Geduldig ließen sie die Reden der verschiedenen Politiker und Funktionäre über sich ergehen und lockerten das Programm mit ihren Liedern sogar noch auf.

Besonderes Lob sprachen die Vertreterin des Landrats, Katharina Tschischka, als auch Adelheid Hüttlinger, die Vertreterin der Regierung von Unterfranken, der Stadt Ebern aus. "Unterfranken liegt bei der Betreuungsquote unter dreijähriger Kinder mit 31,6 Prozent an der Spitze in Bayern", berichtete Dr. Hüttlinger. "Und der Landkreis Haßberge toppt diesen Wert noch einmal mit 32,6 Prozent." Dass Ebern einen großen Teil zu diesem hervorragenden Wert beiträgt, ist für die Regierungsvertreterin sicher.

Ein Millionenprojekt

Und Katharina Tschischka ergänzte: "Die Stadt hat ihr selbst gestecktes Ziel hervorragend erreicht." Auch Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) ist stolz. Musste die Stadt durch diese Erweiterung doch nicht nur einen weiteren Kindergarten in ihr Eigentum übernehmen, sondern und vor allem einen großen Teil der Kosten für das Projekt stemmen. Insgesamt kostete die Maßnahme 1 308 456 Euro. "Und wir sind dem Architekten Günter Pollach besonders dankbar, dass die Kosten im geschätzten Rahmen geblieben sind", so der Bürgermeister.

Von den insgesamt 1,3 Millionen Euro musste die Stadt immer noch 52 Prozent, also 681 000 Euro alleine stemmen. Der Rest waren Zuschüsse des Landes Bayern. "Und ohne diese Hilfe hätten wir das Projekt nicht angehen können" so Robert Herrmann weiter.

Das Resultat kann sich sehen lassen. So bietet die Stadt nun 44 Krippenplätze, 24 davon die neu geschaffenen im Kindergarten "Arche Noah" sind. Zusammen mit den 175 Kindergartenplätzen in der Stadt ergeben sich 219 Betreuungsplätze.

Dafür musste allerdings auch eine Kindergartengruppe in der "Arche Noah" weichen. "Aber ich denke, damit haben wir die richtige Entscheidung getroffen", ist sich Herrmann sicher, besonders im Hinblick auf die vielbeschworene demographische Entwicklung. "Die Kinderzahlen gehen insgesamt zurück, aber der Krippenplatzbedarf steigt."

Auch Alfred Neugebauer, der Vorsitzende des Kindergartenvereins, war voll des Lobes. "Die Kinder sind ganz begeistert von ihrer Autobahn", berichtete er den Gästen. Gemeint ist dabei ein langer Gang in dem die Kinder ihre Bobby-Car-Rennen veranstalten.

Voll des Lobes waren auch alle Redner für die Erzieherinnen im Kindergarten. "Sie haben diese Umbauphase und die damit verbundenen Schwierigkeiten problemlos aber mit viel Aufwand gemeistert", lobte beispielsweise Alfred Neugebauer.

Bei der Segnung animierten die Kinder die Erwachsenen, bei ihren Liedern mitzumachen, und zeigten Pfarrer Bernd Grosser und Diakon Sven Steffan alle Räume, die der Segnung bedurften. Als jedoch Diakon Sven Steffan zum dritten Mal zum Gebet aufforderte konnte sich der kleine Ferdinand nicht zurückhalten und fragte ihn lautstark "Schon wieder?"

Spätestens damit war das Eis zwischen Gästen und den Kindern gebrochen. Der Diakon nahm's mit Humor und freute sich über die Lebendigkeit und Echtheit der Kinder. Architekt Günter Pollach übergab den Schlüssel an den Bürgermeister, der ihn wiederum an Alfred Neugebauer weiter gab. Doch auch hier blieb der Schlüssel nur einige Momente, bevor er von Neugebauer an Theresia Salomon, die Leiterin des Kindergartens, weitergereicht wurde. "Aber passen Sie auf, mit dem könnte man sich rasieren", zwinkerte der Architekt.

Dann endlich konnten sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen auf das Buffet stürzen. Neidisch blickte dabei so mancher Erwachsener auf die Süßigkeiten der Kleinen.