Den "American Way of Life" wollten elf Schüler des Regiomontanus-Gymnasiums in Haßfurt kennenlernen. Und sie wurden nicht enttäuscht: Von Baseball über einen "Home-Coming-Ball" und einen Besuch in New York war alles dabei, als sie im November für gut zwei Wochen in Pennsylvania waren.

"In der Salisbury High School haben wir jetzt einen wirklich engagierten Partner gefunden", sagt Harald Riegel, verantwortlich für den Schüleraustausch am Regiomontanus-Gymnasium.Er freut sich, wie er jetzt unserer Zeitung erklärte, dass in diesem Schuljahr erstmals ein "echter" Schüleraustausch mit den USA stattfindet. Am 15. Juni kommen die Partnerschüler aus den USA nach Haßfurt.

Interesse in den USA sehr hoch

"Wir hatten schon Gäste aus den USA, aber es war kein Schüleraustausch", erzählt Harry Riegel. Während eines USA-Aufenthaltes 2014 besuchte er auch einige Schulen und bei der Salisbury High in Allentown war das Interesse groß. "Die Schulleitung steht dort eindeutig hinter dem Schüleraustausch, wie das auch bei uns der Fall ist", erfuhr Aimée Waha, die mit Maria Eirich die elf Schüler begleitete.

Die Schüler wohnten bei ihren Gastfamilien, besuchten werktags ganz normal die Schule und bekamen damit einen idealen Einblick in das normale amerikanische Leben. Die deutschen Schüler verfolgten aber nicht nur den amerikanischen Unterricht, sie hielten auch viele Präsentationen, vermittelten ihren Gastgebern deutsche Bräuche, Jugendkultur und auch deutschsprachiger Pop kam bei den Amerikanern gut an.

Überwältigender als im Fernsehen

"Echt der Hammer" sei New York gewesen, berichtete Anna-Lena Bendel im Gespräch mit unserer Zeitung. Man kenne die Bilder zwar aus dem Fernsehen, aber live sei die Stadt noch viel überwältigender. Da Allentown nur gut eine Stunde Fahrzeit entfernt liegt, konnten alle Austauschschüler den "Big Apple" besuchen.

Sehr familiär seien sie aufgenommen worden, erzählt Nathalie Ullrich. So habe sie auch die Oma ihrer Gastgeberin kennen gelernt, sei mit in den Gottesdienst gegangen.

Identifikation mit der Schule

Die Schulveranstaltungen seien ganz anders als daheim, das fiel Franziska Müller besonders auf. Die dortige Schule ist wesentlich kleiner als das Regiomontanus-Gymnasium, aber grundsätzlich identifizieren sich amerikanische Schüler stärker mit ihrer Schule und ihren Farben. Das wurde vor allem bei den Wettkämpfen der Schulmannschaften deutlich, gleich ob im Baseball oder Football. "Die Schüler tragen da alle die Schulfarben", erzählt Anna-Lena. Auch privat seien Schul jacken beispielsweise an der Tagesordnung. Andererseits sei die Schule wegen der Sicherheitsauflagen "das reinste Gefängnis".

Die Haßfurter Gäste hatten das große Glück, neben Halloween auch das "Home Coming", den letzten Spieltag der Footballsaison, zu erleben. "Das wird ganz groß aufgezogen", erzählt Aimée Waha, sogar einen ,Ball' gibt es aus diesem Anlass.

Allerhand Vorurteile sah Clara Schumacher bestätigt, etwa die Autofahrt zum nur fünf Fußminuten entfernten Supermarkt, die viel größeren Portionen und die große Zahl von Fast-Food-Restaurants. Überhaupt würden die Amerikaner öfter außer Haus essen als deutsche Familien, berichteten alle vier Mädchen. Aber auch, wo oft selbst gekocht wird, gehören beispielsweise Chips zu den gängigen Lebensmitteln "und das in ganz großen Tüten", schilderte Franziska.

Ganz anders als in Deutschland

Schule ist in den USA ganz anders organisiert als in Deutschland, das wussten die deutschen Gäste vorher. Aber vieles überraschte dann doch: Laptops sogar in der Grundschule, "und viele Klassen sind nicht so richtig diszipliniert", meinte Anna-Lena.
Die Schultage sind lang, beginnen um 7.35 Uhr mit dem "Pledge of Alliance", dem Treueschwur auf Staat und Fahne, und dauern bis 14.30 Uhr. Dazwischen liegt dann nur die Lunch-Pause.

Viele Eindrücke brachten die Austauschschüler also mit aus den USA - und sie haben viel gelernt, nicht nur die Sprache im Alltag. "Die Schüler haben an mehreren Schulen und in unterschiedlichen Altersklassen ihre Präsentationen gehalten, oftmals ganz spontan, die sind echte Profis geworden", lobte Aimée Waha im Pressegespräch. Nathalie, Anna-Lena, Clara, Franziska und die anderen der Gruppe freuen sich auf Juni, wenn sie ihren Gastgebern ihre Schule, Haßfurt und Umgebung zeigen können.

Natürlich stehen sie per Internet weiterhin in Kontakt mit Allentown in Pennsylvania.