Die Firma, für die am 1. Oktober Insolvenz angemeldet wurde, ist pleite. "Der Betrieb wird nicht fortgeführt", teilte der Insolvenzverwalter, der Bamberger Rechtsanwalt Robert Wartenberg, auf Anfrage mit.

"Es geht gar nicht anders, weil viele der Mitarbeiter, die seit Monaten kein Geld bekommen hatten, gar nicht mehr da sind", beschreibt Wartenberg die Situation, da die Belegschaft zum Teil schon bei anderen Firmen untergekommen ist, oder beim Arbeitsamt vorstellig wurde.

75 Beschäftigte sind betroffen. In Glanzzeiten hatte die Baufirma mehr als doppelt so viel. Etliche davon stammen aus dem Raum Ebern, da bis vor rund zehn Jahren eine Zweigstelle im Stadtgebiet betrieben wurde, die nunmehr eine Autowerkstatt beherbergt. "Das machen die Humser" oder "die Humser können das" galt in Ebern als geflügeltes Wort, gleichsam eine Wertschätzung.

Ins einstige Eberner Bürogebäude zog mittlerweile ein Restaurant ein. Bis zuletzt gab es noch einen Lagerplatz auf dem Gelände von Schloss Eyrichshof.

"Das ist sicher nicht der Idealfall einer Insolvenz, aber uns bleibt nur die saubere Abwicklung nach den gesetzlichen Vorgaben", lautet das Fazit des Insolvenzverwalters, der die letzten Tage mit der Sicherung der Insolvenzmasse beschäftigt war.

"Viele ältere Fahrzeuge und Bagger", urteilen Kenner aus der Baubranche. "Die haben schon länger kein neues Material mehr gekauft."

So fand sich im Verlauf der letzten Woche noch ein Transporter am Lagerplatz am Schloss, der aber am Freitag abgezogen war. Dazu noch etliche Kabelrollen.

Es wurden auch noch Arbeiten an der Eberner Straßenbeleuchtung durchgeführt. "Der Steiger war noch immer unterwegs", teilten interessierte Beobachter mit und auch die laufenden Arbeiten im Rahmen der Dorferneuerung Salmsdorf werden vermutlich noch zum Abschluss gebracht.

Dies ist nicht überall der Fall: So bei der bereits begonnenen Verlegung einer neuen 20-kV-Leitung vom Umspannwerk Ebern bis zur Trafostation in der Sutte (Seniorenzentrum St. Elisabeth). "Manche Maßnahme wird sich verzögern und zusätzlichen Aufwand erfordern, weil wir zur Lösung des jeweiligen Falls neue Dienstleiter suchen müssen", erklärte Bayernwerk-Sprecher Christian Martens gegenüber inFranken.de.

Dass "Aufträge noch offen" sind, bestätigte auch Insolvenzverwalter Wartenberg. "Es bleibt uns gar nichts anderes übrig: Erstens haben wir kaum noch Leute, zweitens decken solche Aufträge die laufenden Kosten nicht."