"Heute habt ihr euch einen wirklich guten Tag ausgesucht, um ihn in abgedunkelten Räumen zu verbringen", scherzt Lambert Zumbrägel von der Medienfachberatung Unterfranken. Er begrüßte am vergangenen Wochenende die Teilnehmer des Seminars "Stop-Motion-Filme mit der Trickfilmbox - Trickfilme mit Kindern und Jugendlichen erstellen" in der gemeinsamen Geschäftsstelle von Kommunaler Jugendarbeit und Kreisjugendring in Haßfurt.


Einmal im Jahr

Einmal jährlich wird von der Kreisjugendpflegerin Eva Pfeil ein Medienseminar für Haupt- und Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit angeboten, wie das Landratsamt Haßberge mitteilt. Bisherige Themen waren "Facebook - Infos und Methoden für die Jugendarbeit", "Lichtgraffiti, 3D-Fotografie & Co.", "Mobile Gaming - Outdoor Spiele mit dem Smartphone für die Jugendarbeit" und "Fotografie, Bildrechte, Urheberrecht - Gute Fotos machen, spannende Fotoaktionen, fremde Fotos legal verwenden". In diesem Jahre drehte sich nun alles um den Trickfilm.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Jugendarbeit und Schule lernten die verschiedenen Trickfilmarten und Vorgehensweisen kennen. Zumbrägel informierte über die richtige Technik, von Beleuchtung, warmen und kalten Licht über Schatten und Diffusoren bis hin zu Soft- und Hardware, Schnittprogrammen, Tablets, Kameras, Stativen und Mikrofonen. Auch die Vor- und Nachteile eines Trickfilms wurden erläutert.
Anschließend wurden die Teilnehmer selbst aktiv und probierten in drei Kleingruppen die Stop-Motion-Technik aus. An zwei verschiedenen Trickfilmboxen in der Geschäftsstelle und einer "Outdoor-Station" im Park, konnten die Teilnehmer die verschiedenen Möglichkeiten und Programme kennenlernen.


Astronaut trifft Außerirdischen

Entstanden sind ganz unterschiedliche kleine Geschichten: Von Waldtieren im Weltraum ("Liegetrick"), dem Aufeinandertreffen von Astronauten und Außerirdischen ("Liegetrick"), einem Campingausflug mit großer Explosion (Playmobil "Brickfilm"), einer Schatzsuche auf einer Südseeinsel (Greenscreen Playmobil "Brickfilm"), einem Knetfilm und mehreren Geschichten über plötzlich verschwundene Menschen im Park oder einer etwas eigenwilligen verzauberten Parkbank ("Pixilation"). Nach dem Fotografieren ging es gleich an die Postproduktion mit den entsprechenden "Soundeffekten" - das heißt, Nachvertonung und Einfügen von Musik oder zum Teil selbst gemachten Geräuschen.

"Die Ideen sprudelten nur so heraus. Es war ein schönes kurzweiliges Seminar, bei dem die Zeit wie im Flug verging", stellt Kreisjugendpflegerin Eva Pfeil fest.


25 Bilder für eine Sekunde

Am Ende des Seminars waren die Teilnehmer stolz auf ihre selbst geschaffenen Trickfilme. Sie waren sich einig: "Stop-Motion ist cool". Die fertigen Filme stießen auf große gegenseitige Anerkennung, denn es war viel Geduld, Kleinstarbeit und auch Körperspannung gefordert - schließlich werden für jede Sekunde "flüssiger Film" etwa 25 Bilder benötigt. Abschließend wurden noch Tipps, Tricks und Erfahrungen ausgetauscht. red