bildung und Erziehung ihrer Kinder widmen können.


Die Eltern sind einbezogen

Mit der Leiterin des Kindergartens, Irmhilde Sauer, und dem Vorsitzenden des Kindergartenvereins, Michael Geiling, besprach Tuffentsammer dann die Modalitäten des Modellversuchs, dessen Inanspruchnahme freiwillig für die Einrichtung sei. Vorsitzender Michael Geiling begrüßte es, dass sich das Team um Irmhilde Sauer bereiterklärt habe, daran teilzunehmen. Auch die Einbeziehung der Eltern in die Arbeit der Kindertageseinrichtung könnte dabei ein wertvoller Aspekt sein. In der Laufzeit des Modellversuchs soll die Einrichtung mindestens acht mal vor Ort beraten werden. gg