Was hat das Bankhaus Max Flessa KG mit den Mächtigen der Welt gemeinsam? Eigentlich nichts. Aber zur gleichen Zeit, als am Sonntagnachmittag die Teilnehmer des G7-Gipfels auf Schloss Elmau eintrafen, strömten die Gäste der Flessabank in den Rathaushof in Ebern, um mit der Bank deren 50-jähriges Bestehen zu feiern. Die Niederlassung in Ebern war im Jahr 1965 eröffnet worden. Die Gründung des privaten Bankhauses reicht bis in das Jahr 1924 zurück. Es ist damit 91 Jahre alt.

Hohe Ansprüche

"Seriosität und Kompetenz sind die Basis unseres täglichen Handelns", verkündete Mathias Ritzmann, persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses in seiner Begrüßungsrede. Dieser Anspruch sei Prämisse des Bankhauses mit hauptsitz in Schweinfurt, welches 29 Niederlassungen betreibt. Gegenüber dem Bankhaus, welches in Ebern am Marktplatz 15 angesiedelt ist, wurde das 50. Jubiläum im Rathaushof gefeiert und damit die Verbundenheit zur Stadt Ebern bekräftigt. Hier begrüßten Mathias Ritzmann und Wolfgang Schreiber, Leiter der Niederlassung in Ebern, die Besucher der Jubiläumsfeier. Unter den Gästen waren die Bürgermeister von Ebern, Jürgen Hennemann, Willi Sendelbeck aus Rentweinsdorf, Helmut Dietz aus Untermerzbach und Ralf Nowak aus Pfarrweisach, sowie Mitglieder des Stadtrates Ebern.

Aber auch ehemalige "Flessabanker", die teils jahrelang in Ebern Verantwortung trugen, waren zum Jubiläum ihrer Bank gekommen. Ihnen allen galt der Gruß von Mathias Ritzmann und Wolfgang Schreiber.

Mehrere Anlässe

"Am 1. Juni 1965 haben wir in zunächst bescheidenen Verhältnissen in der Spitaltorstraße in Ebern die Flessabank eröffnet", sagte Mathias Ritzmann. Viele persönliche Kontakte aber auch die Abschaffung der Lohntüte und die gleichzeitige Einführung der bargeldlosen Lohn- und Gehaltszahlung, seien Anlass für die Neueröffnung gewesen.

Unter den Gästen war auch Toni Welsch aus Eyrichshof, ehemaliger Mitarbeiter bei FAG Kugelfischer: "Ich kann mich noch gut erinnern, als wir bei FAG den Lohn für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Lohntüten abgezählt und eingetütet haben", sagte Welsch. Das Geld wurde damals in die Firma gebracht und bis zum Zahltag musste alles eingetütet sein. Als die Flessa nach Ebern gekommen ist, sei das vorbei gewesen.

"1971 erfolgte der Umzug der Bank an den Markplatz, wo Manfred Geßner die Leitung hatte" fuhr Mathias Ritzmann fort. Seit 2004 ist Wolfgang Schreiber Leiter der Niederlassung. Dort seien 16 Personen beschäftigt. Ritzmann legte ein "Bekenntnis" zum Standort Ebern ab, indem er seinen Krug hob, um auf eine weitere gute Zusammenarbeit seiner Bank mit Ebern und den Kunden anzustoßen.

Das nahm Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) gerne zur Kenntnis. Er zeigte seinen ersten Kontoauszug vom Oktober 1979 vor, auf dem seine erste Ausbildungsvergütung vermerkt war. Die "Flessa", damals Hausbank bei FAG, wo Hennemann lernte und arbeitete, hätte den Mitarbeitern besondere Konditionen geboten. "Ich kann mich noch gut erinnern an die Schalter der Flessa im Werk von FAG später auch noch bei FTE, wo die Mitarbeiter ihre Geldgeschäfte abwickeln konnten", sagte der Bürgermeister.

Ohne Sicherheitsschutz

Damals seien die Flessamitarbeiter Werner Göttlicher und Helmut Schuhmacher mit Geldkoffern ohne Sicherheitsschutz angerückt um im großen Gedränge die Löhne auszuzahlen. "Schön, dass die Flessa in Ebern ist und Arbeitsplätze zur Verfügung stellt", schloss der Bürgermeister.

Am Nachmittag wurden im idyllisch gelegenen Rathaushof viele Erinnerungen zwischen ehemaligen und noch aktiv arbeitenden "Bankern" ausgetauscht, aber auch mit den Kunden der Bank die zum Feiern gekommen waren, gab es Gespräche. Zur Unterhaltung spielte das Blasorchester Ebern unter Stabführung seines Vorsitzenden, Theo Lerche.

Ein weiterer "Nachbar" war in die Jubiläumsfeier der "Flessa" eingebunden und zwar der Bürgerverein Ebern, der am Nachmittag im Heimatmuseum "Kinder führen Kinder" anbot. Später erfreute ein Zauberer die jungen Besucher mit seinen Tricks und Späßen.