In Oberhohenried hat man keinen Elferrat. Den braucht man auch nicht, denn mit der schlagfertigen Heike Appel hat man eine Moderatorin, die auf die ihr typische Art gekonnt durchs Programm führt. Passend zum Thema "Verrückt antik" machte sie den Sylbacher Sitzungspräsident Jürgen Heindl gleich zum "Cäsar" des Abends.
Mit dem Ruf: "Lasset die Spiele beginnen" kündigte Moderatorin Heike Appel mit dem Gardetanz die erste Glanznummer an. Die hübschen Mädchen der FSV-Garde legten in ihren blauweißen Uniformen vor dem herrlichen Bühnenbild, das ein der Akropolis nachempfundenes antikes Bauwerk zeigte, einen schwungvollen Gardetanz erster Güte auf das Parkett.

Komische Gerichtsverhandlung


Nach Schunkeleinlagen folgte die "Gerichtsverhandlung", bei der Daniel Fischer als Richter auf seinen Fragen zum Teil zweideutige Antworten des angeklagten Verführers (David Schober) und der Verführten (Christian Lößlein) erhielt. Die Lacher aus dem Saal waren der verdiente Applaus des Trios.
Weiter ging es mit dem Tanzauftritt der FSV-Mini-Garde in ihren Asterix-Kostümen. Als wollten sie sagen: "Die spinnen die Römer" zeigten die 6 bis ca. 14 Jahre alten Mädchen, das man sich in Oberhohenried keine Gedanken wegen Gardenachwuchs machen muss.
Was eine Heiratsanzeige in der Zeitung für Missverständnisse hervorrufen kann, führten dann die heiratswillige Kandidatin (Elena Krämer) und ihr auserwählter Liebhaber (Sonja Gerber) in einem gekonnten Auftritt vor. Während er von Katzen sprach, legte sie das in ihrer Phantasie ganz anders aus, so dass das Saalpublikum aus dem Lachen nicht heraus kam.
Mit der "Hitparade" brachten Christine Käb sowie Walter, Marie und Sophia Appel mit Stimmungsliedern wie "Ein Stern, der Deinen Namen trägt" oder dem "Fliegerlied" Stimmung und Bewegung in den Saal.
Gleich darauf hatte der Bankkunde (Oliver Glos) seine Probleme mit dem "sprechenden Bankautomat (FSV-Trainer Stefan Werb). "Sagen sie Eins wenn sie Geld abheben wollen", so der Automat, der jedoch kaum darauf einging sondern alles falsch verstand.

Moderne Tanzschritte


Als "einziger Tanzlehrer im Großraum Höred" kam anschließend Philipp Gessendörfer auf die Bühne, um den Publikum die heute modernen Tanzschritte vorzuführen. In einer weiteren Einlage stellte Volkmar (Voggi) Schneider als Prüfer der Faschingsunion die Faschingstauglichkeit des Publikums und der FSV-Akteure mit dem abschließenden Urteil fest, dass alle mit Bestnoten bestanden haben.
Es folgte der "Tanz der Römerinnen". Die hübschen Tänzerinnen in ihren stilechten Kleidchen zauberten mit männlicher Unterstützung einen wunderbaren Tanz auf die Bühne, so dass man sich bei dem dazu passenden antiken Bühnenbild tatsächlich das lustvolle Leben im alten Rom vorstellen konnte.
"Auriella" und "Petronella", das ist seit Jahren ein Begriff in der Höreder Büttensitzung. Hinter diesen Namen verbergen sich Heike Appel und Martina Gessendorfer, die als Dorftratschen so manches aus dem Ortsgeschehen wissen. Sie stellten fest, dass Höred kein Stadteil mehr sein will, denn erstens lasse sich kein Haßfurter Stadtrat (außer Brigitte Krauser) in Höred sehen und zweitens habe man vom Bäcker bis zum Bauunternehmer alles, was man zur Eigenversorgung der Einheimischen braucht. Warum es mit der Eigenständigkeit nicht klappt liegt einzig daran, dass es an einem eigenen Bürgermeister fehlt.
Auch andere Dinge wurden von den beiden auf die Schippe genommen. So die Bürgerversammlung, in der diskutiert wurde, wie oft das Dorfglöckchen bimmeln soll, dass man ein neues Ortschild haben möchte: "Oberhohenried grüßt die Durchfahrer", denn in Haßfurt funktioniere das auch oder dass man in der Nassach ein Schönheitsbad nehmen kann, wenn man Milch rein schüttet.
Ebenso wurde das Ortsgeschehen von den beiden treffend glossiert. So habe man einen Bürger, der als Pfarrer "die Sünden vergeben kann" und auch in einem nicht mehr so stark brodelnden Kessel könne man noch immer eine Karottensuppe kochen. Für solche Ausführungen war den beiden Dorftratschen natürlich der Applaus des Publikums sicher.
Weiter ging es mit einem seltsamen Paar (Daniel Fischer und David Schober), das darstellte, dass es auch in früheren Zeiten schon Sodom und Gomorrha gab. Er zu seiner Frau: "Den letzten Besen den ich in der Hand hatte, warst Du".
Es folgte der zweite Teil der Hitparade mit Stimmungsliedern wie "Du hast mich 1000 Mal belogen" und "Wir feiern die ganze Nacht" sowie anderen Aufheizern, bevor Martina und Wolfgang Gessendorfer auf die Bühne kamen. Es stellte sich heraus, dass beide ihre Silberhochzeit fast vergessen hätten. Schließlich wollte sie in einem "Oldy-Ball" groß feiern, während er nur die Füße hochlegen und ein Piccolo aufmachen wollte. Weitere deftige Worte flogen hin und her, so dass es viel Beifall für diesen Auftritt gab.
Lustige Missverständnisse gab es auch beim Sketch "Kindergesetz". Dabei wurde festgestellt, dass nach fünf Jahren kinderloser Ehe sich der Staat um Nachwuchs kümmert und einen dafür geeigneten Beamten ins Haus schickt. Bis sich alles aufklärte redeten Hausfrau (Christian Lößlein) und Beamter (David Schober) aneinander vorbei, was Lachsalven herausforderte.
Nochmals kamen die hübschesten Mädchen von Oberhohenried als FSV-Garde auf die Bühne, um dem Publikum einen Augenschmaus mit einem temperametvollen Show-Tanz zu bieten. Danach nahmen Philipp Gessendorfer und Christian Lößlein den Alt-Rentner-Aufbewahrungs-Container "Goldene Gans" auf die Schippe und erzählten ohne Umschweife, dass die Männer an den meisten Verkehrsunfällen Schuld sind. Weil sie den Frauen die Autoschlüssel geben.
Den Abschluss der witzigen, mit Pointen gespickten und schwungvollen FSV-Büttensitzung setzte das Männer-Ballet mit ihrem Auftritt in Anlehnung an das Musical "Cats" einen letzten Höhepunkt. Tanz, Aufmachung und Kostümierung waren einmalig, so dass das Publikum nochmals voll auf seine Kosten kam.
Nach dem Finale war in der Heinrich-Wolf-Halle noch lange nicht Schluss, denn Oberhohenried "feierte die ganze Nacht".