Kabarett von einem Franken, aber nicht nur für Franken: Gut unterhalten fühlten sich die Besucher beim Frühschoppen mit Fredi Breunig am Kirchweih-Donnerstag im Marktsaal. Zwar hätte sich der Feuerwehrverein Sendelbach-Gräfenholz als Veranstalter durchaus über mehr Resonanz gefreut, aber der guten Stimmung tat das keinen Abbruch.

"Sehr gut" gefiel Margot Lulei das über zweistündige Programm. Dass sie dabei - nicht zuletzt dank ihrer roten Jacke - selbst zu einem Bühnenauftritt kam, machte ihr keine Probleme. "Das hat scho gepasst", sagt die Gleusdorferin später. Typisch fränkisch halt, genauso wie das Lob eines anderen Besuchers für Breunig: "Er macht sei Zeuch aber ned schlecht."

Mit Lokalkolorit

Zwar macht Breunig Kabarett nur "nebenbei", wie er selbst sagt, aber er versteht sein Handwerk. Dabei verlässt er sich nicht nur auf vorbereitete Pointen und pflichtgemäßen Lokalkolorit. Zusammen mit dem Publikum, das sehr gut mitzieht, entstehen immer wieder spontane Gags. Von wegen Franken haben keinen Humor. Sie können sogar über sich selbst lachen, so quasi.

Dörflicher Herdentrieb

Ob Breunig dörfliche Verhaltensweisen am Samstagvormittag beleuchtet, das Geschehen im Lande und der Welt aus fränkischer Sicht kommentiert oder auf die Besonderheiten des fränkischen Zungenschlags eingeht - das Publikum hat seinen Spaß daran, gerade auch weil manch einer sich selbst oder eigene Erfahrungen wieder erkennt: den Herdentrieb in Sachen Mülltonne rausstellen zum Beispiel oder den Wandel von der Milchsammelstelle zum "Bauer-Boint".

Zu den sprachlichen Eigenheiten gehört für Breunig unbedingt das kleine, aber ausdrucksstarke Wörtchen "fei", das Warnungen wie "Bass auf!" erst den richtigen Nachdruck verleiht. Und Begriffe wie Löws 16-köpfiger "Kader", der "Dämpfer" für Frankreichs Präsident Hollande oder eine "Therme" können für einen Franken durchaus missverständlich sein, hat der Kabarettist aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld herausgefunden.

Die Politik kommt bei diesem kabarettistischen Frühschoppen hauptsächlich in Gestalt zweier Talkrunden aufs Tablett - und Margot Lulei dadurch zu ihrem Bühnenauftritt: Dank ihrer roten Jacke darf sie die SPD vertreten bei der Frage, wie man eine unverhoffte Million im Landkreis Haßberge verwenden könnte. An Ideen mangelt es ihr und den vier Mitstreitern aus dem Publikum nicht. Vom Thermalbad im Itzgrund bis zur Brücke nach Haßfurt für den neuen Landrat Wilhelm Schneider (CSU) ist alles dabei.

Der Landrat inklusive

Apropos Brücke und Landrat: Landrat Schneider kommt als weiterer Talkgast selbst zu Wort. Munter plaudert Breunig mit ihm über alte Zeiten auf den Fußballplätzen der Region und seine ersten Erfahrungen im neuen Amt.