Zum aktiven Einsatz für die Menschenrechte hat der Bischof der Diözese Würzburg, Friedhelm Hofmann, am Osterfest aufgerufen. Bei der Feier der Osternacht am Samstagabend sagte der Bischof, dass es Mut brauche, sich der Botschaft von Ostern innerlich zu öffnen: "Wenn Christus wahrhaftig auferstanden ist, können wir es nicht einfach bei diesem Faktum belassen." Dann gelte es nicht nur, die Charta der Menschenrechte dankbar anzunehmen, die auf diesem Glauben basiert, sondern sich auch für die Menschenrechte aktiv einzusetzen, "angefangen bei den Asylsuchenden über die Randgruppen unserer Gesellschaft bis hin zu den wirtschaftlich Benachteiligten und zu Unrecht Gefangenen weltweit".

Zivilcourage gefordert

Dieser Einsatz sei auch dann gefordert, wenn es Nachteile bringe. Wer als Christ an die eigene Auferstehung glaube, könne nicht den Lebenshunger auf die wenigen irdischen Lebensjahre eingrenzen. Beim Pontifikalamt am Ostersonntag sprach Bischof Hofmann davon, dass der Osterglaube unter den Heilsangeboten der Erde alternativlos sei.

Die Elemente der Osternacht und die vorgetragenen Texte deutete Bischof Hofmann beim nächtlichen Gottesdienst im Dom als Hilfen zum Nachspüren der von Gott ins Leben gerufenen Schöpfung, ihrer durch menschliche Schuld erfahrbare Begrenzung durch Leid und Tod und deren Überwindung durch die Auferstehung Jesu Christi.

"Wir alle durchleben eine Zeit, in der nicht nur die physischen Dunkelheiten eines langen, nicht enden wollenden Winters uns bedrängen, sondern auch die gesellschaftlichen Umbrüche, persönliche und weltweite Krisen, Hungersnöte, Leid und Terror." Die Osternacht greife einerseits die Dunkelheiten des Lebens auf und führe andererseits in das Licht des Ostermorgens. "Kern unserer nächtlichen Feier ist die Botschaft, dass die bedrängende Finsternis unseres Lebens erleuchtet, ja überwunden wird durch Christus."

Zweifel sind nicht neu

Bischof Hofmann betonte, dass der heutige Zweifel am Auferstandenen und damit an der Auferstehung nicht neu sei. "Er ist verständlich, denn diese Osterbotschaft ist revolutionierend und hat weitreichende Konsequenzen." Jesus zeige in seinem Erlösungsleiden und -sterben, dass Gott nicht willkürliche Macht, sondern die Liebe ist. "Der Auferstandene ist in Gott. Er schenkt uns den Heiligen Geist durch den wir erst diesen ungeheuren Schatz erkennen", sagte der Bischof.